Tennis: Der World Team Cup in Düsseldorf behauptet sich in schwierigem Umfeld. Aber die Top-Ten-Spieler machen sich rar.

Der deutsche Trainer Patrick Kühnen (l.) verlässt sich beim World Team Cup wie im vergangenen Jahr auf Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber.
Der deutsche Trainer Patrick Kühnen (l.) verlässt sich beim World Team Cup wie im vergangenen Jahr auf Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber.

Der deutsche Trainer Patrick Kühnen (l.) verlässt sich beim World Team Cup wie im vergangenen Jahr auf Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber.

dpa

Der deutsche Trainer Patrick Kühnen (l.) verlässt sich beim World Team Cup wie im vergangenen Jahr auf Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber.

Düsseldorf. Draußen deckt noch ein wucherndes Grün die Zuschauertribünen des Center Courts am Düsseldorfer Rochusclub ab. Drinnen, im Restaurant auf der Anlage am Rolander Weg, sprach Horst Klosterkemper am Mittwoch mit sonorer Stimme über die Probleme des Tennissports hierzulande. Und über gute Gründe, warum es diese Schwierigkeiten, die auch den World Team Cup in Düsseldorf berühren, nicht geben müsste. "Überall", sagte Klosterkemper, der bis 2004 als Turnierdirektor des World Team Cups fungierte, "erlebt Tennis steigende Zuschauerzahlen, steigende Preisgelder, steigendes Interesse. Nur in Deutschland stagniert die Entwicklung."

Es war ein Aufruf für mehr Werbung für seinen Sport. Dass der Deutsche Tennis Bund dafür zu wenig Geld in die Hand nehme, hatte Klosterkemper schon im vergangenen Jahr an gleicher Stelle kritisiert. Geändert hat sich daran wenig. Für die Turnierveranstalter ist es keine angenehme Situation, in einem Umfeld von Krisen und fehlenden Mitteln eine Mannschafts-WM wie den World Team Cup auf die Beine zu stellen. Und doch ist es Klosterkempers Nachfolger Dietloff von Arnim wieder gelungen, bei dieser 33. Auflage.

Der Australier Lleyton Hewitt war 2001 noch Nummer eins

Acht Mannschaften schlagen vom 16. bis zum 22. Mai in Düsseldorf auf, der Tradition nach die größten Tennis-Nationen der Welt. Die Wildcard vergaben die Veranstalter an Australien, nachdem Lleyton Hewitt von Arnim persönlich die Bereitschaft übermittelt hatte, in Düsseldorf aufzuschlagen. Hewitt war 2001 die jüngste Nummer eins der Tennis-Weltrangliste, die es je gegeben hat. Spieler seiner Kategorie sind Publikumsmagneten. Und sie sind rar gesät. Auch in Düsseldorf, das ohne aktuellen Top-Ten-Spieler auskommen muss - und trotzdem ein interessantes Teilnehmerfeld sehen wird. Darin ragen die Tschechen Radek Stepanek und Thomas Berdych, der Spanier Nicolas Almagro oder die Serben, die im vergangenen Jahr im Finale das deutsche Team bezwangen, mit Victor Troicki, Janko Tipsarevic und Nenad Zimonjic heraus.

Das deutsche Team schlägt mit Philipp Kohlschreiber, Andreas Beck, Florian Mayer und Christopher Kas auf. Tommy Haas und Nicolas Kiefer fehlen. Haas ist nach einer Schulteroperation nicht fit, Kiefer wurde nach längerer Spielpause nicht nominiert.

Dass sich das Düsseldorfer Versicherungsunternehmen Arag nach dem 33. World Team Cup als Hauptsponsor verabschiedet, ist lange verkündet. Ein Nachfolger ist noch nicht gefunden. Man habe ohnehin das Turnier abwarten wollen, hieß es. Immerhin: Der WDR überträgt drei Stunden täglich aus dem Rochusclub, auch Sport1 zeigt Bilder aus Düsseldorf, die in rund 180 Länder gehen. Die Macher wollen dann Bilder mit vollen Zuschauertribünen um die Welt schicken. "Das wäre für die Außenwirkung gut", sagte Klosterkemper. Vom wuchernden Grün sind die Ränge bis dahin allemal befreit.

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