Schweizer Defago gewinnt die Abfahrt – und verdrängt dabei alle Favoriten.

Didier Defago bejubelt sein sensationelles Abfahrts-Gold in Whistler. Die großen Favoriten gingen leer aus.
Didier Defago bejubelt sein sensationelles Abfahrts-Gold in Whistler. Die großen Favoriten gingen leer aus.

Didier Defago bejubelt sein sensationelles Abfahrts-Gold in Whistler. Die großen Favoriten gingen leer aus.

dpa

Didier Defago bejubelt sein sensationelles Abfahrts-Gold in Whistler. Die großen Favoriten gingen leer aus.

Whistler. Ein olympisches Sprichwort geht so: Wenn Zwei zu früh zum Sieger gemacht werden, gewinnt der Dritte. Es gilt besonders für die Königsdisziplin der Alpinen, die Abfahrt der Männer. Die Liste mit den Überraschungsgästen auf der obersten Stufe des Treppchens mit Bill Johnson (USA/1984), Tommy Moe (USA/1994), Jean-Luc Cretier (Frankreich/1998) und Antoine Deneriaz (Frankreich) ist am Montagabend in Whistler Creekside um einen Namen länger geworden.

Dass der Sieger aus der Schweiz kommen würde, war quasi sicher. Alle rechneten mit Didier Cuche oder mit Carlo Janka. Doch dann kam der andere Didier, Didier Defago. Dabei hatte dessen Start bis Donnerstagabend auf der Kippe gestanden.

Es war ein verrücktes Rennen mit einem verrückt jubelnden Sieger. Das Adrenalin, die Kraft, die Freude - alles musste raus. Mit Schreien, mit Fausthieben und später mit den Worten: "Olympiasieger klingt sehr, sehr gut. Es ist nicht einfach, wenn man bei einem Großereignis hohe Ziele hat und es bisher immer nicht erreicht hat. Heute hat es endlich geklappt", sagte der 32-Jährige aus Morgins in der französischen Schweiz.

Defago galt als ewiges Talent. Jetzt ist er Olympiasieger.

Der ruhige Familienvater spart sich seine Siege für besondere Momente auf: Vor einem Jahr triumphierte der Abfahrer in Wengen, eine Woche später in Kitzbühel. Den ersten seiner bisher drei Weltcupsiege hatte er bereits 2002 im Super-G von Gröden geholt. Diesen frühen Erfolg konnte der Bauzeichner nie bestätigen. Er galt als ewiges Talent. Der Olympiasieg ist die Krönung.

Er wäre Montagabend beinahe nur Zuschauer gewesen. Cuche und Janka waren gesetzt, um die weiteren zwei Startplätze für das Rennen kämpften vier Fahrer. Das dritte Ticket holte im Training Ambrosi Hoffmann, das vierte bekam Defago zugesprochen - per Entscheid der Trainer. Sie haben alles richtig gemacht.

Fast alles richtig gemacht haben der Norweger Aksel Lund Svindal und der US-Amerikaner Bode Miller, die mit 7/100 beziehungsweise 9/100 Sekunden Rückstand Silber und Bronze holten. Stephan Keppler enttäuschte als 24. mit 1,80 Sekunden Rückstand. Der Frust bei den Österreichern wird aber größer sein. "Bei Olympia ist es ganz bitter, wenn man Vierter wird", sagte der viertplatzierte Mario Scheiber. "Wenn wir nicht auf dem Stockerl sind, ist das kein Erfolg", hat sein Kollege Benni Raich kürzlich gesagt. Schon am Dienstag hat er als einer der großen Favoriten die Chance, in der Super-Kombination eine Medaille zu holen.

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