Fussball Warum man den FC trotz des 2:3 in Leverkusen nicht abschreiben sollte.

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Zwei Tore vorbereitet, einen regulären Treffer aberkannt bekommen: Kölns Lukas Podolski.

Zwei Tore vorbereitet, einen regulären Treffer aberkannt bekommen: Kölns Lukas Podolski.

dpa

Zwei Tore vorbereitet, einen regulären Treffer aberkannt bekommen: Kölns Lukas Podolski.

Leverkusen. Frank Schaefer nahm Jupp Heynckes ein wenig ehrfürchtig zur Seite und flüsterte ihm zum Abschied einen Dank ins Ohr. Im Schneetreiben von Leverkusen hatte der Abstiegskandidat 1.FC Köln mit 2:3 (1:1) verloren. Durchaus unglücklich. Da tat Schaefer, der seiner persönlichen Bilanz von zwei Siegen und einem Unentschieden gestern die dritte Niederlage seit Amtsantritt hinzufügen musste, das Lob des Altmeisters der Trainergilde spürbar gut. "Der FC präsentiert sich jetzt ganz anders", hatte Heynckes gesagt. Da maloche jetzt einer für den anderen. "Und sie spielen nicht mehr nur defensiv."

12 Punkte aus 15 Spielen sind die Bilanz eines Absteigers

In der Tat erspielte sich der FC phasenweise eine zuvor selten erlebte Spiel-Dominanz. "14:11-Torabschlüsse" hatte Schaefer zu Gunsten seines Teams gezählt und einen Treffer von Podolski gesehen, "der zu Unrecht aberkannt wurde". Überhaupt war der Kölner Trainer angesichts von nur 12 Punkten aus 15 Saison-Spielen und Tabellenplatz 17 bemüht, vor dem wichtigen Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag das Positive zu greifen. Und auch die Niederlage mit dem eigenen Fehlverhalten und nicht mit der Dominanz des Gegners zu erklären: "Wir haben verloren, weil wir drei absolut unnötige Gegentreffer kassiert haben." Unrecht hatte er nicht. Zunächst hatte Torwart Faryd Mondragon den Ball vor die Füße von Patrick Helmes abprallen lassen (21.), beim 1:2 (51.) ließ sich Miso Brecko von Sidney Sam narren und Tranquillo Barnetta ziehen. Das 1:3 (61.) durch einen Kopfball von Stefan Reinartz nach Standard war das Ergebnis von fehlender Zuordnung und Entschlossenheit. Viel mehr Aktivität der Leverkusener war nicht. "Einige Spieler haben den Eindruck gemacht", grollte Heynckes, "als hätten sie Mittwoch 120 Minuten im Europacup gespielt." Es waren nur 90 in Trondheim.

Der eingewechselte Martin Lanig bringt Köln zurück ins Spiel

Im Spiel eins nach der Demission von Manager Michael Meier demonstrierten die Gäste derweil ihre kämpferisch beste Leistung dieser Saison. Unter der Führung des überragenden Lukas Podolski, der den Ausgleich von Pedro Geromel durch einen Freistoß eingeleitet hatte (27.), erspielten sie sich gute Chancen - und schienen nach dem Doppelschlag zum 1:3 doch aus dem Spiel.

Mit der Einwechslung Martin Lanigs für Kevin Pezzoni aber änderte sich auch dieser Zustand. 55 Sekunden im Spiel, erzielte Lanig auf Pass Podolskis das 2:3 (65.) und hatte nur einen Angriff später den Ausgleich auf dem Fuß. "Der Ball wurde zu schnell. Trotzdem haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können", sagte Lanig hoffnungsfroh wie der Trainer. "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sich Dinge ausgleichen", befand Schaefer und schloss: "Hoffentlich bald."

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