Im Moto GP hatte der WM-Führende Valentino Rossi erneut die Nase vorn.
Im Moto GP hatte der WM-Führende Valentino Rossi erneut die Nase vorn.

Im Moto GP hatte der WM-Führende Valentino Rossi erneut die Nase vorn.

Eine Dame (M) wird unfreiwillig Teil der Podiumsparty von Iannone und Bradl (r).

MotoGP-Pilot Stefan Bradl (l) hat den späteren Sieger Andrea Iannone im Nacken.

Cortese hat nach seinem Sieg ein wenig Reifen-Gummi verbrannt.

Cortese jubelt bereits auf der Maschine.

Sandro Cortese feiert in Brünn seinen ersten Grand-Prix-Sieg.

dpa, Bild 1 von 6

Im Moto GP hatte der WM-Führende Valentino Rossi erneut die Nase vorn.

Brünn (dpa) - Sandro Cortese genoss nach seinem Premierensieg ergriffen die deutsche Hymne, Stefan Bradl gönnte sich nach seinem wilden Ritt von Brünn einen tiefen Schluck aus der Champagner- Flasche.

Mit Rang drei beim Großen Preis von Tschechien hat Moto2-Pilot Bradl seine WM-Ambitionen eindrucksvoll unterstrichen. Noch besser machte es in der 125-ccm-Klasse Cortese, der mit einem famosen Manöver in der letzten Kurve seinen ersten Grand-Prix-Erfolg feierte und anschließend sein Glück kaum fassen konnte. «Das ist der absolute Wahnsinn», jubelte Cortese, der mit enttäuschenden Ergebnissen in die vierwöchige Sommerpause gegangen war und nun fulminant auftrumpfte.

Während Bradl in Brünn vor drei Jahren seinen Premierensieg feierte, musste der Berkheimer sieben Jahre auf diesen Moment warten. «Ich bin überglücklich, dass es endlich geklappt hat», sagte der Deutsch-Italiener, der kurz vor Schluss die entscheidende Attacke ritt. «Ich habe kurz überlegt, dann aber voll reingehalten und durchgezogen. Ich wollte mir nicht wieder anhören, warum hast du es nicht versucht», sagte Cortese. Marcel Schrötter (Pflugdorf) wurde 14., Luca Grünwald (Waldkraiburg) 18. Silverstone-Sieger Jonas Folger durfte nach einem Schwächeanfall nicht starten.

Bradl wollte auf einer seiner Lieblingsstrecken - 20 Jahre nach seinem Vater Helmut - seinen fünften Saisonsieg einfahren. Harte Kämpfe am Limit und ein Fast-Sturz - er musste Schwerstarbeit verrichten. Auch wenn der Sieg an den Italiener Andrea Iannone ging und Bradls schärfster WM-Rivale Marc Marquez Zweiter wurde, lieferte der Bayer eine weltmeisterliche Vorstellung. «Das war eine richtige Schlacht. Ich hatte Spaß, und aufs Podium zu fahren, ist immer gut», sagte der WM-Spitzenreiter. Der 21-Jährige führt die WM-Wertung weiter souverän an, auch wenn der Spanier den Rückstand um vier Zähler auf 43 Punkte verkürzte.

In Runde eins wurde Bradl nach einem riskanten Manöver mit Berührung fast von seinem «spanischen Schatten» Marquez zu Fall gebracht. Doch beide blieben auf ihren Maschinen und wurden Teil eines packenden Rennens. Der bis zu zwöften Runde führende Bradl lieferte sich in der Endphase einen Schlagabtausch mit Alex de Angelis (San Marino). «Er hat mich einmal zu oft überholt. Aber am Ende war es ein cleveres Rennen von mir», resümierte Bradl.

Während Bradl weiter Punkte für seinen WM-Traum sammelte, wird im Hintergrund am Zukunftsprojekt «Königsklasse» gearbeitet. Offiziell ist der beschlossene Wechsel in die Eliteklasse zwar noch nicht, aber die Entscheidung pro Honda und kontra Yamaha ist gefallen. «Wenn die Finanzierung steht, ist uns sowohl der Startplatz als auch die Lieferung von zwei Honda-Kundenmotorrädern zugesichert», sagte Teamchef Martin Kiefer der Nachrichtenagentur dpa.

Bradl will den großen Schritt gemeinsam mit seinem jetzigen Viessmann-Kiefer-Team gehen. Doch dafür müsste sein Hauptsponsor sein Engagement aber deutlich erweitern. «Ein Budget von bis zu sechs Millionen Euro wäre nötig. «Dafür reicht natürlich ein einzelner Hauptsponsor wie Viessmann nicht aus», sagte Kiefer, «wir suchen also noch zwei bis drei große Co-Sponsoren.»

Seinen sechsten Saisonsieg in der MotoGP holte sich der Australier Casey Stoner, der damit die Führung in der WM-Wertung vor dem diesmal viertplatzierten Titelverteidiger Jorge Lorenzo aus Spanien ausbaute. Deutsche Fahrer sind in der Königsklasse nicht am Start.

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