Fussball: Der neue starke Mann beerbt Stefan Reuter – und bringt einen millionenschweren Investor mit.

München. Geschäftsführer Stefan Reuter beurlaubt, einen privaten Investor präsentiert und Miroslav Stevic als Sportdirektor installiert: Beim finanziell und sportlich schwer angeschlagenen Fußball-Zweitligisten 1860 München haben sich in den vergangenen zwei Tagen die Ereignisse überschlagen.

Stevic als neuer starker Mann bei den Löwen soll das kollektive Chaos beenden und den Traditionsverein in eine bessere sportliche Zukunft führen. Für Stevic, Vertrauensmann einer Unternehmensgruppe aus Berlin, die mehrere Millionen Euro in den kommenden Jahren in den Verein investieren will, musste Weltmeister Reuter weichen.

Der 42-Jährige sollte zum Sponsoren-Beauftragten degradiert werden, was für Reuter aber nicht in Frage kam. "Man hat mir ein Angebot gemacht, das ich aus vielen Gründen nicht angenommen habe. Über die Gründe möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen", erklärte der ehemalige Nationalspieler.

Mit der offiziellen Vorstellung von Stevic als Reuters Nachfolger gab der Verein gleichzeitig den Einstieg der Immobiliengruppe Schwarzer bekannt. "Nicolai Schwarzer ist ein seriöser Geschäftsmann. Mit dem Geld sind wir in der Lage, uns in den nächsten Transferperioden zu verstärken und den Aufstieg 2010 anzupeilen", sagte Präsident Rainer Beeck.

Dementiert wurde allerdings, dass der neue Geldgeber sofort 20Prozent der Anteile an der KGaA erhalten hat. Schon jetzt sei in Form eines so genannten nachrangigen Darlehens Geld geflossen. Schwarzer sei an einem möglichen Gewinn der KGaA beteiligt, hätte auch das Recht auf maximal 25 Prozent der Anteile.

Trainer Marco Kurz sitzt beim Spiel in Mainz auf der Bank

Über die Vertragslaufzeit, aber auch die Höhe der Investitionen wollten sich die Löwen nicht äußern. Spekuliert wurde zuletzt über rund sieben Millionen Euro. Mit der neuen Finanzquelle im Rücken gibt es für den Traditionsverein und den neuen Sportdirektor Stevic nur ein Ziel: Spätestens in der nächsten Saison 2009/2010 soll die Rückkehr in die Bundesliga realisiert werden.

Wie lange Trainer Marco Kurz an dieser Trendwende mitwirken wird, ist offen. Nach einer Jobgarantie klang es nicht gerade, als Stevic erklärte, dass Kurz in Mainz auf der Bank sitzen werde. Danach wolle er sich ein Bild verschaffen - "und dann ein Urteil fällen." Kurz vor dem Abschluss der Transferperiode lieh Stevic in seiner ersten Amtshandlung Antonio Rukavina von Borussia Dortmund und Nikola Gulan vom AC Florenz bis zum Saisonende aus. sid

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