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Katarina Witt und Reinhard Rauball werben gemeinsam für München 2018.

Katarina Witt und Reinhard Rauball werben gemeinsam für München 2018.

dpa

Katarina Witt und Reinhard Rauball werben gemeinsam für München 2018.

München (dpa) - Die Gegenwehr vieler Garmischer Bauern ist weiter ungebrochen - zumindest aber der Volkssport Nummer eins setzt sich nun mit all seiner Kraft für Olympia 2018 in München ein.

Durch eine Kampagne will die Deutsche Fußball-Liga (DFL) den Traum der bayerischen Landeshauptstadt von den Winterspielen unterstützen und dabei mithelfen, das Milliardenprojekt in die Bundesrepublik zu holen. «Fußballer sind nicht nur Millionäre in kurzen Hosen, sondern auch diejenigen, die Solidarität gegenüber anderen Sportlern üben», sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball im 180 Meter über der Stadt thronenden Münchner Olympiaturm von 1972.

Knapp sechs Monate vor der Vergabe-Entscheidung soll vor allem die Bevölkerung noch mehr für die Spiele begeistert werden. Bisher halten sich Zustimmung und Ablehnung etwa die Waage. «Wir glauben, dass die Bundesliga natürlich eine enorme sportliche und wirtschaftliche Strahlkraft hat, auch die gesellschaftspolitische Bedeutung hat stark zugenommen», meinte Rauball. Präsenz und Beliebtheit der Fußballer bei vielen Bundesbürgern könnten nun auch für Olympia genutzt werden. «Wir hatten das Sommermärchen 2006 - wir wissen, was da für ein Funke übergesprungen ist.» Nach der Fußball-WM vor vier Jahren wünsche die Bundesliga nun München mit dem Großereignis einen «Wintertraum».

Die Stimmung unter den Menschen gilt als wichtigstes Kriterium des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das am 6. Juli im südafrikanischen Durban über den Austragungsort entscheidet. In den kommenden Wochen will die DFL umfangreich Werbung für die Münchner schalten. Etwa via Zeitungsanzeigen oder eines gut 30-sekündigen TV-Spots mit den Nationalspielern Lukas Podolski und Stefan Kießling. Kuratoriumschefin Katarina Witt erhofft sich fortan neuen Schwung im Bewerbungsverfahren: «Ich denke, das gibt uns einen Riesenpopularitätsschub», sagte die einstige Eiskunstläuferin.

Gemeinsam mit Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land bewirbt sich München um Olympia 2018. Die süddeutsche Metropole wäre die erste Stadt, die nach Sommerspielen (1972) auch Winterspiele austragen dürfte. Überschattet wird die Bewerbung allerdings von der Weigerung zahlreicher Garmischer Landwirte, ihre Wiesen für die Spiele zu Verfügung zu stellen. Der Platz jedoch wird benötigt.

Für Rauball, seit 2007 Ligapräsident und zugleich Vereinschef von Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund, ist dieser Widerstand kein K.o.-Kriterium. «Wir sagen: Wenn Solidarität, dann immer Solidarität.» Die Bundesliga wolle sich bei ihrer Entscheidung, die Bewerbung zu unterstützen, nicht abhängig von «Stimmungsschwankungen» machen. Die Kampagne ist zunächst bis März angesetzt. Premiere der Spots in den Stadien und an den Bildschirmen ist dieses Wochenende.

Aller negativer Nachrichten zum Trotz begann für die Münchner Bewerber zu Wochenbeginn der Schlussspurt im Kandidaten-Dreikampf mit Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) mit der Abgabe der offiziellen Bewerbungsunterlagen. Die nächste Hürde ist der Besuch der Evaluierungskommission Anfang März.

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