Dortmund. Am Morgen des Spieltags hatte Jürgen Klopp eine Kurzmitteilung auf dem Handy. Christian Heidel, Manager des Konkurrenten FSV Mainz 05, hatte seinem ehemaligen Trainer freundlicherweise die Mainzer Aufstellung durchgegeben - mit Spielern, die verletzt oder gesperrt waren.

Klopps Replik kündigte BVB- Spieler wie Teddy de Beer, Jürgen Kohler und Julio Cesar an. Ein nettes Spielchen zwischen zweien, die auf viele erfolgreiche Jahre in Mainz zurückblicken - und seit eineinhalb Jahren in Wehmut getrennt sind.

"Wir waren einem Tor nicht besonders nah"

Am Ende spielten dann aber doch Weidenfeller, Schmelzer und Valdez im schwarz-gelben Trikot, und mancher der 75 000 Zuschauer dürfte sich angesichts der dürftigen Leistung die alten Recken der glamouröseren 90er Jahre herbeigesehnt haben. Dortmund gegen Mainz - das war viel Engagement und viel Krampf, am Ende ein gerechtes Remis, mit dem alle leben konnten. "Ich muss mich nicht groß ärgern, weil wir einem Tor nicht so nahe waren", sagte Klopp. Zu schwach gelang das Aufbauspiel der zentralen Spieler Mats Hummels, Nuri Sahin und Markus Feulner.

Die ganze Woche hatte sich der Trainer erklären müssen, weil er zum ersten Mal als Dortmunder gegen "seine Liebe" spielte. Auch seine Spieler Markus Feulner, Mohamed Zidan und Neven Subotic trugen einst das Mainzer Trikot, aber am Ende war es dann doch ein ganz normales Fußballspiel, weil die emotionale Ebene dieser Klopp-Geschichte vor allem das Mainzer Umfeld, viel weniger aber die aktuellen Spieler erreicht.

"Vorher habe ich gesagt, ich würde nicht jubeln, wenn wir gegen Kloppo ein Tor schießen. Aber ich wäre wohl doch auf den Platz gestürmt.", sagte selbst Heidel. Auf ein abendliches Treffen mit Klopp verzichtete der Mainzer Präsident Harald Strutz: "Ich kenne doch unseren Kloppo. Den kann man jetzt drei Stunden nicht ansprechen."

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