Der 55-Jährige soll ab Sommer Trainer und Manager der Westfalen werden.

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Felix Magath scheint in Wolfsburg auf dem Absprung zu sein.

Felix Magath scheint in Wolfsburg auf dem Absprung zu sein.

dpa

Felix Magath scheint in Wolfsburg auf dem Absprung zu sein.

Gelsenkirchen/Wolfsburg. Die Erschöpfung kann es kaum gewesen sein, die Felix Magath sprachlos gemacht hatte. Der 55-Jährige verließ zwar gerade nassgeschwitzt den Trainingsplatz des VfL Wolfsburg, wo er kurz zuvor mit seinem Trainerteam an seiner eigenen Fitness beim Kicken arbeitete. Der Grund für sein Schweigen hatte offenbar eine andere Ursache.

Im Laufe des Tages war durchgesickert, dass er, Felix Magath, zur neuen Saison zum FC Schalke 04 wechseln soll. Darauf forsch angesprochen reagierte Magath dem Fragesteller gegenüber mit stummer Ignoranz. Und mit jeder weiteren Nachfrage verdunkelte sich seine Miene zusätzlich. Dann verschwand er im Bauch des VfL-Stadions.

Einen Kommentar gab Magath zwar nicht ab, aber auch kein Dementi. Dabei wäre es sicher ein idealer Zeitpunkt für eine schnelle Klärung gewesen, sollte es sich lediglich um ein Gerücht gehandelt haben. Wenige Stunden zuvor hatte er der Stuttgarter Zeitung immerhin gesagt, dass er "nichts bestätigen und nichts dementieren will".

Schalke dementiert das Wechsel-Gerücht nicht

In Schalke präsentierten sich die Verantwortlichen am Mittwoch zumindest ein wenig redseliger. "Bei uns werden immer viele Kandidaten gehandelt. Wir sagen nur, dass wir nach dem 23. Mai unsere Entscheidung verkünden", sagte Geschäftsführer Peter Peters. "Unsere Sprachregelung lässt alles offen."

Anders als zuletzt bei vermeintlichen Gerüchten den Klub betreffend üblich verzichtete auch Peter Peters auf ein Dementi. Dem Vernehmen nach soll Felix Magath sowohl die Position des Trainers als auch die des Managers bei den Westfalen einnehmen und mit einer ähnlichen Kompetenz wie derzeit beim VfL Wolfsburg ausgestattet werden. Einzig die Position des Geschäftsführers soll weiterhin mit Peters besetzt bleiben.

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Doch warum hat sich der Unterfranke Magath trotz seines bemerkenswerten Erfolgs in der Autostadt, den er am 23. Mai womöglich mit der ersten Deutschen Meisterschaft für die Wölfe krönen kann, offenbar für einen Wechsel nach Gelsenkirchen entschieden?

Ständige journalistische Begleiter des niedersächsischen Klubs wundern sich indes nicht über den möglichen Abgangs Magaths. Trotz seiner famosen Aufbauarbeit beim lange als graue Maus in den Niederungen der Bundesliga dahindümpelnden Klubs, kursiert dort bereits seit einigen Monaten das Gerücht, dass er trotz seines bis 2010 laufenden Vertrags den VfL verlassen will. Und Ursache dafür soll das liebe Geld sein.

In Zeiten der Weltwirtschaftskrise war man im VW-Konzern offenbar nicht gewillt, das Gehalt von Magath, das derzeit bei rund 2,5 Millionen Euro jährlich liegen soll, weiter aufzustocken. Dies sei der Belegschaft gegenüber nicht zu vertreten, hieß es.

In Schalke scheinen sie in dieser Frage großzügiger sein zu wollen, auch wenn Präsident Josef Schnusenberg unlängst angekündigt hatte, bei Nicht-Erreichen eines internationalen Wettbewerbs den Etat für den Profikader um etwa 20 Millionen Euro abspecken zu müssen.

Für Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, der eine "große Lösung" angekündigt hatte und der sich alleine auf die Suche nach sportlicher Kompetenz für die Schalker machte, war Magath einer der Favoriten. Diese große Lösung scheint Tönnies nun gefunden zu haben. Ohne diesen bekannten Namen hätten ihm die Anhänger eine Trennung vom erfolgreichen Interimstrainer Mike Büskens aber wohl kaum verziehen.

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