Köln wirkt bei 0:4 gegen Hoffenheim wie eine Freizeitelf. Trainer Soldo schien sich zu schämen.

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Rufer in der Kölner Wüste: Soldo fand bei seinen Spielern kein Gehör.

Rufer in der Kölner Wüste: Soldo fand bei seinen Spielern kein Gehör.

dpa

Rufer in der Kölner Wüste: Soldo fand bei seinen Spielern kein Gehör.

Köln. Nur weg. Lukas Podolski konnten die trostlosen 90 Minuten gegen 1899 Hoffenheim nicht schnell genug vorbeigehen. Ideen- und motivationslos brachte der Nationalspieler eine Begegnung hinter sich, die ihm endgültig bewiesen haben muss, dass man mit dem 1. FC Köln in der Bundesliga nur gegen den Abstieg spielen kann.

0:4 (0:2) gegen die Mannschaft von Ralf Rangnick. Und dabei nutzte Hoffenheim nur einen Bruchteil der Torchancen. Podolski, der auf Schalke gegen die Elfenbeinküste in der Nationalelf Spielkunst und Treffsicherheit demonstriert hatte, geht in Köln im Strudel der Orientierungslosigkeit unter. Und am Ende reagierte er nur noch frustriert. "Wo bin ich nur hingeraten?", mag er sich gefragt haben.

"Ich kann mich nur entschuldigen für diese desolate Leistung", sagte Soldo

Trainer Zvonimir Soldo ahnte früh, dass gegen diesen Gegner mit seinen Kölner Freizeitkickern nichts auszurichten war. Aber dieser Trainer bleibt selbst in einer solchen Situation zurückhaltend. Dass dieser Mann seine Leute einmal nach allen Regeln der Kunst auf ihre Pflicht und Schuldigkeit hinweisen kann, ist nicht zu erwarten.

"Wir wollten einen Schritt nach vorne tun, es ist aber ein Rückschritt geworden", sagt Soldo. Und man fühlt sich motiviert, den armen Mann zu trösten. "Ich kann mich nur entschuldigen für diese desolate Leistung." Und man fragt sich: Was soll das nutzen?

Die Kölner waren noch gar nicht auf dem Platz, da hatte der überragende brasilianische Nationalspieler Eduardo mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern schon zum 0:1 in der 5. Minute getroffen, nur sechs Minuten später erhöhte Obasi gegen einen völlig indisponierten Miso Brecko auf 0:2.

Brecko musste schon nach 29 Minuten gehen, seine Vorstellung war eine einzige Frechheit. Wie die von Milivoje Novakovic. Der slowenische Stürmer hatte sich tatsächlich darüber beschwert, dass ihm sein Arbeitgeber das Feiern nach der WM-Qualifikation verboten und mit einem Privatjet nach Köln befördert hatte. In der Halbzeit blieb Novakovic in der Kabine und wurde nicht mehr gesehen.

25 Sekunden nach Wiederanpfiff markierte Demba Ba das 0:3. Die Flanke kam von Eduardo, Ba spielte Pezzoni den Ball gemütlich durch die Beine. Selbst Geromel verlor die Nerven. Ibisevic verwandelte den freilich unberechtigten Elfmeter zum 0:4 (90.).

Was Soldo und sein Co-Trainer Michael Henke machen sollen, wissen sie nicht. Ob sie es noch lange können, wird sich zeigen. Es war das 100. Pflichtspiel von Podolski für den FC, beim VfL Bochum ist er nach der fünften Gelben Karte gesperrt.

In Köln haben sie Krisensitzungen anberaumt. Wieder einmal. Hauptredner könnte der wiedergewählte Präsident Wolfgang Overath werden. Wenn er noch Lust hat.

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