Bochum. Geschafft! Der VfL Bochum bleibt erstklassig. Mit dem 2:0 (1:0) am Samstag gegen Eintracht Frankfurt zog die Mannschaft von Trainer Marcel Koller einen Schlussstrich unter eine verkorkste Bundesliga-Saison. "Heute sind mir nicht nur ein paar Kieselsteine, sondern ganze Berge abgefallen", atmete er tief durch - und bedankte sich vor allem bei den Fans. "Sie standen wie eine Eins hinter uns. Dieser Funke ist auch auf den Rasen übergesprungen."

Das hatte beim Abschlusstraining am Freitag noch ganz anders ausgesehen. Spieler und Trainer waren von den VfL-Ultras angepöbelt und beschimpft worden. So sehr, dass es manchem Profi noch beim Einmarsch ins Stadion richtig mulmig wurde. "Zerreißt Euch - sonst tun wir es" war auf einem meterlangen Transparent in der Ostkurve zu lesen.

Im Gegensatz zu sonst ließ der VfL diesmal nichts anbrennen. Das Team lief und kämpfte um sein Leben - und wurde belohnt. Vahid Hashemian mit seinem ersten Saisontor (26.) und Diego Klimowicz (72.) machten den Klassenerhalt perfekt und versetzten selbst die Ultras in Glückseligkeit.

Wie erleichtert Koller darüber wirklich war, deutete er nach der offiziellen Pressekonferenz an. "Das war eine verdammt harte Saison", sagte der 49-jährige Schweizer. Es sei nicht immer leicht gefallen, nach den vielen Rückschlägen den Kopf oben zu behalten. "Aber als Trainer musst du immer vorneweg gehen. Auch wenn dir ganz anders zumute ist."

Andererseits sei es genau dieses Wellenbad, das für ihn den Reiz des Fußballs in Deutschland ausmache. "Hier ist Betrieb, hier lebt der Fußball. In der Schweiz ist alles viel ruhiger." Ob er sich dieses ständige Auf und Ab auch in Zukunft antun wolle? "Auf jeden Fall", sagt Koller, dessen Vertrag in Bochum bis 2010 läuft. Am nächsten Samstag steht das letzte, bedeutungslose Gastspiel beim 1. FC Köln an, "dann mache ich aber erst mal Urlaub".

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