Andreas Bretschneider am Reck. Foto: Thierry Roge
Andreas Bretschneider am Reck. Foto: Thierry Roge

Andreas Bretschneider am Reck. Foto: Thierry Roge

dpa

Andreas Bretschneider am Reck. Foto: Thierry Roge

Cottbus (dpa) - Vor vier Tagen robbte er beim Bundeswehr-Lehrgang noch in Uniform durch das Gelände, nun feierte er in Cottbus seinen dritten Sieg am Reck: Andreas Bretschneider hat bei der Weltcup-Premiere der Gerätespezialisten seine Chance auch ohne spezielle Vorbereitung genutzt.

Doch auch die Frauen standen nicht nach und kamen durch die Zehntklässlerin Carina Kröll zum ersten deutschen Erfolg am Boden seit 31 Jahren in Cottbus.

Am Königsgerät würde Bretschneider gern an die Erfolge von Fabian Hambüchen anknüpfen, der am Samstag in der Bundesliga den vermutlich letzten Wettkampf seiner Karriere bestritt. Doch bevor er neue Schwierigkeiten einstudiert, muss sich Bretschneider am 20. Dezember einer Schulter-Operation unterziehen.

«Es ist natürlich keine optimale Vorbereitung, wenn es ständig in der Schulter zwickt. Aber es hat geklappt - ich bin zufrieden», sagte der Olympia-Pechvogel. In Rio war es ihm nicht gelungen, das hochwertige, von ihm kreierte Flugelement am Reck durchzuturnen.

Hoffnung verbreitete beim zweiten «Turnier der Meister» in diesem Jahr auch Nick Klessing mit Rang drei an den Ringen. Der Junioren-Europameister aus Halle/Saale kam bei seinem Weltcup-Debüt mit 14,533 Punkten auf Anhieb auf das Podest. «Ich bin sehr überrascht, dass es so gut geklappt hat», sagte Klessing. Olympia-Turner Lukas Dauser patzte und musste am Barren mit Rang vier zufrieden sein.

Die erst 15 Jahre alte Gymnasiastin Carina Kröll überraschte bei ihrem Auswahl-Debüt mit dem Erfolg am Boden (13,700). 1985 hatte es durch die Dresdnerin Martina Jentsch den letzten deutschen Sieg in Cottbus gegeben. Zudem kam die Berkheimerin am Schwebebalken auf Platz zwei hinter der Ungarin Zsofia Kovacs (13,933). «Unglaublich, als Jüngste in diesem Feld gleich zum Weltcupsieg und zum zweiten Platz zu kommen. Ich bin einfach nur happy», sagte die neue Hoffnungsträgerin und fügte hinzu: «Jetzt sind EM und WM meine nächsten Ziele.»

Einen weiteren Podestplatz sicherte sich die Karlsruherin Leah Grießer mit Rang zwei am Boden. Am Vortag hatte auch die Karlsruherin Pauline Tratz mit Rang vier beim Sprung ihre Zugehörigkeit zur Elite unterstrichen. Allerdings war die Konkurrenz zum Weltcup-Auftakt nicht so stark wie in den Vorjahren, weil viele Athleten drei Monate nach Olympia noch nicht wieder topfit sind.

Sorgen bereitet Cheftrainerin Ulla Koch die erneute Knieverletzung von Kim Janas, die ihren Platz im Stufenbarren-Finale nicht wahrnehmen konnte. Noch besteht auch nach einer MRT-Untersuchung in Berlin keine Klarheit über die Schwere der Verletzung.

Gleich zwei Siege erkämpfte neben Zsofia Kovacs (Stufenbarren und Schwebabalken) auch der in der Bundesliga für die Lausitzer startende Ukrainer Igor Radiwilow, der nach seinem Ringe-Erfolg (15,433) am Sonntag auch beim Sprung (15,266) der Beste war.

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