Kontrahenten
Weltmeister Wladimir Klitschko (l) schaut Dereck Chisora tief in die Augen.

Weltmeister Wladimir Klitschko (l) schaut Dereck Chisora tief in die Augen.

dpa

Weltmeister Wladimir Klitschko (l) schaut Dereck Chisora tief in die Augen.

Hamburg (dpa) - Box-Weltmeister Wladimir Klitschko kann sich nun doch schneller als erwartet für die verbalen Tiefschläge an Dereck Chisora rächen. Ein «Date» mit David Haye ist aber erneut gescheitert.

Der jüngere der beiden Klitschko-Brüder wird seine Titel am 30. April in der SAP Arena Mannheim gegen Chisora verteidigen, teilte Klitschkos Promotion mit. «Ich bin sehr glücklich, dass wir so schnell einen Nachholtermin gefunden haben. So wie ursprünglich für Dezember geplant, werde ich ihm nun im Frühjahr eine Lektion erteilen», sagte der 34 Jahre alte IBF- und WBO-Champion vor dem Duell, das vom Fernsehsender RTL live übertragen wird.

Das Aufeinandertreffens des jüngeren der beiden Klitschko-Brüder mit dem boxerischen Nobody von der Insel war im Dezember an einer Verletzung des Ukrainers gescheitert. Klitschko musste zwei Tage vor dem ursprünglich für den 11. Dezember geplanten Kampf wegen eines Muskelfaserriss schweren Herzens absagen. Er sei in der Form seines Lebens gewesen, betonte der Weltmeister. ««Ich bin unheimlich traurig.»

Der sieben Jahre jüngere Herausforderer nahm dem Champion die Erklärung aber nicht ab und attackierte den Ukrainer immer wieder verbal. «Ich glaube, er wollte nicht», war noch die artigste Formulierung des Briten, der im November wegen Körperverletzung zu zwölf Wochen Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden ist. Klitschko erwiderte gelassen: «Die Hunde bellen und die Karawane zieht weiter» und will nun endlich die Fäuste sprechen lassen. «Mit Chisora habe ich nach den vielen Beleidigungen seinerseits noch eine Rechnung offen, die ich Ende April begleichen werde», kündigte der Weltmeister nachhaltig an.

Die Vorzeichen dafür sprechen klar für den Titelverteidiger. Klitschko hat bislang 58 Kämpfe bestritten und 55 davon gewonnen. Sollte er Chisora vorzeitig besiegen, wäre dies sein 50. K.o.-Erfolg. Der Ukrainer bestreitet in Mannheim bereits seinen 19. WM-Kampf. Der weitgehend unbekannte Chisora hat seit seinem Profi-Debüt vor drei Jahren gerade mal 14 Kämpfe bestritten, die er ausnahmslos gewann.

Das von der Box-Welt seit langem geforderte Duell eines der beiden Klitschko-Brüder gegen WBA-Weltmeister David Haye bleibt aber weiter in der Schwebe. Die Verhandlungen darüber seien vorläufig gescheitert, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte dem Internetportal des TV-Senders ESPN. Als Begründung nannte er Terminschwierigkeiten eines der übertragenden TV-Sender. Sky sei nicht bereit gewesen, neben der Titelverteidigung von WBA-Superleichtgewichts-Weltmeister Amir Khan (Großbritannien) am 16. April im gleichen Monat noch einen zweiten Pay-per-View-Kampf zu zeigen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer