Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm (l) trifft auf Herausforderer Ronald Hearns.
Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm (l) trifft auf Herausforderer Ronald Hearns.

Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm (l) trifft auf Herausforderer Ronald Hearns.

dpa

Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm (l) trifft auf Herausforderer Ronald Hearns.

Stuttgart (dpa) - Vor seiner Titelverteidigung nach WBA-Version gegen Ronald Hearns hat Mittelgewichts-Weltmeister Felix Sturm die im Boxen weit verbreiteten Verbalattacken vermieden. Stattdessen äußerte er sich mit Respekt vor dem 32-jährigen Herausforderer aus den USA.

«Er möchte in die Fußstapfen seines Vaters treten, das ist eine große Motivation. Deshalb werde ich mich sehr intensiv auf diesen Kampf vorbereiten», sagte der ein Jahr jüngere Kölner in Stuttgart, wo der Kampf am 19. Februar in der Porsche-Arena stattfinden wird. Von den 7000 Tickets sind bereits 4000 verkauft worden.

Der 1,91 Meter große Hearns ist der Sohn des früheren Weltmeisters Thomas Hearns. Der Boxer aus Detroit hat von 27 Profi-Kämpfen nur einen verloren, ist aber bisher nicht gegen die großen Namen angetreten. «Er ist aber talentiert und technisch sehr gut ausgebildet», warnte Sturms Trainer Fritz Sdunek seinen Schützling.

Dessen Vorbild ist der frühere amerikanische Boxstar Marvin Hagler, der Hearns Senior 1985 in einem viel beachteten Duell besiegte. Deshalb gab der übertragende Sender «Sat.1» dem Duell den Namen «Die Abrechnung», was mit dem eher friedlichen Auftritt der beiden Kontrahenten stark kontrastierte. Warum also ein so aggressiver Titel? «Weil es Sat.1 so haben wollte», erklärte Sturm. «Das ist ein Boxkampf, da muss ein bisschen Pfeffer rein.»

Ansonsten möge er aber das übliche «Gequatsche» im Boxen nicht, bekannte der mit schwarzem Anzug und Krawatte erschienene Sohn bosnischer Einwanderer. Klar sei aber: «Ich werde Hearns schlagen.» Den Weltmeistergürtel der WBA trägt der 1,83 Meter große Boxer seit April 2007, von seinen insgesamt 37 Kämpfen hat er 34 gewonnen.

Sturm kam einst auch deshalb zum Boxen, weil er im Ring seinen «Egoismus pflegen kann». Und seit er sich im September 2009 von seinem Boxstall Universum trennte, vermarktet er sich selbst. «Das macht mir zehnmal mehr Spaß als vorher», betonte er nun. «Man ist viel selbstständiger und die Motivation viel größer.»

Sollte er Hearns besiegen, hat Sturm ein weiteres Ziel: einen «Vereinigungskampf» gegen den Weltmeister eines anderen Verbands. Ein denkbarer Gegner wäre der IBF-Titelträger Sebastian Sylvester (Greifswald). Aber auch gegen den entthronten Supermittelgewichtler Arthur Abraham würde er kämpfen. Der Berliner habe aber «im Moment andere Probleme. Wenn er aber zurückkommt ins Mittelgewicht, bin ich bereit» versicherte Sturm.

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