Box-Profi Arthur Abraham wagt nach zuletzt drei peinlichen Pleiten sein Comeback. Foto: Patrick Seeger
Box-Profi Arthur Abraham wagt nach zuletzt drei peinlichen Pleiten sein Comeback. Foto: Patrick Seeger

Box-Profi Arthur Abraham wagt nach zuletzt drei peinlichen Pleiten sein Comeback. Foto: Patrick Seeger

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Box-Profi Arthur Abraham wagt nach zuletzt drei peinlichen Pleiten sein Comeback. Foto: Patrick Seeger

Hamburg (dpa) - «König» Arthur Abraham hat auch ohne Krone noch Kredit. Nach zuletzt drei peinlichen Pleiten hat der ehemalige Box-Weltmeister schon vor seinem Comeback einen Sieg errungen.

Obwohl er nur einen Aufbaukampf bestreitet, hat er die Weltmeisterschaft mit Titelträger Robert Stieglitz am Samstag in das Rahmenprogramm des Kampfabends in Offenburg verbannt. «Die Zuschauer können sich auf den alten Arthur, der einst Weltmeister geworden ist und seinen Titel zehnmal verteidigt hat, freuen: auf den Arthur Abraham, den man eigentlich kennt», kündigte der 30 Jahre alte Boxer vor seinem Duell gegen den Argentinier Pablo Farias vollmundig an.

Fit ist Abraham. «Ich habe sehr gut trainiert und freue mich auf den Kampf, der für mich einen Neuanfang darstellt», sagte beim obligatorischen Wiegen. Abraham brachte dabei 76,0 Kilogramm auf die Waage und blieb 200 Gramm unter dem Limit. Sein argentinischer Gegner Pablo Oscar Farias ist mit 75,3 Kilogramm etwas leichter als der Favorit.

Große Sprüche waren schon immer ein Markenzeichen des gebürtigen Armeniers. Zu seinen besseren Zeiten untermauerte Abraham die lauten Töne auch mit schlagenden Argumenten. Vor allem dank seiner unwiderstehlichen Rechten schwang sich der boxerisch limitierte Profi zum IBF-Weltmeister im Mittelgewicht auf. 25 K.o. aus den ersten 31 Kämpfen und die spektakuläre Schlacht vom 23. September 2006 in Wetzlar, als der Wahl-Berliner trotz eines doppelt gebrochenen Kiefers und starker Blutungen den Kolumbianer Edison Miranda bezwang, ließen Abraham zu einem gefeierten Star werden.

Als der Multi-Unternehmer mit Lear-Jet und Ferrari aber ins Supermittelgewicht aufstieg und dort Amerika erobern wollte, wurden ihm ganz schnell seine Grenzen aufgezeigt. Drei desaströse Niederlagen in Folge ließen Abrahams Stern sinken und seine sportlichen Berater zweifeln. «Wir geben Arthur eine neue Chance. In zwei, drei Aufbaukämpfen soll er sich vom Gewicht her schrittweise auf das Mittelgewichts-Limit zubewegen», kündigte Promoter Wilfried Sauerland im August vergangenen Jahres an. «Es ist schwer, zehn Kilo abzunehmen. Aber ich schaffe das schon», behauptete sein Boxer.

Abraham schaffte auch das nicht und will sein Jagd zurück auf den WM-Thron nun ausgerechnet in dem Limit fortsetzen, in dem er bislang so kläglich gescheitert ist. «Ich denke inzwischen nicht mehr daran. Ich habe damit abgeschlossen. Für mich zählt das, was kommt», bekundete Abraham trotzig. Und: «Es gibt nur ein Ziel. Ich will wieder Weltmeister werden.»

Robert Stieglitz ist das immerhin schon seit August 2009. Wie Abraham wurde er mit 76,0 Kilogramm gewogen, Weber geht mit 75,6 Kilogramm in den Kampf. Einen Popularitätsschub hat der WM-Titel dem 30 Jahre alten Magdeburger WBO-Champion im Supermittelgewicht nicht eingebracht. Und der wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nach seiner Titelverteidigung gegen den 23 Jahre alten Stralsunder Henry Weber nicht eintreten. Der Kampf wird nach dem Abraham-Comeback gezeigt - als Aufzeichnung aus der Konserve.

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