Der Weltmeister wartet bis fünf Minuten vor Zwölf, ehe er Samuel Peter zu Boden schlägt.

Wladimir Klitschko (r.) hat Samuel Peter zu Boden geschickt, der Ringrichter bricht den Kampf ab.
Wladimir Klitschko (r.) hat Samuel Peter zu Boden geschickt, der Ringrichter bricht den Kampf ab.

Wladimir Klitschko (r.) hat Samuel Peter zu Boden geschickt, der Ringrichter bricht den Kampf ab.

Reuters

Wladimir Klitschko (r.) hat Samuel Peter zu Boden geschickt, der Ringrichter bricht den Kampf ab.

Frankfurt. Als Waldimir Klitschko scherzend mit seinem Team im Presseraum der Frankfurter Commerzbank-Arena auflief, sah er aus, als käme er gerade von einem Spaziergang. Von Boxkampf keine Spur. Eine gute Stunde zuvor hatte der Schwergewichts-Weltmeister durch technischen K.o. in der zehnten Runde seine Titel der Verbände IBF und WBO gegen Samuel Peter verteidigt.

"Ich habe alles getan für den Sieg. Samuel hat unheimlich viel eingesteckt und bis zum letzten Tropfen gekämpft", lobte der neue und alte Champion in der Pressekonferenz, die ohne seinen schon während des Kampfes schwer gezeichneten Herausforderer stattfand.

"Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er hat eben schon wieder gescherzt. Trotzdem werden wir nachher noch ins Krankenhaus fahren, um alle Eventualitäten auszuschließen", informierte Manager Ivaylo Gotsev. Klitschkos Titelverteidigung fand an historischer Stätte statt.

Denn fast auf den Tag genau vor 44 Jahren, am 10. September 1966, standen sich im damaligen Waldstadion Karl Mildenberger und Muhammad Ali gegenüber.

Im Ring geht der Ukrainer aggressiver als sonst zur Sache

Bilder dieses denkwürdigen WM-Kampfs begleiteten den 1,98 Meter großen Modellathleten auf seinem Weg durch die Katakomben. Mit seinem Vorbild Ali im Hinterkopf. Und Samuel Peter, das 30-jährige bullige Kraftpaket aus Nigeria, vor Augen.

Im Ring behielt der aggressiver als sonst zu Werke gehende 34-jährige Ukrainer einen kühlen Kopf, gab danach aber zu: "Ich habe den Kampf gegen Peter vor fünf Jahren nie vergessen, als ich zwar gewonnen habe, aber dreimal am Boden war. Man hatte mich damals einen ,dead man walking’, einen toten Mann, genannt. Ich bin weiter gegangen und habe meinen Weg gemacht. Es war Taktik, dass ich ihn erst zermürbe und dann umhaue. Ich musste das so machen."

Bereits in der dritten Runde ist der Nigerianer angeschlagen

Bereits in der zweiten Runde wackelte der in Las Vegas lebende Herausforderer nach einer Rechts-Links-Kombination. Nach der dritten war sein rechtes Auge dick angeschwollen und musste gekühlt werden. Danach wurde viel geklammert und gehalten.

Es schien teilweise so, als wollte Klitschko seinen Gegner nicht ausknocken. Statt entscheidender Treffer hagelte es Pfiffe des Publikums. In der zehnten Runde um fünf vor zwölf war es dann aber soweit. Samuel Peter ging zu Boden. Der amerikanische Ringrichter Robert Byrd brach ab.

"Samuel ist auf den besten Schwergewichtler der Welt getroffen, da war nichts zu machen. Wladimir Klitschko hatte zu viele gute rechte Hände. Er hat gezeigt, dass er der Beste ist", musste Manager Gotsev nach dessen 49. K.o. bei 55 Siegen und der neunten erfolgreichen Titelverteidigung in Serie zugeben.

Nach dem Triumph warf der Mann mit einer Schlagkraft von 430 Kilogramm pro Faust seiner Freundin, der US-Schauspielerin Hayden Panettiere, lächelnd Kusshände zu. "The Nigerian Nightmare", der "nigerianische Albtraum", wird dem Ukrainer keine schlaflose Nacht mehr bereiten.

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