Verspielt: Bremen dreht einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg.

Bremen. Pleite kassiert statt Pokalfinalist besiegt - weiter zittern statt durchatmen. Leichtfertig hat der VfL Bochum einen möglichen Sieg bei Werder Bremen verspielt - und damit die Chance, sich von den Abstiegsrängen abzusetzen. Nach 45 Minuten führte das Team von Trainer Marcel Koller durch die Saisontore acht und neun des Slowaken Stanislav Sestak (16./44.) mit 2:0. Doch nach Gegentreffern von Hugo Almeida (54.), Naldo (70.) und Diego (78.) schlichen die Ruhrstädter als 2:3-Verlierer vom Rasen.

"Wir haben es leider verpasst, das 3:0 zu machen", sagte Koller. Ein drittes Tor wäre aber wohl gar nicht mehr nötig gewesen, wenn die Bochumer nach der Pause das Fußballspielen nicht eingestellt hätten. "Ein 2:0 muss zum Sieg reichen", sagte Mittelfeldspieler Christoph Dabrowski, "wir waren viel zu passiv. Nun haben wir noch fünf Endspiele."

Der VfL Bochum verspekulierte sich in der Annahme, die Bremer würden nach den 120Minuten im Pokal kräftemäßig abbauen. "Es war wohl so, dass Werder Schwierigkeiten hatte, ins Spiel zu kommen", sagte Koller. Schwierigkeiten, die Tim Wiese zur Weißglut brachten. "Die erste Halbzeit war der größte Witz, den ich je gesehen habe. Da hätte unsere C-Jugend besser gespielt. Das war Arbeitsverweigerung, blamabel, lächerlich und peinlich", sagte der Pokalheld und knüpfte zumindest verbal an seinen Auftritt von Hamburg an.

Seine Kollegen konnten nach einer Standpauke von Trainer Thomas Schaaf das Spiel drehen. Bochum wurde damit für seine Passivität bestraft, für die bezeichnend war, dass der Mann mit den meisten Ballkontakten Torhüter Fernandes hieß. Mit dem letzten überwand er sogar Kollege Wiese per Kopf, doch stand er dabei im Abseits.

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