Martin Schmitt scheitert beim Sieg von Gregor Schlierenzauer.

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Am Bergisel sogar am Finale gescheitert: Deutschlands ehemaliger Vorspringer Martin Schmitt.

Am Bergisel sogar am Finale gescheitert: Deutschlands ehemaliger Vorspringer Martin Schmitt.

dpa

Am Bergisel sogar am Finale gescheitert: Deutschlands ehemaliger Vorspringer Martin Schmitt.

Innsbruck. Die deutsche Skisprung-Nationalmannschaft ist im Umbruch. Beim 31 Jahre alten Routinier Martin Schmitt läuft es bei dieser Vierschanzentournee überhaupt nicht, beim seit Montag 19-jährigen Emporkömmling Pascal Bodmer hingegen so gut wie noch nie. Gegensätze ziehen sich an - auch deshalb teilen sich Schmitt und Bodmer auf Reisen das Zimmer. Da treffen zwei Welten aufeinander. Martin Schmitt sagt: "Es ist meistens so vor dem Wettkampf, dass ich ganz hibbelig durchs Zimmer renne und er liegt im Bett und sagt ganz ruhig: Du hast noch Zeit."

Der Team-Olympiasieger verlässt schnell die Stätte der Schmach

Auch beim dritten Tourneespringen in Innsbruck ließ sich der mit weitem Abstand beste deutsche Skispringer des Winters nicht aus der Ruhe bringen: Bodmer wurde mit einer erneut starken Leistung Achter.

"Ich bin sehr zufrieden", sagt der Luftikus. "Das war ein kleines Geburtstagsgeschenk an mich selber. Aber die Sprünge waren noch nicht perfekt." Es geht noch besser. Für das Tournee-Finale am Mittwoch in Bischofshofen plant Bodmer eine Steigerung, "wenn ich bis dahin ein paar kleine Fehler abstellen kann". Das Ziel: "Ich kann mir vorstellen, dass ein Platz unter den besten Sechs drin ist."

Als Gregor Schlierenzauer den Innsbrucker Bergisel mit seinem zweiten Sieg fast zum Explodieren brachte, hatte Martin Schmitt den Ort der Schmach bereits fluchtartig verlassen. Der Vize-Weltmeister schaffte am Sonntag ein Jahr nach seinem tollen dritten Platz im österreichischen Skisprung-Tempel nicht einmal die Qualifikation für den zweiten Durchgang. Auch die übrigen deutschen Adler flogen der Konkurrenz wieder meilenweit hinterher. Lediglich Michael Uhrmann sorgte als Zwölfter für einen kleinen Lichtblick: "Für mich war es heute wichtig, dass ich gezeigt habe, dass ich das Skispringen noch nicht ganz verlernt habe."

Gregor Schlierenzauer ist Favorit auf den Tournee-Gesamtsieg

"Ich bin unzufrieden mit der Situation. Ich habe mein Potenzial nicht annähernd abgerufen", sagte Schmitt zerknirscht. Mit seinem Hüpfer auf 113 Meter verpasste der 31-Jährige den Sprung unter die besten 30, will die Tournee aber dennoch nicht vorzeitig abbrechen. "Ich werde in Bischofshofen versuchen, noch einmal vernünftige Sprünge zu zeigen", meinte der Team-Olympiasieger von 2002. Doch viel ist von Schmitt auch beim Abschluss der Traditionsveranstaltung nicht zu erwarten. "Eigentlich bräuchte ich jetzt Training, doch es geht Schlag auf Schlag", sagte der Furtwangener.

Mit seinem zweiten Sieg im dritten Springen avancierte Schlierenzauer endgültig zum Topfavoriten auf den Gesamtsieg. "Das ist mein Wohnzimmer, einfach die geilste Schanze der Welt. Die Fans waren fantastisch, ich hatte am Balken Gänsehaut", sagte der 19 Jahre alte Ausnahmespringer, der mit Weiten von 130 und 122 Metern gewann. In der Gesamtwertung hat der Österreicher jetzt nur noch 14,6 Punkte Rückstand auf seinen Landsmann Andreas Kofler.

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