Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange bei der Pressekonferenz in Berlin.
Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange bei der Pressekonferenz in Berlin.

Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange bei der Pressekonferenz in Berlin.

dpa

Schwimm-Bundestrainer Dirk Lange bei der Pressekonferenz in Berlin.

Berlin (dpa) - Paul Biedermann kann den ersten Startsprung in Shanghai kaum noch erwarten, Britta Steffen hat schon «richtig Lust» auf eine schnelle WM. Deutschlands Schwimmer haben sich wenige Tage vor dem WM-Auftakt am Samstag in China zuversichtlich gezeigt.

«Alle Athleten müssten in der Lage sein, die Zielvorgaben zu erfüllen. Wir wollen so viele Endlaufplatzierungen wie möglich haben, dann wird vielleicht auch die eine oder andere Medaille herauskommen», sagte Bundestrainer Dirk Lange. «Ich habe das Gefühl, dass diese Mannschaft richtig Leistung bringen will.»

Begrüßt wurde von den deutschen Spitzenathleten die Ankündigung des Weltverbandes, dass es bei den Weltmeisterschaften erstmals seit sechs Jahren wieder Bluttest geben werde. «Das kann man nur unterstützen», sagte Olympiasiegerin Steffen. Biedermann, der oftmals das Fehlen solcher Tests bemängelt hatte, freute sich über den richtigen Schritt - und schon jetzt auf die Wettkämpfe mit 181 Ländern. «Es soll jetzt endlich los gehen.»

14 Medaillen aus 66 Entscheidungen sind das Ziel des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) bei den Titelkämpfen vom 16. bis 31. Juli in der chinesischen Metropole. Die 23 Beckenschwimmer um die Doppel-Weltmeister Biedermann und Steffen sollen mit sechs Medaillen - zweimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze - den Löwenanteil holen. Die Wasserspringer, die schon im Oriental Sports Centre trainieren und am Wochenende gleich zum Auftakt an der Reihe sind, sollen für vier Plaketten (0-1-3) gut sein. Die Freiwasserschwimmer um Rekord-Weltmeister Thomas Lurz sollen ebenfalls vier Medaillen (1-1-2) beisteuern.

Als einziger Weltjahresbester des DSV wird der Frankfurter Marco Di Carli nach Shanghai reisen. Über 100 Meter Freistil war in diesem Jahr keiner schneller als seine 48,24 Sekunden. Die Nummer 2 hinter Di Carli: Der unter Doping-Verdacht stehende Brasilianer Cesar Cielo. «Das ist ein schwebendes Verfahren. Aus beruflichen Gründen weiß ich, dass man sich da raus hält», sagte der angehende Kommissar, dem der Status als Nummer 1 derzeit nichts bedeutet. «Dafür kann man sich nichts kaufen. Es sind so enge Abstände da vorne bei den 100 Metern. Wenn ich Bestzeit schwimme im Finale, ist es ein super Ding.»

Vor zwei Jahren in Rom holten Biedermann und Steffen je zweimal Gold und damit mehr als die Hälfte der insgesamt sieben Weltmeistertitel des DSV, der damals Platz vier in der Nationenwertung belegte. «Die Form ist ganz okay, ich habe richtig Lust, schnell zu schwimmen», sagte die 27-jährige Steffen, die über ein Jahr lang ein Ernährungstagebuch führte und von 65 auf 60 Kilogramm abgenommen hat.

Am Freitag hebt der Flieger mit den deutschen Medaillenhoffnungen im Beckenschwimmen von Frankfurt aus ab. Ursprünglich hatte man zur besseren Anpassung eine frühere Abreise und Training in Japan geplant, aber wegen der Umweltkatastrophe dort wurde darauf verzichtet. «Auch wenn die Vorbereitung nicht hundertprozentig war, weil wir nicht nach Japan konnten. Der DSV hat das gut im Griff», meinte Steffen. Die Wettbewerbe der Beckenschwimmer beginnen am 24. Juli.

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