Biathlon-WM: Hauswald springt für Neuner ein. Frankreich siegt.

Pyeongchang. In Schweden haben sie es schon immer gewusst. "Die Mixed-Staffel ist der beste Wettkampf, weil viele Nationen zwei gute Frauen und Männer haben. Das gibt dem Biathlonsport die Würze", sagt Wolfgang Pichler, Cheftrainer der schwedischen Skijäger. Zugegeben, die Sichtweise des Mannes aus Ruhpolding ist subjektiv gefärbt.

Seit sein Team 2007 in Antholz in der jüngsten Disziplin Gold geholt hat, genießt diese Wettkampfform einen hohen Stellenwert. Ein Blick auf die Startlisten von Pyeongchang zeigt: Die Mixed-Staffel ist kein Auffangbecken der Enttäuschten mehr. Kein Gute-Laune-Bonbon, um frustriert herumhängende Ersatzleute zu besänftigen.

Nicht nur Weltmeister Frankreich hat am Donnerstag seine erste Garde ins Rennen geschickt. Auch die Schweden, die 6,2 Sekunden später mit einem völlig entkräfteten, gesundheitlich angeschlagenen Carl Johan Bergman ins Ziel gelaufen sind. Und das deutsche Quartett? Bronze. Weil Michael Greis beim finalen Schießen die Titelverteidigung verpatzt hat. "Der Wettkampf macht mir großen Spaß, aber es hat das Quäntchen Glück gefehlt", sagt der Olympiasieger aus Nesselwang.

Weil Magdalena Neuner mit einer Schniefnase aufgewacht ist, hat Vizeweltmeisterin Simone Hauswald erst beim Frühstück von ihrem Einsatz erfahren. Kurzfristig, aber nicht zu spät, um sich die zweite WM-Medaille abzuholen. "Ehrlicherweise bin ich schon mit dem Ziel hierher gefahren", sagt Hauswald, "aber ich wollte nicht, dass die Öffentlichkeit das erfährt." Die Grundlage für die Bronzemedaille hat der 21-jährige Arnd Peiffer mit einer "phänomenalen Leistung" (Bundestrainer Frank Ullrich) gelegt. Er war das stärkste Glied in der germanischen Viererkette.

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