Berti Vogts ist ein streitbarer Zeitgenosse und der letzte Bundestrainer, der einen Titel gewann – 1996 bei der EM.

Einer wie er „denkt“ Fußball: Berti Vogts wird 65 Jahre alt.
Einer wie er „denkt“ Fußball: Berti Vogts wird 65 Jahre alt.

Einer wie er „denkt“ Fußball: Berti Vogts wird 65 Jahre alt.

dpa

Einer wie er „denkt“ Fußball: Berti Vogts wird 65 Jahre alt.

Mönchengladbach. Am Freitag wird Berti Vogts 65 Jahre alt. Um dem Trubel im beschaulichen Kleinenbroich zu entgehen, hat sich der ehemalige Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und Spieler von Borussia Mönchengladbach rechtzeitig aus dem Staub gemacht: Im engsten Freundeskreis feiert der „Terrier“, wie ihn die Medien einst ob seiner bissigen Zweikämpfe und schonungslosen Attacken titulierten, seinen Geburtstag in wärmeren Gefilden – in Dubai, der Millionenstadt in den Vereinigten Arabischen Emirate.

Der Jubilar feiert 5000 Kilometer entfernt von seinem Wohnort

5000 Kilometer entfernt von seinem Wohnort und Stammlokal „Zur Traube“, in dem die Gladbacher Borussen zu Zeiten von Trainerlegende Hennes Weisweiler vor der Abfahrt zu den Bundesliga-Auswärtsspielen gerne zu essen pflegten.

Die „Akte Vogts“ wird im Sommer 2012 unweigerlich wieder hervorgekramt, auch wenn er als Cheftrainer von Aserbaidschan das Ticket zur EM in Polen und der Ukraine nicht hat einlösen können. Schließlich erlebte der fast 65-Jährige 1996 seinen größten Erfolg als Trainer, als er im Londoner Wembleystadion die deutsche Mannschaft zum Titelgewinn führte.

Der EM-Titel 1996 und seine Verbeugung vor den Fans

Und auch sein großer Auftritt nach dem 2:1-Sieg im Europameisterschafts-Endspiel gegen Tschechien ist haften geblieben: Mit tiefen Verbeugungen bedankte sich Vogts ehrfurchtsvoll für die Unterstützung der Fans. „Es war ein feierlicher Moment“, erinnerte er sich später an die „Begegnung“ mit den deutschen Anhängern vor der Fankurve. Der Triumph von Wembley vor 15 Jahren sollte bis heute der letzte Titelgewinn eines deutschen Nationalteams bleiben.

Der Ex-Nationalverteidiger sucht immer die Herausforderung

Und doch wird Europameister Vogts von vielen in erster Linie mit seinen Viertelfinal-Pleiten bei den Turnieren 1994 und 1998 in Verbindung gebracht. Der ehemalige Nationalverteidiger hat wie Günter Netzer und Jupp Heynckes wieder neue Herausforderungen gesucht. Auf die „Lichtgestalt“ Beckenbauer folgte nach dem WM-Gewinn 1990 „Terrier“ Vogts. Später betreute er die Teams von Kuwait, Schottland und Nigeria. Jetzt ist der Ex-Gladbacher in Aserbaidschan für die Nationalmannschaft verantwortlich. Mit ihr will Vogts die Qualifikation für die Fußball-WM 2014 in Brasilien schaffen.

Das Gastspiel in Leverkusen ist der Anfang vom Ende in der Liga

Vogts’ Versuch, als Trainer oder in anderer Funktion in der Bundesliga Fuß zu fassen, verlief erfolglos. Das Gastspiel bei Bayer 04 Leverkusen war der Anfang vom Ende. Seitdem verfolgt Vogts die Bundesliga mehr oder weniger aus der Distanz. Hin und wieder besucht er mit seinem Sohn Justin (22) Borussia Mönchengladbach. Doch nach Querelen mit VfL-Sportdirektor Max Eberl ist das Verhältnis zu „seiner“ Borussia erkaltet. Ehrenmitglied Vogts zahlt seine Tribünenkarte stets selbst.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren, das war auch Bertis Devise: Vom elternlosen kleinen Dorfkicker beim VfR Büttgen schaffte es der 18-Jährige 1965 zu Borussia Mönchengladbach, wo sein Stern am Fußball-Himmel kometenhaft aufging. 28 000 Mark überwies Borussia Mönchengladbach nach Büttgen, Vogts bekam ein Handgeld von 20 000 Mark (ein VW kostete um diese Zeit 5000 Mark).

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer