Der Ex-Nationalspieler wandelt in Trier auf schmalem Grat. 0:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln.

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Mario Basler sieht nicht aus wie ein glücklicher Trainer.

Mario Basler sieht nicht aus wie ein glücklicher Trainer.

dpa

Mario Basler sieht nicht aus wie ein glücklicher Trainer.

Trier. Man mag der idyllischen Stadt Trier viele Außergewöhnlichkeiten attestieren, aber der Fußball gehorcht auch dort den Gesetzen, die überall gelten. Nach vier Niederlagen in Folge in der Regionalliga gerät beim ehemaligen Zweitligisten auch ein immerhin prominenter Trainer wie Mario Basler unter Druck.

"Das ist bei uns wie bei den Bayern", sagt der ältere Mann an der altehrwürdigen Trierer Stadionkasse mit einer Miene, die für Basler mittel- bis kurzfristig nichts Gutes erahnen lässt.

Der Kassenmann mit der schlechten Laune lässt rund 10.700 Zuschauer passieren, fast alle tragen Römerhelme aus Pappe und sind bereit für den nächsten Trierer Pokalkampf. Sie haben eine Zusatztribüne aufgebaut im Moselstadion, aber all diese Euphorie mag der fleißige Kassierer nicht mitleben. "Da passt momentan gar nichts", schimpft er über die Blau-Schwarzen.

Dabei hat der Trainer Basler mit den Seinen in der laufenden DFB-Pokalrunde zuerst Hannover 96 und dann Arminia Bielefeld aus dem Wettbewerb genommen. Aber das Brot verdient sich auch der Viertligist im harten Liga-Alltag. Ob auch dort - vor gewöhnlich 2000 Zuschauern - der trierische Mundartsänger Wilhelm Leyendecker die Spiele mit seiner stimmungsvollen Hymne eröffnet?

Das ganze Schauspiel wirkt anrührend, ursprünglichster Fußball, aber nach 30 Minuten ist das alles nur noch Makulatur und viele Römerhüte bereits weggepfeffert.

Zwei Tore von Novakovic und Mohamad beenden Triers Traum

Köln hat durch Milivoje Novakovic nach einer Vorlage des nach seiner Rotsperre zurückgekehrten Maniche die Führung erzielt (25.). Und der Verteidiger Youssef Mohamad hat nur vier Minuten später ganz humorlos nach einer von Lukas Podolski geschlagenen und verlängerten Ecke mit einem Abstauber nachgelegt. 2:0 für Goliath, das mag kein David.

Die Gäste aus der Bundesliga dürfen für sich in Anspruch nehmen, dem Viertligisten nicht eine Minute mit arroganter Überheblichkeit begegnet zu sein, kontrollieren das Spiel und sind läuferisch wie technisch deutlich überlegen. Basler, in dunklem Anzug und Lodenmantel zumindest visuell ins seriöse Fach gewechselt, tauscht nach 35 Minuten zwei Mal aus, auch Ex-Profi Markus Anfang muss raus.

Jetzt sind Trierer Kämpfer gefragt. Doch die Kölner Gäste lassen an dem Ort, an dem sie noch vor drei Jahren um Meisterschaftspunkte in der 2. Bundesliga gespielt hatten, auch nach der Pause gegen seltsam gehemmte Gastgeber nicht nach. Nach Podolskis sehenswertem Pfostenschuss aus 35 Metern erzielt Maniche mit einem abgefälschten Fernschuss das 3:0, das keinen Raum für Trierer Träume lässt. Die Kölner Fans skandieren in den letzten Minuten hämisch "Basler raus".

Am Ende steht Köln im ersehnten DFB-Pokal-Viertelfinale. Und Trier spielt am Samstag bei Borussia Mönchengladbach II, Basler vielleicht dort schon um seinen zweiten Trainerjob. Sein Ratschlag an alle: "Werden sie nie Trainer."

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