Zugemacht
Der Franzose Mickael Gelabale (r) versperrt mit seiner Hand den Weg zum Korb für Steffen Hamann.

Der Franzose Mickael Gelabale (r) versperrt mit seiner Hand den Weg zum Korb für Steffen Hamann.

Dirk Nowitzki kam nicht so häufig zu guten Wurfmöglichkeiten wie in den vorangegangenen Spielen.

Bundestrainer Dirk Bauermann zeigt den nächsten Spielzug an.

Chris Kaman (r) schiebt mit seinem Körper Joakim Noah nach hinten.

Tony Parker (r) enteilt Tim Ohlbrecht auf dem Weg zu zwei seiner insgesamt 32 Punkte.

Chris Kaman (l) verliert zu Spielbeginn den Sprungball gegen Joakim Noah.

Der deutsche Superstar Dirk Nowitzki (l) wird vom Franzosen Kevin Seraphin entscheidend am Wurf gestört.

dpa, Bild 1 von 7

Der Franzose Mickael Gelabale (r) versperrt mit seiner Hand den Weg zum Korb für Steffen Hamann.

Siauliai (dpa) - Frankreichs Superstar Tony Parker hat den deutschen Basketballern bei der EM in Litauen die ersten Niederlage zugefügt. Der Spielmacher von den San Antonio Spurs stahl beim 65:76 (28:29) mit einer Galavorstellung und 32 Punkten auch NBA-Champion Dirk Nowitzki die Show.

«Tony Parker war überragend. Er war heute zu stark für uns», lobte der deutsche Star den Franzosen, forderte aber sich und seine Teamkollegen auf, nun zu reagieren. «Es war eine harte Niederlage, aber das darf uns nicht umwerfen.»

Der Würzburger war mit 20 Punkten zwar erneut bester deutscher Werfer, konnte die deutliche Niederlage aber auch nicht verhindern. Damit verpasste das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann den vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde.

«Wir haben sehr gut angefangen und stark aufgehört. Doch alles in allem war die Verteidigung der Franzosen sehr stark. Der Sieg geht in Ordnung», meinte der Coach. Er kritisierte allerdings auch die Schiedsrichter, die Fouls an Nowitzki zu selten geahndet hätten. «Dirk hätte sicher mehr Freiwürfe bekommen müssen.»

Trotz der Lehrstunde haben Nowitzki und Co. nach den beiden Auftaktsiegen im litauischen Siauliai gegen Israel und Italien weiter gute Chancen auf das Weiterkommen. Im 57. Vergleich mit den Franzosen war es die 37. Niederlage für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB).

Am Samstag hat die deutsche Mannschaft spielfrei. «Wir haben einen freien Tag. Den müssen wir zum Regenerieren nutzen und dann gegen die Serben wieder voll da sein», meinte Nowitzki. Am Sonntag wartet in den noch ungeschlagenen Serben der nächste schwere Brocken.

Die Entscheidung gegen das deutsche Team fiel im dritten Viertel, das die Equipe Tricolore mit 29:12 für sich entschied und damit uneinholbar davonzog. Bauermann erkannte spätestens in dieser Phase, dass es für seine Mannschaft an diesem Tag nichts zu gewinnen gab und ließ Nowitzki und NBA-Center Chris Kaman längere Zeit auf der Bank.

Dabei hatte das deutsche Team zunächst einen furiosen Start hingelegt. Von den Strapazen des Kampfspiels gegen Italien am Vortag war anfangs nichts zu spüren. Vor allem Nowitzki und Kaman waren sofort auf Betriebstemperatur und sorgten gemeinsam für eine schnelle 11:2-Führung. Kaman spielte im Center-Duell mit dem 26 Jahre alten Joakim Noah, Sohn des ehemaligen Tennis-Stars Yannick Noah, seine größere Routine aus und dominierte in den ersten zehn Minuten unter den Körben.

Doch Mitte des ersten Abschnitts fanden die Franzosen besser ins Spiel, auch weil in der DBB-Equipe außer Nowitzki und Kaman niemand traf. Bei den Franzosen drehte Parker immer mehr auf. Der 29-Jährige, schon vor der Partie von Nowitzki als «einer der besten Aufbauspieler der Welt» geadelt, war überhaupt nicht in den Griff zu bekommen. Schon zur Pause hatte Parker 15 Punkte auf dem Konto und sorgte so für eine knappe 29:28-Pausenführung der Franzosen. Da halfen auch zwölf Punkte von Nowitzki nichts.

Nach dem Seitenwechsel ging das deutsche Team dann phasenweise komplett unter. Parker machte mit der deutschen Defensive, was er wollte, und brach damit den Widerstand der nun sichtlich müden deutschen Riesen, denen auch im Schlussabschnitt nicht mehr viel gelingen wollte.

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