Hartes Duekl
Blake Griffin (l) von den Los Angeles Clippers und Marreese Speights von den Memphis Grizzlies im Duell. Foto: Paul Buck

Blake Griffin (l) von den Los Angeles Clippers und Marreese Speights von den Memphis Grizzlies im Duell. Foto: Paul Buck

dpa

Blake Griffin (l) von den Los Angeles Clippers und Marreese Speights von den Memphis Grizzlies im Duell. Foto: Paul Buck

Boston (dpa) - Große Namen, kleine Leistung, mehr Verletzungen, weniger Punkte - willkommen zur Mogelpackung NBA. Nordamerikas Basketball-Elite-Liga steht nach knapp einem Drittel der Saison nicht für großartigen Sport, sondern schlichtweg für Durchschnitt.

«Big Things will happen», tönt das NBA-Motto der Saison. Doch derzeit sind jedoch nur die Sorgenfalten bei Spielern, Fans und Trainern groß. Ein Monat der Vorrunde ist vorbei, und alle bekommen die Folgen des langen Lockouts und der dadurch auf zwei Wochen verkürzten Vorbereitung knallhart zu spüren. Superstars wie Dirk Nowitzki (Knie), Dwyane Wade (Miami/Knöchel) und Derrick Rose (Chicago/Zeh) sind verletzt. Die Qualität der Partien kommt oft denen von Testspielen gleich.

«Wir wissen alle, dass es der Liga ums Geld geht. Je mehr Spiele es gibt, desto mehr Geld wird verdient», klagt Dirk Nowitzki. Der Kapitän von Meister Dallas Mavericks fällt seit mehr als einer Woche aus. Sein Knie zwickt, die Kondition fehlt. Folgen von Überlastung und einer Vorbereitung, die ihren Namen nicht verdient. Für gewöhnlich dauern die Trainingscamps vier bis fünf Wochen - diesmal waren es nur 16 Tage.

Nachdem sich Profis und Teambesitzer Ende November auf einen neuen Tarifvertrag einigten, wollte Commissioner David Stern mit aller Macht die quotenträchtigen Spiele am 1. Weihnachtstag retten und seine Liga somit gleich wieder ins Glanzlicht rücken. Er legte den frustrierten Fans Partien wie Dallas gegen Miami, LA Lakers gegen Chicago Bulls und New York Knicks gegen Boston Celtics auf den Gabentisch. «Fans, packt eure Geschenke aus und dann schaut Basketball», lautete die Weihnachts-Botschaft von Miamis Star LeBron James.

Es war der Auftakt zu einer Saison, wie sie die NBA noch nicht erlebt hat. 66 Spiele in vier Monaten, mitunter fünf Partien an sechs Tagen und für jedes Team mindestens einmal drei Spiele innerhalb von 48 Stunden. «Denen geht es wirklich nicht all zu sehr um das Produkt», schimpft Nowitzki. Derzeit vermelden nur die Houston Rockets und die Orlando Magic keine Verletzten. Andere indes müssen auf bis zu sechs Spieler verzichten.

«Einige von uns brauchen dringend eine Pause, um aufzutanken», warnt Lakers-Star Kobe Bryant. Im Vorjahr kam sein Team im Schnitt auf 101,5 Punkte - jetzt sind es 92,5. Champion Dallas (91,8) war mit 100,2 Zählern in der Vorsaison eines von elf Teams, das im Schnitt dreistellig traf. Derzeit erreichen nur die Denver Nuggets und Miami Heat diesen Wert.

Der Punkteschnitt der Liga ist gegenüber 2010/11 von 99,6 Zähler auf 94,6 gesunken, die Trefferquote ebenfalls gefallen. Ergebnisse wie der 73:70-Sieg der Lakers gegen Dallas sind nicht das Ergebnis von besserer Verteidigung, sondern resultieren aus Fehlpässen, Fehlwürfen und fehlender Form. Die Lakers haben seit zwölf Spielen keine 100 Punkte mehr erzielt - so offensivschwach waren die Kalifornier zuletzt 2004.

Alle sind sich einig, dass das Niveau steigen wird. Die Fans warten sehnsüchtig darauf. Sie zahlen schließlich für ein Premium-Produkt. Die New York Knicks beispielsweise haben die Ticketpreise um 49 Prozent erhöht - aber nicht für eine Mogelpackung.

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