Nach der Halbzeit kommt auch James in der Offensive zu spektakulären Aktionen. Foto: Christian Petersen
Nach der Halbzeit kommt auch James in der Offensive zu spektakulären Aktionen. Foto: Christian Petersen

Nach der Halbzeit kommt auch James in der Offensive zu spektakulären Aktionen. Foto: Christian Petersen

Im richtigen Moment kommt James (r)gegen den heranfliegenden Tiago Splitter zur Hilfe. Foto: Mike Segar

Hoch über dem Ring blockt James den überraschten Splitter. Foto: Larry W. Smith

Der Ball wird Splitter regelrecht aus der Hand geschlagen. Foto: Lynne Sladky

Tim Duncan macht das schwächste Spiel seiner langen Final-Karriere. Foto: Larry W. Smith

Chris Andersen hat eine Lücke in der Spurs-Abwehr gefunden. Foto: Larry W. Smith

Chris Andersen hat eine Lücke in der Spurs-Abwehr gefunden. Foto: Larry W. Smith

dpa, Bild 1 von 7

Nach der Halbzeit kommt auch James in der Offensive zu spektakulären Aktionen. Foto: Christian Petersen

Miami (dpa) - Der Meister macht Ernst: Mit einem souveränen 103:84-Heimsieg gegen die San Antonio Spurs haben sich die Miami Heat eindrucksvoll in den NBA-Finals zurückgemeldet.

«Wenn wir mit dem Rücken zur Wand stehen, antworten wir angemessen und das treibt uns durch den Rest der Serie», sagte Chris Bosh nach dem 1:1-Ausgleich in den Endspielen der nordamerikanischen Basketball-Profiliga. «Wenn wir einmal zurückblicken, war es vielleicht das Beste, dass wir Spiel eins verloren haben.»

Drei Tage nach der überraschenden 88:92-Heimniederlage war der Druck auf den Titelverteidiger groß - doch Miami reagierte im Stile eines Champions. Seit den Chicago Bulls 1991 hatte kein Team mehr nach einer Auftakt-Niederlage die zweite Partie so klar gewonnen. «Wir haben nicht gut gespielt, schlecht geworfen, ich war furchtbar», resümierte San Antonios Tim Duncan. Der 37 Jahre alte Routinier erzielte nur neun Punkte und stellte im 24. NBA-Finalspiel seiner großartigen Karriere mit einer Trefferquote von 23 Prozent aus dem Feld einen persönlichen Minusrekord auf.

Dabei sah zunächst nichts nach einer Demontage für die Gäste aus. Heat-Superstar LeBron James erwischte eine schwache erste Halbzeit, verzeichnete lediglich vier Punkte, so dass Miami nur mit einer knappen 50:45-Führung in die Pause ging. Als Danny Green Mitte des dritten Viertels das 62:61 für die Spurs erzielte, deutete vieles auf ein erneut enges Match hin. Doch dann spielte nur noch Miami. Innerhalb von acht Minuten zog der Meister dank eines 33:5-Zwischenspurts uneinholbar davon. «Sie haben uns einfach überrannt», meinte San Antonios Argentinier Manu Ginobili treffend.

Miami spielte wie im Rausch, die Zuschauer taten ihr übriges und die Spurs waren schlichtweg chancenlos. «Wir haben den Ball nicht gut bewegt und sie haben uns unglaublich unter Druck gesetzt», sagte Ginobili. Er verbrachte den Großteil des Schlussabschnitts ebenso wie Duncan und Spielmacher Tony Parker auf der Bank. Spurs-Trainer Gregg Popovich hatte längst gemerkt, dass gegen diese heißen Heat an diesem Abend nichts mehr zu machen war und schonte seine Stars.

Den Höhepunkt der Acht-Minuten-Show lieferte James. Beim Stand von 86:67 wollte San Antonios Tiago Splitter dunken - doch James stieg hoch, fuhr seinen rechten Arm aus und stoppte den Brasilianer unmittelbar vor dem Ring mit einem Monsterblock. «Ich habe mir gesagt: Entweder er dunkt mich zu Boden oder aber ich blocke ihn. Zum Glück hatte ich das bessere Ende für mich», meinte James. Er brachte es letztlich auf für ihn bescheidene 17 Punkte, bediente aber in der zweiten Halbzeit immer wieder Miamis Drei-Punkte-Spezialisten Mike Miller und Ray Allen.

Erfolgreichster Werfer des Heimteams war keiner der Topstars, sondern mit 19 Punkten Mario Chalmers. «In dieser Serie kommt es auf Kleinigkeiten an. LeBron kam anfangs nicht in seinen Rhythmus, doch dann sind andere in die Bresche gesprungen», stellte Heat-Trainer Erik Spoelstra zufrieden fest. Trotz der ersten Niederlage nach zuvor sieben Siegen, hat San Antonio immer noch den Heimvorteil. Die kommenden drei Partien werden in Südtexas ausgetragen. «Miami hat die richtige Antwort auf Spiel eins gegeben, hoffentlich gelingt uns das jetzt auch zu Hause», so Duncan.

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