Lächeln
NBA-Legende Earvin «Magic» Johnson erfuhr vor 20 Jahren, dass er HIV hat. Foto: Michael Reynolds

NBA-Legende Earvin «Magic» Johnson erfuhr vor 20 Jahren, dass er HIV hat. Foto: Michael Reynolds

dpa

NBA-Legende Earvin «Magic» Johnson erfuhr vor 20 Jahren, dass er HIV hat. Foto: Michael Reynolds

Los Angeles (dpa) - Sein Lächeln ist geblieben: Auch als Basketball-Rentner verzaubert Earvin Johnson mit seiner magischen Art noch einen ganzen Saal.

Vor den Stipendiaten seiner Stiftung sprach «Magic» kürzlich launig über seine Zeit im legendären Dream Team, seine fünf NBA-Titel mit den Lakers - und auch den Moment, der vor 20 Jahren die Sportwelt schockte. «Ich habe gegen die Besten der Besten gespielt, Michael Jordan, Larry Bird. Ich dachte immer, dass wäre das Härteste in meinem Leben», erinnerte der 52-Jährige in seiner Heimat Los Angeles, «aber nach Hause zu fahren, um meiner Frau Cookie zu sagen, dass ich HIV habe, war wirklich das Härteste».

Dass Johnson auch zwei Jahrzehnte nach der erschütternden Diagnose wie einst auf dem Feld noch voller Elan auftritt, hätten auch seine damaligen Weggefährten kaum für möglich gehalten. «Oh mein Gott, Magic wird sterben», berichtet sein enger Freund und härtester Rivale Larry Bird von den Boston Celtics im gemeinsamen Buch «When the Game was ours» über die ersten Gedanken im Herbst 1991. Am 7. November wandte sich Johnson, der als 2,06 Meter große Point Guard das Aufbauspiel revolutionierte, an die amerikanische Öffentlichkeit und gab sein Karriereende bekannt.

Ein Rückzug ins Private und der alleinige Kampf mit der Krankheit kam für den heutigen Geschäftsmann schon damals nicht infrage. «Ich habe nie gedacht, dass ich sterben werde, dafür bin ich nicht der Typ. Ich bin mein ganzes Leben ein Wettkämpfer gewesen», beschreibt Johnson seinen Umgang mit der Immunschwäche. Eine Kombination zahlreicher Medikamente verhinderte den Ausbruch der Krankheit. «Die Medizin hat ihren Teil getan, ich habe meinen Teil getan und Gott hat seinen Teil getan», erklärte Johnson.

Seine ganze Kraft widmete er der AIDS-Aufklärung und zerrte das Tabuthema in die breite Öffentlichkeit. Mit Hilfe seiner Persönlichkeit räumte er auch mit dem wohl größten Vorurteil auf: Jeder war in Gefahr, nicht nur Homosexuelle.

Nachdem er mit seinen US-Kollegen noch das Publikum bei Olympia 1992 in Barcelona verzückt hatte, beließ er es aber aus Rücksicht auf die Sorgen seiner Kontrahenten schweren Herzens bei zwei Kurz-Comebacks. «Die Spieler waren so verängstigt, dass sie sich mit HIV infizieren, wenn sie nur gegen mich spielen», berichtete Johnson, kann aber nun über seine damalige Verbitterung hinweglächeln: «Sie wollten nur nicht, dass die Lakers wieder stark werden.»

Die Anteile an seinem geliebten Club, für den er dreimal zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt wurde, hat Johnson inzwischen verkauft. Nachdem er auch als TV-Kommentator und Motivationssprecher das Rampenlicht suchte, konzentriert er sich heute vor allem auf seine AIDS-Stiftung und seine Unternehmensgruppe. «Vergesst all den Basketballkram», sagte Hall-of-Fame-Mitglied Charles Barkley zu seinem Engagement, «die finanziellen Möglichkeiten, die er armen Menschen in seinen Gemeinden geschaffen hat, sind das Bemerkenswerteste, das er jemals getan hat».

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