EM-Qualifikation
Das Team von Bundestrainer Frank Menz (M.) will zur Europameisterschaft 2015. Foto: Daniel Loeb

Das Team von Bundestrainer Frank Menz (M.) will zur Europameisterschaft 2015. Foto: Daniel Loeb

dpa

Das Team von Bundestrainer Frank Menz (M.) will zur Europameisterschaft 2015. Foto: Daniel Loeb

Barcelona (dpa) - Nach der umstrittenen Wildcard-Vergabe an ein Europa-Trio und Olympia-Gastgeber Brasilien dürfen Deutschlands Basketballer auf eine lösbare Aufgabe in der EM-Qualifikation hoffen.

Das Team von Bundestrainer Frank Menz muss am Montag als gesetzter Gruppenkopf bei der Auslosung in Barcelona zwar einen Krachergegner wie Russland oder Mazedonien fürchten. Da allerdings sechs der sieben Zweitplatzierten der Dreier- oder Vierergruppen den Sprung zum Kontinentalturnier 2015 in der Ukraine schaffen, sollte die zwölfte EM-Teilnahme nacheinander zur Formsache werden.

Zuvor hatte die Zuteilung der letzten vier WM-Tickets für Aufsehen gesorgt. Neben Brasilien dürfen auch Griechenland, Türkei und Finnland mit dem früheren Bundestrainer Henrik Dettmann zur Weltmeisterschaft nach Spanien (30. August - 14. September). «Das ist sehr erfreulich für uns alle nach den Dekaden harter Arbeiten im finnischen Basketball», sagte Dettmann, der sein Team bei der vergangenen EM auf den überraschenden neunten Platz geführt hatte. Die drei neuen europäischen WM-Teilnehmer sind nun automatisch auch für die nächste EM qualifiziert; die Türkei scheidet damit als möglicher deutschen Qualifikationsgegner aus.

Kritik für die Vergabepraxis des Weltverbands FIBA gab es erneut aus Italien, das wie Deutschland und Topfavorit China seine ursprüngliche Kandidatur zurückgezogen hatte. «Wir hätten dabei sein können, wenn wir bezahlt hätten. Ich sage nochmals, das war ethisch nicht richtig in diesem Moment. In keinem anderen Sport wird für die Wildcards bezahlt», schimpfte Gianni Petrucci, Präsident des italienischen Basketball-Verbandes, laut «Gazzetta dello Sport». «Viele Verbände sind wütend.»

Für die Wildcard hatte die FIBA eine nicht spezifizierte Gebühr gefordert. «Das offenzuhalten bis zum Schluss und eine Art Pokerrunde daraus zu machen: Das geht nicht», hatte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball Bundes, betont.

Die Beschwerden hatte die FIBA zurückgewiesen und erklärt, die «Spende» sei eines von mehreren Kriterien gewesen. Diese soll unter anderem der Entwicklung der Spielart 3x3 zu Gute kommen, mit der sich der Weltverband Hoffnungen auf die Aufnahme ins olympische Programm macht. «Alle vier Teams haben die totale Bereitschaft ihrer besten Spieler zur Teilnahme an der WM 2014 erklärt», begründete FIBA-Generalsekretär Patrick Baumann die Wahl. Wegen einer Umgestaltung des Spielplans wurden allerdings zum letzten Male Wildcards vergeben.

Bei der WM dabei ist Senegal. Der Dritte der Afrikameisterschaft sei einem drohenden Ausschluss entkommen, weil sich der nationale Verband zu einer kompletten Neuaufstellung bereiterklärt habe, teilte die FIBA weiter mit.

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