Bamberg (dpa) - Die Rekordjagd ist vorbei. Ausgerechnet beim Tabellenletzten der Basketball-Bundesliga kassierten die Brose Baskets Bamberg nach 17 Siegen in Serie mit dem 69:72 (40:38) bei den Gloria Giants Düsseldorf die erste Saisonniederlage.

Die Korbjäger aus Oberfranken führen trotz der peinlichen Pleite weiterhin die Tabelle an, haben aber die Chance vertan, die Bestmarke von Alba Berlin aus der Saison 2000/2001 von 24 Siegen in Serie zu knacken.

«Es ist egal, ob wir 17 Spiele gewonnen haben, es ist egal wie viele Titel wir in 2010 gewonnen haben ­ wir müssen endlich lernen, kleine Guards vor uns zu halten und konzentriert zu verteidigen», kritisierte Bambergs Coach Chris Fleming vor allem die lasche Einstellung beim deutschen Meister und Pokalsieger.

Der Amerikaner räumte aber ein, dass Düsseldorfs Sieg absolut verdient war: «Düsseldorf war besser. Unser Spiel war in einigen Phasen von zu wenig Intensität geprägt. Das waren genau die Phasen, in denen Düsseldorf das meiste Herz gezeigt hat».

Bester Werfer bei den Franken, die die Liga bislang nach Belieben beherrscht hatten, war Kyle Hines mit zwölf Punkten. Bei den Hausherren, für die es erst der dritte Saisonsieg war, überzeugten Steven Wright und DeAndre Haynes mit je 18 Zählern.

«Wir haben gesagt, dass wir einfach guten Basketball spielen wollen, ohne aufs Scoreboard zu schauen und in der Halbzeit zu gucken, was möglich ist», berichtete Giants-Trainer Murat Didin: «Als es da 38:40 stand, haben wir uns gesagt:, Es ist möglich!`. Wir haben die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir es schaffen können, haben uns in keiner Phase demoralisieren lassen und hatten am Ende auch das Glück auf unserer Seite».

Der Sensations-Sieg hat den Rheinländern neuen Mut im Kampf um den Klassenverbleib gegeben. «Unser Kampf ist aber nicht zu Ende, es sind auch nur zwei Punkte. Wir müssen weiter kämpfen, weiter hart arbeiten», betonte Didin.

Die Bamberger mussten in Düsseldorf auf John Goldsberry verzichten, der von der Basketball-Bundesliga (BBL) für ein Spiel gesperrt worden war. Der Amerikaner war im Derby gegen BBC Bayreuth wegen eines Kopfstoßes gegen BBC-Spieler Jared Reiner disqualifiziert worden. Brose hat das Urteil akzeptiert, stellt sich aber entschieden vor seinen Spieler.

«Die Darstellung der BBL ist für uns nicht akzeptabel», stellte Manager Wolfgang Heyer fest, «Goldsberry erhielt, wie im Bericht von Schiedsrichters Robert Lottermoser festgehalten wurde, einen Tritt von Jared Reiner gegen das Knie. Alles, was danach auf dem Feld passierte, wurde durch diesen Tritt ausgelöst».

Alba Berlin hat dagegen die überraschende Auswärtsniederlage in Tübingen weggesteckt und sein erstes Heimspiel im neuen Jahr gewonnen. Durch den 75:60 (41:25)-Sieg im Ostderby gegen den Mitteldeutschen BC sorgte der Hauptstadtclub vorerst für Ruhe im Umfeld und kletterte auf den dritten Tabellenrang. Der Gast aus Sachsen-Anhalt befindet sich nach der vierten Niederlage in Serie weiter in Abstiegsgefahr.

Die Berliner begannen extrem nervös, kaum ein Wurf traf das Ziel. Langsam fand der ehemalige Meister in die zerfahrene und hart geführte Partie. Mit einer 14:0-Serie kurz vor der Pause setzten sich die Berliner jedoch deutlich ab. Albas bester Schütze war Julius Jenkins mit 16 Punkten. Bei den Gästen traf Robert Ross mit 13 Punkten am häufigsten.

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