Hagens Coach Ingo Freyer hat den Spielern temporeichen Basketball verordnet. Foto: Sebastian Kahnert
Hagens Coach Ingo Freyer hat den Spielern temporeichen Basketball verordnet. Foto: Sebastian Kahnert

Hagens Coach Ingo Freyer hat den Spielern temporeichen Basketball verordnet. Foto: Sebastian Kahnert

dpa

Hagens Coach Ingo Freyer hat den Spielern temporeichen Basketball verordnet. Foto: Sebastian Kahnert

Hagen (dpa) - Bamberg dominiert die Konkurrenz, der FC Bayern bietet mit seinen Fußball-Stars das prominenteste Publikum - . das größte Spektakel bekommen die Basketball-Fans in dieser Saison aber in Hagen zu sehen.

Mit ihrem temporeichen Offensivstil und der besten Hinserie der Vereinsgeschichte ist Phoenix im vierten Bundesliga-Jahr überraschend in den Kreis der Playoff-Kandidaten aufgestiegen. «In zwei der vergangenen drei Jahre haben wir bis zum letzten Spieltag gebraucht, um drinzubleiben. Das prägt so ein bisschen, deshalb gucken wir natürlich immer mit anderthalb Augen nach unten», sagt Geschäftsführer Oliver Herkelmann zu Beginn der Rückrunde.

Mit einem Sieg bei den Gießen 46ers am Samstag könnte der Sprung auf den achten Platz und damit einen K.o.-Rundenrang gelingen - vor neun Monaten stand dieses Aufeinandertreffen noch unter ganz anderen Vorzeichen. Im direkten Duell ging es um den Abstieg, Hagen jubelte, Gießen blieb nur dank einer Wildcard erstklassig. Der von der Pleite bedrohte Bundesliga-Dino ist derzeit abgeschlagen Letzter und muss bis Ende Januar 150 000 auftreiben, um den Spielbetrieb aufrechterhalten zu können.

Am Rande des Ruhrgebiets hat Hagens Trainer Ingo Freyer mit der Kultivierung der ganz eigenen «Run&Gun» («Laufen&Schießen»)- Philosophie hingegen den Aufschwung geschafft. «Hagen ist eines der besten Offensivteams der Liga, das an einem guten Tag problemlos mehr als 100 Punkte erzielen kann», lobt Gießens Coach Mathias Fischer. Mit 84,1 eigenen Zählern pro Partie kommt Phoenix auf den höchsten Schnitt der Liga.

Das Spiel mit dem Fokus auf schnelle Abschlüsse und Fast-Breaks birgt allerdings auch stets die Gefahr, selbst überrollt zu werden - wie bei der 51-Punkte-Niederlage (62:113) in Oldenburg. «ALBA Berlin oder Bamberg kann man nicht dazu zwingen, von ihrem Spiel wegzugehen. Viele andere Teams aus dem mittleren Bereich gehen aber auf unser Tempo ein», erklärt Herkelmann das Erfolgsgeheimnis. «Es ist schön, einen eigenen Stil zu haben, in dem alle aufgehen, Fans, Spieler, Trainer, Verantwortliche.»

Mit etwa 2,2 Millionen Euro Umsatz in dieser Saison sieht sich Hagen finanziell noch im «unteren Fünftel oder Sechstel». Zudem war der Club aus der Stadt des insolvent gegangenen Gründungsmitglieds Brandt Hagen zeitweise durch den kostenintensiven Umbau der neuen Enervie Arena zurückgeworfen worden, weshalb nach dem Aufstieg sogar zunächst der Umzug in eine alte Industriehalle erfolgte. «In der Saison 2014/15 ist das Ziel, in die Playoffs zu kommen», formuliert Herkelmann nun die mittelfristige Kalkulation.

Eigentlich hätte für Hagen der Start in die Rückrunde schon am vergangenen Mittwoch gegen Oldenburg erfolgen sollen - weil die Arena jedoch unter der Woche wegen Schulsports nicht zur Verfügung steht, findet die Partie nun später statt. Ein Problem, das sich für den insgeheim erträumten Idealfall nicht stellen wird. «Die Halle wäre frei für nach Möglichkeit zwei Spiele im Viertelfinale», berichtet Herkelmann.

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