Routinier
Jan-Hendrik Jagla ist bei ALBA derzeit gut in Form. Foto: Daniel Naupold

Jan-Hendrik Jagla ist bei ALBA derzeit gut in Form. Foto: Daniel Naupold

dpa

Jan-Hendrik Jagla ist bei ALBA derzeit gut in Form. Foto: Daniel Naupold

Berlin (dpa) - Der 83:73-Erfolg über Bayreuth bedeutete einen neuen Clubrekord, doch die Basketballer von ALBA Berlin sind gedanklich schon beim Pokal-Viertelfinale gegen Bonn.

«Am Mittwoch geht es um alles oder nichts. Wenn wir das Spiel verlieren, ist der Rekord komplett egal», sagte Manager Marco Baldi. Mit dem 15. Sieg in Serie hatte sich seine Mannschaft in die Vereinschronik eingeschrieben. «Wir können uns keine Zufriedenheit, kein Durchatmen erlauben, denn wir wollen unbedingt ins Final-Turnier des Pokals und unseren Titel verteidigen», meinte Baldi.

Gegner am Mittwoch sind die Telekom Baskets Bonn, gegen die die Berliner in dieser Spielzeit schon dreimal antreten mussten. Davon gewann ALBA zwei Partien. «Bonn ist nach wie vor eine der spielstärksten Mannschaften der Liga. Sie leben von Jared Jordan», sagte Baldi. Schon viele Mannschaften hätten sich vorgenommen, den US-amerikanischen Spielmacher auszuschalten, doch nur den wenigsten sei das gelungen. «Wenn wir das schaffen, ist der Fisch geputzt», meinte Baldi.

Zudem konnten die Albatrosse in den jüngsten Partien immer mehr auf Nationalspieler Jan Jagla bauen. Schon beim dramatischen Eurocup-Sieg im ukrainischen Juschne übernahm der 32-Jährige Verantwortung und führte ALBA per Dunking in die Verlängerung. Gegen Bayreuth steuerte Jagla 14 Punkte bei und nahm einige wichtige Schüsse. «Jagla hilft uns in dieser belastenden Phase der Saison sehr. Der hat kein Zitterhändchen», lobte Baldi.

Auch Trainer Sasa Obradovic, der schon oft über die Defensiv-Schwäche des Nationalspielers schimpfte, scheint ihm immer mehr Vertrauen und Spielzeit zu geben. «Das war heute schon eine Tortur, jetzt will ich erstmal ein bisschen die Beine hochlegen», sagte Jagla nach einer strapazierenden Woche mit der Chaos-Reise in die Ukraine und zwei Spielen in 45 Stunden. Er hat zunächst einmal genug von Busfahren und Basketball. Manager Baldi vermutet sogar, dass ALBA noch ein bis zwei Wochen an der harten Auswärtsfahrt zu knabbern hat: «Die Körner fehlen, die kann man nicht herbeibeamen.»

Die Berliner waren erst 45 Stunden zuvor von einer chaotischen Eurocup-Reise zurückgekehrt. «Ich bin stolz auf mein Team, das zwei Nächte im Bus hinter sich hat. Es war nicht zu übersehen, dass die Körper nicht immer so wollten, wie der Kopf», sagte Obradovic.

Die Artland Dragons kassierten derweil ein überraschendes 78:79 nach Verlängerung vor heimischer Kulisse im Niedersachsen-Duell mit den New Yorker Phantoms Braunschweig. Damit rutschte das Team aus Quakenbrück vorerst hinter die Telekom Baskets Bonn auf Rang sechs. Bei den Dragons ragte Kapitän Anthony King mit 22 Punkten heraus, bei den Phantoms Isaiah Swann (19). «Braunschweig hat uns zu schlechten Entscheidungen gezwungen. Wir hatten daraus ein paar Ballverluste, weshalb wir das Spiel verloren haben», räumte Artland-Coach Tyron McCoy ein.

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