Michael Ballack hat seine große Karriere beendet. Der 36-Jährige musste einsehen, dass die Zeit dafür reif ist.

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Begehbar auf einem überdimensionalen Werbeplakat 2006: Michael Ballack, der Star von einst.

Begehbar auf einem überdimensionalen Werbeplakat 2006: Michael Ballack, der Star von einst.

dpa

Begehbar auf einem überdimensionalen Werbeplakat 2006: Michael Ballack, der Star von einst.

Düsseldorf. Gewünscht hat es ihm keiner. Diesen ganz speziellen Verlauf einer Karriere. Von allerhöchsten Höhen mit der deutschen Nationalmannschaft und dem FC Chelsea in der englischen Premier League bis zu dem unwürdigen Abschied von Bayer 04 Leverkusen, wo am Ende alle nur noch feststellen konnten, dass ein Plan nicht aufgegangen war.

Die Laufbahn von Michael Ballack ist nun endgültig beendet. Und selbstverständlich war es wieder nicht Ballack, der das öffentlich machte, sondern sein Anwalt und Berater, über den der ehemalige Fußballstar zu seiner Fangemeinde sprach.

Eine Überraschung ist dieser Rücktritt eines Großen nicht

Eine Überraschung war es nicht mehr. Aber wenn man daran denkt, was Ballack einmal für den deutschen Fußball verkörperte, hat das fast tragische Züge. „Mit 36 Jahren blicke ich auf eine lange und wunderbare Zeit im Profifußball zurück, von der ich als Kind nie zu träumen gewagt hätte“, erklärte Ballack über seinen Anwalt.

Am 5. Mai hatte er für Leverkusen sein letztes von 267 Bundesliga-Spielen bestritten. „Es war ein Privileg, mit erstklassigen Trainern und fantastischen Mitspielern zusammenzuarbeiten.“ Alle wird Ballack nicht gemeint haben.

Zuletzt war Ballack noch mit einem Verein in Australien in Verbindung gebracht worden. „Die letzten Monate ohne aktiven Fußball haben mir aber gezeigt, dass die Zeit reif ist, aufzuhören“, sagte er. „Ich freue mich auf ein neues Kapitel in meinem Leben.“

Ballack bestritt 98 Länderspiele und wurde Vize-Weltmeister 2002, Vize-Europameister 2008 und WM-Dritter 2006. Mit dem 1. FC Kaiserslautern, Bayern München, Chelsea und Bayer Leverkusen war er insgesamt viermal deutscher Meister, dreimal Pokalsieger und einmal englischer Meister geworden. Zudem holte er mit Chelsea dreimal den FA-Cup.

Aber der ganz große Titel blieb ihm versagt. Und das ist die spezielle Tragik dieses Mannes, den sie einmal respektvoll den „Capitano“ nannten.

Michael Ballack sei ein „außergewöhnlicher Spieler“ gewesen, sagte Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. „Große Dominanz“ habe Ballack ausgestrahlt, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Was man eben so sagt.

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