Der Leverkusener fällt sechs Wochen aus. Seine Rückkehr in die Nationalelf wird noch unwahrscheinlicher.

Düsseldorf. Eine "feine Fraktur im Schienbeinkopf des linken Beines" ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Tragisch wird sie, wenn dieses linke Bein Michael Ballack im Spätsommer 2010 gehört: Die unendliche Leidensgeschichte des Nationalmannschafts-Kapitäns ist seit Samstag um ein Kapitel reicher.

Beim 2:2 von Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga bei Hannover 96 verletzte sich Ballack erneut und wird voraussichtlich für weitere sechs Wochen ausfallen.

Ballack: "Man wundert sich ja über nichts mehr."

Sein gerade erst ausgeheilter Syndesmosebandanriss, der ihn die WM-Teilnahme kostete, die ernüchternde Rückkehr in die Bundesliga, das schwindende Ansehen in der Öffentlichkeit, die öffentliche Kapitänsdiskussion - all das hat aus Ballack einen ziemlich verbitterten Menschen gemacht.

"Man wundert sich ja über nichts mehr, bei allem, was in den letzten Wochen passiert ist", sagte Ballack offen und reichlich genervt in einem ZDF-Interview, "im Fußball geht es manchmal komisch und schnell zu."

Offenbar kann sich der 33-Jährige schwer damit abfinden, dass sein Stellenwert von einst eine schlicht schnell vergängliche Größe zu sein scheint. Umso mehr habe er sich über die Unterstützung von Kollegen wie Bastian Schweinsteiger gefreut.

"Es ist schön zu sehen, dass nicht alle auf den Zug springen, der von anderen angestoßen wurde", sagte Ballack. An einen Rücktritt aus dem Nationalteam habe er nicht gedacht. "Nö", sagte Ballack, darauf angesprochen.

Bundestrainer Joachim Löw ließ Grüße ausrichten: "Es tut mir leid für Michael", wird der Bundestrainer zitiert, der in zweifelhafter Überzeugung unlängst Ballack als Kapitän bestätigt hatte. Für die nächsten Monate ist Löw freilich von einer schlagzeilenträchtigen Entscheidung für oder gegen den Kapitän befreit. Ballack wird wohl erst wieder 2011 in der Nationalmannschaft angreifen können. Wenn man ihn denn lässt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer