Überraschung
Kevin Münch hat sich bei der Darts-WM gegen Adrian Lewis durchgesetzt. Foto: John Walton

Kevin Münch hat sich bei der Darts-WM gegen Adrian Lewis durchgesetzt. Foto: John Walton

dpa

Kevin Münch hat sich bei der Darts-WM gegen Adrian Lewis durchgesetzt. Foto: John Walton

London (dpa) - Nach seinem Sensationssieg war Darts-Profi Kevin Münch vollkommen überwältigt. Kurz vor Mitternacht saß der 29-Jährige schwitzend im Pressekonferenzraum des Londoner Alexandra Palace und hatte seinen Triumph über Ex-Weltmeister Adrian Lewis noch immer nicht verarbeitet.

«Ich bin aus dem Häuschen. Ich kann einfach nicht glauben, was da gerade passiert ist», sagte Münch nach dem 3:1 über den hoch favorisierten Adrian Lewis aus England, immerhin zweimaliger Champion beim größten Turnier der Darts-Welt.

Während der Deutsche zu Beginn des Abends noch ein namenloser Außenseiter war, besang ihn das Publikum nach seiner Leistung sogar: «Na, na, na, na, na, na, na, na, na, na, now, Kevin Kevin Munch, Kevin Munch, Kevin Kevin Munch», dröhnte es aus den Kehlen von knapp 3000 euphorischen Fans zur Melodie von «Give it up» von KC & The Sunshine Band. «Singen die jetzt wirklich alle meinen Namen?», fragte Münch. «Ich habe es kaum verstanden.»

Ja, sie sangen alle seinen Namen. Der Sieg des deutschen Außenseiters war eine der größten Überraschungen der vergangenen Jahre bei der Darts-WM. Acht perfekte Aufnahmen mit 180 Punkten gelangen dem Mann aus Bochum in seiner Erstrundenpartie und damit so viele wie bislang keinem anderen Spieler bei dieser WM. «Ich bin einfach nur glücklich und froh, dass ich's geschafft habe. Eigentlich will ich mich hinlegen und erstmal realisieren, was gerade passiert ist», sagte Münch, dessen Sieg im «AllyPally» großen Jubel auslöste. Mehr als ein Fünftel aller Karten ging auch in diesem Jahr an deutsche Fans.

Es wurde ein Abend, an dem die Ex-Champions Lewis sowie der Niederländer Raymond van Barneveld zur Randnotiz gerieten, weil ein deutscher Garten- und Landschaftsbauer «den geilsten Tag» seines Sportlerlebens erwischte, wie er es selbst formulierte. «Ich habe einfach versucht, meinen Fluss weiter zu halten und es hat wunderbar funktioniert», sagte der Mann mit dem Spitznamen «The Dragon».

Nach der Sensation wolle er sich erst einmal ausruhen. Münch fliegt zurück, feiert Weihnachten zuhause und reist dann erneut an. In Runde zwei trifft der Linkshänder entweder auf Cristo Reyes oder Antonio Alcinas, die beiden Spanier spielen am Donnerstag gegeneinander. Vor dem Sieg gegen Lewis hatte er bereits die Vorrunde gegen den Russen Alexander Oreschkin mit einem souveränen 2:0 überstanden.

Die vielen Glückwünsche, die Darts-Kollegen, Freunde und Familie dem 29-Jährigen auf sein Smartphone geschickt haben, konnte Kevin Münch zunächst gar nicht lesen. «Ich habe mein Handy gar nicht mit, ich habe mein Handy heute Morgen ausgemacht, seitdem liegt's bei mir auf dem Bett geschlossen», erzählte er der Deutschen Presse-Agentur. Für Erinnerungsfotos brauchte er es nicht, sein Sieg über den Champion von 2011 und 2012 ist auch so bestens dokumentiert.

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