Britta Steffen vor dem Halbfinale bei der Kurzbahn-WM 2012 in Istanbul. Foto: Hannibal
Britta Steffen vor dem Halbfinale bei der Kurzbahn-WM 2012 in Istanbul. Foto: Hannibal

Britta Steffen vor dem Halbfinale bei der Kurzbahn-WM 2012 in Istanbul. Foto: Hannibal

Britta Steffen mit Paul Biedermann 2013 bei der Schwimm-WM in Shanghai. Foto: Hannibal

Britta Steffen schwimmt 2007 in Berlin bei den deutschen Meisterschaften im Finale über 50 Meter Freistil. Foto: Gero Breloer

Nach dem Olympia-Halbfinale über 100 Meter verschnauft Britta Steffen am Beckenrand. Foto: Michael Kappeler

Bei der Schwimm-WM 2013 in Barcelona startet Britta Steffen zu ihrem Teilstück. Foto: Friso Gentsch

Britta Steffen (r) posiert in Barcelona mit der Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Christa Thiel. Foto: Rainer Jensen

Britta Steffen zeigt 2008 nach ihrem Doppel-Olympiasieg in Peking ihre beiden Goldmedaillen. Foto: Gero Breloer

dpa, Bild 1 von 7

Britta Steffen vor dem Halbfinale bei der Kurzbahn-WM 2012 in Istanbul. Foto: Hannibal

Berlin (dpa) - Die eindrucksvolle Schwimmlaufbahn von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen endet mit einer völlig unspektakulären E-Mail. In der Mitteilung ihres Heidelberger Managements ließ sich die mehrfache Weltmeisterin mit den Worten zitieren: «Ich beende meine Karriere in dem Bewusstsein, zu den Besten der Welt zu gehören.» 50 Tage vor ihrem 30. Geburtstag stellte Steffen klar, was viele schon geahnt hatten. Sie habe in den letzten Wochen mit sich und ihrem inneren Schweinehund gerungen: «Gezweifelt, ob ich die nötige Motivation und Energie für ein oder sogar drei weitere Jahre im Kampf um Goldmedaillen und Meistertitel aufbringen kann.» Schließlich hat sie alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. 18 Goldmedaillen von Olympia, WM und EM, auf der Lang- und der Kurzbahn, zieren ihre Sammlung. Auftritte bei der Heim-EM 2014 in Berlin und bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro waren auch deshalb kein Anreiz mehr für die Blondine. Dabei hatte sie sich in ihrer 18 Jahre dauernden Sportkarriere mehrmals nach längeren Wettkampfpausen in die absolute Weltspitze zurückgekämpft. «Brittas Entscheidung verstehe ich», sagte ihr langjähriger Trainer und Vertrauter Norbert Warnatzsch. Auch ihr neuer Coach Frank Embacher, der eigentlich neue Reize setzen sollte, meinte: «Ich respektiere diese Entscheidung und kann sie nachvollziehen.» «Mit Britta Steffen beendet eine große Persönlichkeit und eine außergewöhnliche Schwimmerin ihre Karriere», befand Lutz Buschkow, der Leistungssport-Direktor des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). «Britta war immer eine Stütze unserer Nationalmannschaft, ein Vorbild für unsere heranwachsenden Talente. Sie hat dem Schwimmsport alles untergeordnet und ist dafür mit vielen großen Erfolgen belohnt worden.» In der Stunde des Abschieds spielten all die kleinen Scharmützel rund um Britta Steffen keine Rolle mehr. Im November 2012 etwa hatte sie die Verbandsführung hart kritisiert. Auch durch ihre vorzeitige Abreise bei der WM 2011 in Shanghai machte sie sich keine Freunde. Trotzdem sagte Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes: «Wir würden uns freuen, wenn Britta dem Schwimmsport und dem DSV mit ihrer Erfahrung erhalten bleibt - in welcher Funktion auch immer.» Nach der Medaillen-Nullnummer bei der WM in Barcelona vor knapp zwei Monaten kam das Karriereende nicht gänzlich unerwartet. Steffens Stern war 2006 bei der Europameisterschaft aufgegangen. Sie feierte 2008 in Peking mit Olympia-Gold über 50 und 100 Meter Freistil ihre größten Erfolge. Ein Jahr später holte die im brandenburgischen Schwedt geborene Schwimmerin auch bei den Weltmeisterschaften in Rom mit Weltrekordzeiten die Titel über diese beiden Strecken. Es waren ihre letzten ganz großen Erfolge auf der Langbahn. Im Dezember 2012 gewann sie bei der Kurzbahn-WM in Istanbul letztmals einen internationalen Titel. Britta Steffen bastelt nun an ihrer zweiten Karriere. Ihr Freund, der Weltrekordler Paul Biedermann, mit dem sie in Halle an der Saale zusammen wohnt, muss künftig allein durch das Schwimmbecken kraulen. Momentan entstünden «konkrete berufliche Pläne», hieß es vom Steffen-Management. «Und es liegt nahe, die besonderen Talente und Erfahrungen des Leistungssportlers mit dem Fachwissen aus dem Wirtschaftsstudium zu verknüpfen.» Steffen, bekannt für ihren Siegeswillen, hat ihre im Sport gezeigte Zielstrebigkeit auch schon im Hörsaal gelebt. Sie meisterte ein Studium als Wirtschaftsingenieurin für Umwelt und Nachhaltigkeit. An der Uni in Halle hat sie sich nun für das Studium Human Resource Management (Personalwesen) eingeschrieben.

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