Deutsche Skispringer fliegen auch beim Neujahrsspringen in Garmisch der Konkurrenz hinterher.

wza_500x344_608096.jpg
Gute Miene zum bösen Spiel: Martin Schmitt ist von der Weltklasse momentan weit entfernt.

Gute Miene zum bösen Spiel: Martin Schmitt ist von der Weltklasse momentan weit entfernt.

dpa

Gute Miene zum bösen Spiel: Martin Schmitt ist von der Weltklasse momentan weit entfernt.

Garmisch-Partenkirchen. Die deutschen Skispringer haben den erhofften Befreiungsschlag beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee verpasst und bei der eindrucksvollen Flugshow der Topfavoriten erneut nur eine Nebenrolle gespielt. Beim Sieg des Österreichers Gregor Schlierenzauer kam Pascal Bodmer als bester Deutscher nur auf Rang 16, Vizeweltmeister Martin Schmitt musste sich gar mit Platz 25 zufriedengeben.

Hinter Schlierenzauer, der auf 136,5 und 137,5 Meter kam, wahrten auch Titelverteidiger Wolfgang Loitzl (Österreich/135, 135 Meter) als Zweiter und Simon Ammann auf Rang drei ihre Chancen auf den Tournee-Sieg. Der Schweizer sprang im zweiten Durchgang mit 143,5 Metern Schanzenrekord und meldete sich damit eindrucksvoll zurück. In der Gesamtwertung führt weiter der Österreicher Andreas Kofler, am Freitag Vierter (136, 137 Meter) mit 537,1 Punkten vor Loitzl, der 19,2 Zähler zurückliegt. Dritter ist der Finne Janne Ahonen, der nach seinem sechsten Rang am Freitag nun 24,6 Punkten Rückstand auf Kofler hat. Als bester Deutscher rangiert Bodmer auf Rang zehn (+66,6).

Vize-Weltmeister Martin Schmitt weiter nur Mittelmaß

"Mein Ziel war eigentlich ein Platz unter den Top Ten, das hat leider nicht geklappt", sagte Bodmer. "Die beiden Sprünge waren ganz passabel, aber es ist leider noch kein Top-Niveau", meinte der Blondschopf. Erneut nur Mittelmaß war auch Vize-Weltmeister Schmitt. "Mehr ist leider zur Zeit nicht drin", sagte der Routinier. Bundestrainer Werner Schuster wollte von einem Generationswechsel dennoch nichts wissen. "Ich denke, dafür ist es noch zu früh. Die Erfahrenen haben noch ein ordentliches Niveau, können dies zur Zeit aber leider nicht abrufen", sagte der Österreicher.

Von der Weltspitze sind die Deutschen derzeit in der Tat meilenweit entfernt. Bodmer hatte in der Endabrechnung 34,1 Punkte Rückstand auf Sieger Schlierenzauer, das ist fast schon ein Klassenunterschied. Dennoch schafften es die DSV-Adler nach dem Debakel von Oberstdorf immerhin mit vier Springern in den Finaldurchgang und verdoppelten damit ihre Quote im Vergleich zum Tourneeauftakt. "Die Leistungen der Spitzenleute waren heute extrem, da sehen wir etwas alt aus", bilanzierte Schuster.

Senkrechtstarter Bodmer untermauerte seine Führungsrolle im DSV- Team mit zwei ordentlichen Sprüngen und zeigte sich mit Blick auf die weitere Tournee kämpferisch. "In Innsbruck und Bischofshofen will ich unter die ersten Zehn", sagte der 18-Jährige. Deutlich ansteigende Form zeigte auch Michael Neumayer (Berchtesgaden), der sich nach 126,5 Metern im ersten Durchgang im zweiten Versuch auf 133 Meter steigerte.

Bereits nach dem ersten Durchgang beendet war der Wettkampf für Michael Uhrmann (Rastbüchl): "Es ist über Nacht kein Wunder passiert."

Maximilian Mechler verpasste auch den zweiten Durchgang, rückt in Innsbruck und Bischofshofen aber für Stephan Hocke ins DSV-Team.

Weit von seiner Bestform entfernt ist weiterhin Schmitt. Mit Sprüngen auf 124,5 und 128,5 Meter sprang der 31-Jährige lediglich auf Platz 25. Im weiteren Verlauf der Tournee will Schmitt nun weiter an seiner Form feilen, um beim Saisonhöhepunkt in Vancouver im Februar wieder in Reichweite zur Spitze zu sein. "Ich habe die Saison noch längst nicht abgehakt. Es geht jetzt darum, dass die Sprünge wieder stabiler und weiter werden", sagte der Publikumsliebling.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer