So lieber nicht! Für die Urlaubsreise sollte das Auto nicht bis unter das Dach vollgepackt werden. Foto: Silvia Marks
So lieber nicht! Für die Urlaubsreise sollte das Auto nicht bis unter das Dach vollgepackt werden. Foto: Silvia Marks

So lieber nicht! Für die Urlaubsreise sollte das Auto nicht bis unter das Dach vollgepackt werden. Foto: Silvia Marks

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So lieber nicht! Für die Urlaubsreise sollte das Auto nicht bis unter das Dach vollgepackt werden. Foto: Silvia Marks

Stuttgart (dpa/tmn) - Vollgepackt bis unter das Dach: So machen sich jedes Jahr unzählige Autofahrer auf den Weg in die Ferien. Doch übermäßige Beladung erhöht den Spritverbrauch und schmälert die Urlaubskasse: Lose Gegenstände sind ein echtes Risiko für die Insassen.

In der Vorfreude auf den Urlaub scheint beim Bepacken des Wagens manchmal folgendes Prinzip zu gelten: Wenn noch irgendwo Platz ist, passt auch noch Gepäck hinein. Also werden Koffer, Taschen, Sportgeräte und lose Kleidungsstücke bis unter das Dach gestapelt. Das macht die Urlaubsfahrt teurer und ist außerdem fahrlässig: Mit der Last steigt nicht nur der Spritverbrauch, falsche Beladung kann auch gefährlich für die Insassen werden. Der Auto Club Europa (ACE) und der Automobilclub von Deutschland (AvD) erklären, wie es richtig geht:

Eine Grundregel leuchtet sofort ein: nicht zu viel mitnehmen. Wer zusätzlich 100 Kilogramm Gewicht an Bord bringt, erhöht den Verbrauch des Wagens um ungefähr 0,3 Liter auf 100 Kilometern. Außerdem darf jedes Auto nur so viel Ladung aufnehmen, wie im Fahrzeugschein vermerkt ist. Oft sind das zwar mehr als 400 Kilogramm - aber die Mitfahrer zählen auch. Und je schwerer das Auto am Ende ist, umso unsicherer fährt es.

Zweite Grundregel: das Feriengepäck systematisch verstauen. Koffer sind erfahrungsgemäß am schwersten. Sie sollten möglichst tief unten im Kofferraum liegen - am besten ohne Hohlräume direkt an der Rücksitzlehne. Im besten Fall fährt der schwerste Gegenstand direkt über der Hinterachse. Das Gepäck sollte außerdem gleichmäßig auf beide Seiten verteilt sein. Zurrgurte verhindern, dass frei stehende Ladung bei einem Ausweichmanöver durch den Kofferraum rutscht und den Wagen ins Schleudern bringt. Spezielle Antirutschmatten wirken den Fliehkräften zusätzlich entgegen.

Für Kombi- und Van-Fahrer ganz wichtig: Der Wagen sollte nie höher als bis zur Oberkante der Rücksitze beladen werden, wenn kein stabiles Trenngitter im Innenraum montiert ist. Denn hohes Packen behindert nicht nur die Sicht durch die Heckscheibe. Bei einer Vollbremsung können Gepäckstücke mit einem Vielfachen ihres Eigengewichts nach vorne schleudern. Aus diesem Grund sollten auch keine kleinen Gegenstände auf der Hutablage einer Limousine liegen. Ein Handy entwickelt bei einem Crash schnell die Wucht einer Bowlingkugel.

Eine Möglichkeit, leichtes, aber sperriges Gepäck zu verstauen, ist die Dachbox. Durch ihren zusätzlichen Luftwiderstand erhöht sich aber wiederum der Spritverbrauch. Außerdem verändert sich das Fahrverhalten des Wagens, weil dieser empfindlicher auf Seitenwind reagiert. Und nicht jede Dachbox passt zu jedem Automodell.

Egal wie gepackt wird - Warndreieck und Verbandskasten müssen auch in einem vollgepackten Wagen immer griffbereit sein. Dieser Tipp gilt im Übrigen auch für das Spielzeug der Kinder, schließlich ziehen sich Urlaubsfahrten gerne mal in die Länge. Eltern sollten außerdem nie auf altersgerechte Kindersitze verzichten, obwohl diese oft sperrig sind.

Wer mit Fahrrädern in die Ferien fährt, für den hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) spezielle Transporttipps parat. Der klassische Dachträger ist zwar besonders preisgünstig - aber auch hier treten typische Probleme auf: hoher Verbrauch durch mehr Luftwiderstand und deutlich veränderte Fahreigenschaften.

Besser zu beladen ist ein Heckklappenträger, an dem die Bikes ebenso sicher fixiert werden können. Allerdings ist nicht jeder Wagen für diese Träger geeignet. Auch der Kofferraum ist schwerer erreichbar, und die Gefahr eines Lackschadens größer. Alternativ gibt es Träger für die Anhängerkupplung. Die Systeme sind recht teuer, bieten aber Vorteile: Sie lassen sich meist abklappen, der Kofferraum lässt sich bequem öffnen, das Beladen ist besonders leicht.

Generell sollten außen angebrachte Fahrräder nicht mit Planen abgedeckt werden - das erhöht bei der Fahrt den Windwiderstand und damit Verbrauch und Lärmpegel. Lenkradkörbe, Luftpumpen, Kindersitze und anderes Zubehör werden am besten abmontiert und im Innenraum verstaut. Zudem dürfen die Fahrräder keine Leuchten und Blinker oder das amtliche Kennzeichen verdecken.

Ist alles sicher verstaut, muss noch der Reifendruck an das neue Gewicht angepasst werden. Ein Aufkleber im Tankdeckel oder der Hinweis in der Betriebsanleitung geben Auskunft über den passenden Wert. Bei Vollbeladung und -besetzung wird das Maximum fällig. Außerdem muss der Scheinwerfer neu justiert werden - falls das Licht durch die Gepäcklast höher abstrahlt.

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