Auf dem deutschesten aller Hügel soll Siegfried einst den Drachen erschlagen haben. Heinrich Heine holte sich dort eine Erkältung.

Teil 20
Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Olaf Steinacker/dpa, Bild 1 von 2

Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

"Sieh nun, mein Freund, so eine Nacht durchwacht ich /

Auf hohem Drachenfels, doch leider bracht ich /

Teil 20
Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Olaf Steinacker/dpa, Bild 1 von 2

Oben: Moderne Kunst auf dem Drachenfelsplateau. Dahinter die Ruine der Burg Drachenfels, die im 30-Jährigen Krieg geschleift wurde. Unten: Blick auf Schloss Drachenburg und das Rheintal in Richtung Bonn.

Den Schnupfen und den Husten mit nach Hause."

Heinrich Heine: „An Fritz v. B.“, 1820

Königswinter. Ob Heinrich Heine (1797-1856) sich auf dem Drachenfels tatsächlich einen Pips eingefangen hat, wie er im Gedicht behauptet, ist ungewiss. Sicher hingegen ist, dass er sich knapp 321 Meter über dem Meeresspiegel, nicht übermäßig wohlfühlte. Was möglicherweise an seiner Reisebegleitung lag. Gemeinsam mit einer Gruppe national bewegter Burschenschafter erklomm Heine 1820 den Felsen, auf dem Drachentöter Siegfried der Sage nach sein blutiges Werk verrichtet haben soll. Kaum hatte Heines Gruppe die Ruine der Burg Drachenfels (zwischen 1138 und 1167 erbaut) erreicht, „erscholl das Lied von Deutschlands heilgen Siegen“.

Von Düsseldorf bis zur Talstation der Drachenfelsbahn in Königswinter sind es mit dem Auto etwa 85 Kilometer. Per Bahn geht es mit Regionalzügen und dem Intercity ab Düsseldorf mit einem Umstieg in Köln-Deutz in 70 Minuten zum Drachenfels (einfache Fahrt ab 21 Euro).

Die Drachenfelsbahn startet (Mai bis September) zwischen 9 und 19 Uhr im 30-Minuten-Takt. Die einfache Fahrt kostet acht, hin und zurück geht’s für zehn Euro. Kinder (vier bis 13 Jahre) zahlen fünf/ 5,50 Euro. drachenfelsbahn- koenigswinter.de

An Siegfried und der Nibelungensage kommt man am Drachenfels bis heute kaum vorbei – genau so wenig wie an Deutschlands militärischer Vergangenheit: Zwei Stelen erinnern an gewonnene und vergeigte Kriege.

Geschichte und Geschichtchen. Zwei Gründe, warum ein Ausflug nach Königswinter samt Aufstieg zur Ruine zum Ausflugsritual von Schulen, Touristen und Familien gehört.

Schulklassen, Tagestouristen und Familien kommen in Scharen

Kohorten von zwangsvorgeführten Siebtklässlern können davon ein (Wander-)Lied singen. Unter den geschichtsträchtigen Trümmern dominiert immer noch die Gastronomie, das Restaurant aus den 70ern (viel Beton!) haben aber Bagger und Abrissbirne mit Verve flachgelegt. Seit dem Jahr 2012 steht dort ein Kubus aus Stahl und Glas – zumindest für Zeitgeist-Ästheten ein Gewinn.

Feinschmecker müssen allerdings mit herkömmlicher Ausflugsgastronomie zurecht kommen (draußen auch Tässchen!). Wofür sie aber mit einem spektakulären Blick über das Rheintal Richtung Siebengebirge oder Bonn belohnt werden.

Verpflegung ist wichtig, der Weg hinauf über das Nachtigallental oder den Eselsweg hat es mit seinen knackigen Steigungen durchaus in sich. Ungeübte Wanderer und Schülerbeinchen machen da leicht schlapp.

Die Drachenfelsbahn, zwischen 1882 und 1888 nach Plänen des Schweizer Ingenieurs Niklaus Riggenbach (1817-1899) erbaut, schafft die Strecke in knapp zehn Minuten, mit einem Zwischenstopp bei Schloss Drachenburg. Die Unternehmervilla, ab 1882 im neoromantischen Stil in zwei Jahre errichtet, ist kostenpflichtig zu bestaunen, hat einen sehenswerten Park und einen ebensolchen Ausblick.

Der Spötter Heine hätte gewiss seine Freude daran gehabt, dass „Der Spiegel“ den Drachenfels einmal als „meistbestiegenen Gipfel Europas“ bezeichnet hat. Der kluge Mann aus der Düsseldorfer Altstadt wusste, dass 320 Höhenmeter bestenfalls für die Bezeichnung Hügel taugen. Vielleicht ist das aber auch Ansichtssache: Wegen der vielen niederländischen Besucher gilt der deutscheste aller Hügel auch als höchster Berg Hollands.

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