Abgesetzt und ausgebaggert: Das Gewirr aus Drahtseilen und Stahlträgern der Maschinen im Technik-Park beeindruckt auch stillgelegt noch. Foto: Deike Uhtenwoldt
Abgesetzt und ausgebaggert: Das Gewirr aus Drahtseilen und Stahlträgern der Maschinen im Technik-Park beeindruckt auch stillgelegt noch. Foto: Deike Uhtenwoldt

Abgesetzt und ausgebaggert: Das Gewirr aus Drahtseilen und Stahlträgern der Maschinen im Technik-Park beeindruckt auch stillgelegt noch. Foto: Deike Uhtenwoldt

Schaufelradbagger und Absetzer: Im Bergbau-Technik-Park sind große Maschinen die Hauptakteure. Foto: Bergbau-Technik-Park e.V./LMBV

Dinosaurier aus Metall: Die Gigantomanie des Kohlebergbaus zeigt sich auch an den, jetzt stillgelegten, Maschinen. Foto: TVLN/Andreas Schmidt

Wieder was gelernt: Auf Informationstafeln im Bergbau-Technik-Park am Störmthaler See kann man sich über die Landschaft und die Historie der Region schlaumachen. Foto: LTM/Andreas Schmidt

Wanderer mit Auftrag: Wolfgang Flohr erfand vor zehn Jahren die 7-Seen-Wanderung. Foto: Wolfgang Flohr

Leipzig in der Ferne: Blick über den Cospudner See. Foto: LTM/Andreas Schmidt

Getümmel am «Cossi»: Von der Leipziger Innenstadt aus führt ein Radweg zum Nordufer des Cospudner Sees. Foto: Grüner Ring Leipzig

Flair fast wie am Mittelmeer: Yachthafen am Cospudener See. Foto: TVLN/Andreas Schmidt

Auf zu den vergessenen Orten: Mit dem Boot geht es auf die schwimmende Kulturinsel Vineta. Foto: LTM/Andreas Schmidt

Sommeridylle: Der Schladitzer See lädt zum Wassersport ein. Foto: LTM/Andreas Schmidt

Sanfter Tourismus: In Schladitz führt ein Wanderweg durch ein Biotop. Foto: Grüner Ring Leipzig

Da war mal was: Der Bootssteg am Exsee führt heute ins Leere, früher diente der Stausee dem Hochwasserschutz. Foto: Deike Uhtenwoldt

Der Bergbaupfad führt zum höchsten Punkt der Region. Foto: Deike Uhtenwoldt

Künstliche Aufregung: Im Kanupark in Markkleeberg umfasst das Freizeitangebot auch Wildwasserrafting. Foto: LTM/Andreas Schmidt

Nicht immer schön, aber immer interessant: Der Braunkohleweg bei Zwenkau. Foto: Grüner Ring Leipzig

dpa, Bild 1 von 15

Abgesetzt und ausgebaggert: Das Gewirr aus Drahtseilen und Stahlträgern der Maschinen im Technik-Park beeindruckt auch stillgelegt noch. Foto: Deike Uhtenwoldt

Leipzig (dpa/tmn) - Weites Land und wüste Kippen, irgendwo zwischen Autobahn und Zentraldeponie: Wer den Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland besucht, darf getrost alle Vorstellungen von Parklandschaften über Bord werfen.

Im Gegenzug bekommt er ein Gefühl für die Gigantomanie des Braunkohletagebaus, der die Region einst so prägte und ihr heute ein ganz neues Gesicht verpasst.

«Die Bayern haben die Berge und die Seen. Wir Leipziger erschaffen sie uns selbst», sagt Henry May vom Bergbau-Technik-Park. Der sonnengebräunte Gästeführer mit kräftigen Händen und weichem, sächsischen Dialekt könnte gut einen Bergmann abgeben. Aber den mimt er bloß, um zum Nachdenken anzuregen über Ortschaften, die überbaggert und über Menschen, die umgesiedelt wurden, damit der «Energiehunger der DDR gestillt werden konnte», wie er betont. Jetzt liegen hier auf 40 Quadratkilometern begrünte Kippenareale und geflutete Tagebaurestlöcher.

Nicht nur Wolfgang Flohr ist davon überzeugt, dass Leipzig so sein eigenes Wasserwanderland erschaffen kann. Er suchte vor zehn Jahren nach einer Tour, die Besonderheiten der Region, Aussichts- und Anziehungspunkte verbinden und bekannter machen sollte. Ein Jahr später startete er die erste 7-Seen-Wanderung. Heute gibt es Tag und Nacht geführte Touren zwischen 5 und 104 Kilometern Länge. Für so viele Wanderer sind breite, feste Wege und Kompromisse gefragt.

So wie die Tour auf die Halde Trages, die höchste Erhebung des Landstrichs. Allerdings führt der Weg dorthin an der Bundesstraße 95 entlang. Claudia Siebeck konzipiert deshalb für den Tourismusverband Region Leipzig einen neuen Wanderweg. Er soll ebenfalls sieben Seen verbinden, aber Hauptstraßen und Asphalt meiden. «Ich habe mich an den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes orientiert», sagt sie.

Ihr Weg startet im Zentrum des Neuseenlandes am Ufer des Cospudener Sees, den die Leipziger liebevoll den «Cossi» nennen und an dem sie im Sommer Wassersport betreiben oder Beachvolleyball spielen. Dass überall, wo ein See entstanden ist, auch Dörfer abgebaggert wurden, lernt man am Platz der verlorenen Orte in Großzössen oder auf der schwimmenden Kulturinsel Vineta im Störmthaler See. Doch die Menschen haben die Landschaft zurückerobert. «Baden, Rad fahren, Wandern, das sind die drei Hauptbedürfnisse der Gäste», sagt Siebeck. All das geht unbedingt rund um Leipzig.

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