Verstand sich als direkter Nachfolger des römischen Kaisers: Karl der Große starb vor 1200 Jahren. Foto: Aachen Tourist Service e.V.
Verstand sich als direkter Nachfolger des römischen Kaisers: Karl der Große starb vor 1200 Jahren. Foto: Aachen Tourist Service e.V.

Verstand sich als direkter Nachfolger des römischen Kaisers: Karl der Große starb vor 1200 Jahren. Foto: Aachen Tourist Service e.V.

Elisenbrunnen: Die heilende Wirkung der schwefelhaltigen Thermalquellen, die im Aachener Stadtgebiet an zahlreichen Stellen an die Oberfläche treten, gefiel schon Karl dem Großen - und so ließ er in den späten 780er Jahren die Aachener Pfalz zu seinem Lieblingssitz ausbauen. Foto: Aachen Tourist Service e.V.

Im Aachener Dom wurde Karl der Große begraben. Foto: Bernd F. Meier

Für die Überreste von Karl dem Großen gebaut: Der goldene Karlsschrein steht heute im Aachener Dom. Foto: Bernd F. Meier

Anziehungspunkt für Besucher: Im Aachener Dom wurden 30 deutsche Könige gekrönt. Foto: Bernd F. Meier

Erstes deutsches Bauwerk auf der Liste des Weltkulturerbes: Der Aachener Dom wurde 1978 von der Unesco aufgenommen. Foto: Bernd F. Meier

Süße Geschichte: Den Aachener Dom gibt es natürlich auch in Form von Printen. Foto: Bernd F. Meier

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Verstand sich als direkter Nachfolger des römischen Kaisers: Karl der Große starb vor 1200 Jahren. Foto: Aachen Tourist Service e.V.

Aachen (dpa/tmn) - Am 28. Januar 814 starb Karl der Große. Aachen war der Lieblingsort des Kaisers. In der Stadt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden erinnern viele Sehenswürdigkeiten an ihn. Und es gibt zu seinen Ehren mehrere Ausstellungen.

Nur etwas mehr als zwei Zentimeter Durchmesser hat die unscheinbare Denar-Münze. Doch das frühmittelalterliche Geldstück verrät ein Geheimnis – das Abbild Kaiser Karls des Großen. «Es ist das einzige zeitgenössische Bildnis des Herrschers, das der Wirklichkeit in etwa entsprechen könnte», erläutert Stadtführerin Sabine Mathieu bei einem Rundgang auf den Spuren von Kaiser Karl durch die Altstadt von Aachen.

Vom Elisenbrunnen aus folgen die Besucher dem Rundweg mit dem Namen «Kaiser Karl führt durch Aachen». Die Route führt zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die eng mit dem Leben Karls des Großen verknüpft sind. Bronzene Knöpfe mit dem Monogramm Karls des Großen im Pflaster kennzeichnen den Weg.

Lange Zeit führt der Herrscher sein riesiges Reich – von der Bretagne im Westen bis zum östlichen Böhmen, zwischen Süditalien und dem heutigen Holstein – als Reisekönig. Karl hat keinen festen Herrschersitz, sondern reist mit seinem Gefolge durch die eroberten Lande. Aber zur Winterzeit locken ihn die heißen Quellen immer wieder zurück nach Aachen. Die heilende Wirkung überzeugt Kaiser Karl, so dass er in den späten 780er Jahren die Aachener Pfalz zu seinem Lieblingssitz ausbauen lässt.

Die Gebäude der Kaiserpfalz erstrecken sich zwischen dem heutigen gotischen Rathaus und dem Dom. Bestandteil des ausgedehnten Baukomplexes ist die Marienkirche, die Karl nach dem Vorbild byzantinischer Palastkirchen errichten lässt. Das Gotteshaus ragt 31 Meter in die Höhe – einzigartig im frühen Mittelalter nördlich der Alpen.

Gegenwart und Vergangenheit – bei der Tour durch die Gassen der Aachener Altstadt ist Karl der Große in vielen Facetten zu erleben. Die Kaiserstadt präsentiert anlässlich seines 1200. Todestages die Ausstellung «Karl der Große – Macht, Kunst, Schätze» (20. Juni bis 21. September 2014). An drei benachbarten Orten – Rathaus, Centre Charlemagne im Katschhof und Domschatzkammer – wird Historie lebendig. «Was hat Karl politisch und kulturhistorisch bewegt? Diese Frage umfasst der Ausstellungsteil 'Macht' im Krönungssaal des Rathauses», kündigt die Kunsthistorikerin Jutta Göricke von der Stadt Aachen an.

Im Centre Charlemagne werden kostbare Kunstwerke wie etwa die Buchdeckel des Lorscher Evangeliars zu sehen sein. Die Elfenbeinarbeiten entstanden um das Jahr 810 an der Hofschule Karls des Großen und kommen eigens für die Karls-Ausstellung aus dem Victoria and Albert Museum in London und den Vatikanischen Museen zurück nach Aachen, den Ort ihrer Entstehung.

Die Domschatzkammer zeigt unter dem Motto «Verlorene Schätze» Kostbarkeiten aus der Karolingerzeit, die im Laufe der Jahrhunderte aus Aachen verschwanden und nun für diese Ausstellung zurückkehren. Herausragend darunter das Krönungsgewand Richards von Cornwall, der am 17. Mai 1257 in Aachen gekrönt wurde. Nur ein Teil des Mantels ist im Domschatz enthalten, die anderen wurden in alle Himmelsrichtungen zerstreut und kehren nun als Leihgaben von Museen in Berlin, London, Lyon, Paris und Wien in die Kaiserstadt zurück. Dadurch wird die einmalige Rekonstruktion des Königsmantels möglich.

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