Das Areal wurde als Kulisse für große Produktionen schon häufig genutzt. Auch einige Szenen im Film «Lauf Junge lauf» (im Bild) wurden im Männersanatorium in den Beelitz-Heilstätten gedreht. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
Das Areal wurde als Kulisse für große Produktionen schon häufig genutzt. Auch einige Szenen im Film «Lauf Junge lauf» (im Bild) wurden im Männersanatorium in den Beelitz-Heilstätten gedreht. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Das Areal wurde als Kulisse für große Produktionen schon häufig genutzt. Auch einige Szenen im Film «Lauf Junge lauf» (im Bild) wurden im Männersanatorium in den Beelitz-Heilstätten gedreht. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Set für Gore Verbinskis «A Cure for Wellness»: Einige Szenen wurden nicht nur im Studio Babelsberg, sondern auch im Badehaus in Beelitz-Heilstätten gedreht. Foto: Studio Babelsberg AG/dpa-tmn

Für den Film «A Cure for Wellness» wurden auch Räumlichkeiten der Beelitz-Heilstätten im Studio Babelsberg nachgebaut. Foto: Studio Babelsberg AG/dpa-tmn

Ehemaliges Badehaus: Die Beelitz-Heilstätten versprühen ein düsteres Flair und sind deshalb bei Regisseuren beliebt. Foto: Nicole Jankowski/dpa-tmn

Auf der Glienicker Brücke außerhalb Potsdams wurden während des Kalten Krieges Agenten ausgetauscht. Steven Spielberg nutzt die authentische Kulisse für seinen Film «Bridge of Spies». Foto: Bernd Kröger/TMB-Fotoarchiv/dpa-tmn

Sacrow mit seiner Heilandskirche jenseits der Havel ist die beschauliche Alternative zu Sanssouci - und ebenfalls ein beliebter Drehort. Foto: Bernd Kröger/TMB-Fotoarchiv/dpa-tmn

Herrschaftliche Fassade: das Filmmuseum Potsdam - ein fester Anlaufpunkt für Kinofreunde. Foto: Steffen Lehmann/TMB-Fotoarchiv/dpa-tmn

Das holländische Viertel in Potsdam ist quasi Amsterdam in Miniatur - und diente deshalb als Kulisse für die US-Serie «Homeland», die zum Teil in der niederländischen Hauptstadt spielt. Foto: Ulf Boettcher/TMB-Fotoarchiv/dpa-tmn

In Schloss Marquardt am Schlänitzsee wurde der Kinderfilm «Hanni und Nanni» gedreht. Foto: Nicole Jankowski/dpa-tmn

Die meisten Urlauber kennen den Spreewald als beschauliches Ausflugsziel - und einige auch als Schauplatz der gleichnamigen Krimiserie. Foto: Martina Göttsching/TMB-Fotoarchiv/dpa-tmn

Set für «Hänsel & Gretel – Hexenjäger» in der Marlene-Dietrich-Halle im Studio Babelsberg - in den Hallen liegt das Herzstück des deutschen Films. Foto: Studio Babelsberg AG/dpa-tmn

Haupteingang zum Studio Babelsberg - nicht nur für Cineasten lohnt ein Besuch. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Gisela Christel alias Spreewald-Christl zeigt Urlaubern die Schauplätze der Spreewaldkrimis. Foto: Nicole Jankowski/dpa-tmn

Sebastian Stielke ist Gästeführer und Schauspieler. Foto: Nicole Jankowski/dpa-tmn

Christian Schulze ist Manager auf Schloss Marquardt. Foto: Nicole Jankowski/dpa-tmn

Kennt sich aus mit Krimis und Kanälen: Spreewald-Fährmann Thomas Groß. Foto: Nicole Jankowski/dpa-tmn

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Das Areal wurde als Kulisse für große Produktionen schon häufig genutzt. Auch einige Szenen im Film «Lauf Junge lauf» (im Bild) wurden im Männersanatorium in den Beelitz-Heilstätten gedreht. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Potsdam/Lübbenau (dpa/tmn) – Rot geklinkerte Häuser, weiße Holzfenster, geschwungene Dächer: Mitten in Potsdam ist Holland ganz nah. Auf den Bürgersteigen im Holländischen Viertel fühlt sich der Flaneur wie in Amsterdam. Eine perfekte Blaupause für die Macher der US-amerikanischen Serie «Homeland».

Wenn Hauptdarstellerin Claire Danes in der niederländischen Hauptstadt ermittelt, steht die Kamera für diese Folge in Wirklichkeit in Brandenburg. Es ist nicht die einzige Produktion von internationalem Format, die teils in dem Bundesland gedreht wurde. Und so hat sich Brandenburgden Slogan «Brandywood» einfallen lassen. Mehr als 120 Drehorte hat das Medienboard Brandenburg ermittelt.

Durch die Filmbrille lässt sich auch der Park von Sanssouci mit seinen Prunkbauten betrachten. An der Geschwister-Scholl-Straße öffnet Gästeführer und Schauspieler Sebastian Stielke ein schmiedeeisernes Tor. Im Science-Fiction-Film «Aeon Flux» schreitet Schauspielerin Charlize Theron hindurch.

Auf einem Bronze-Relief des Parks fährt Stielke weitere Drehorte im Schnelldurchlauf nach. Der Ruinenberg: «Krupp, eine deutsche Familie». Das Orangerie-Schloss: «In 80 Tagen um die Welt». In der Innenstadt wächst die Liste weiter. Stielke zeigt auf Fachhochschule und Nikolaikirche, zu sehen in «Die Welle».

Etwas außerhalb der Stadt liegt die Glienicker Brücke. Während der deutsch-deutschen Teilung war sie als Agenten-Austausch-Brücke bekannt. Steven Spielberg drehte hier den Thriller «Bridge of Spies». Wer will, quert anschließend die Havel.

Am anderen Ufer: Sacrow. Der dortige Park mit Schloss und Heilandskirche ist die entspannte Alternative zu Sanssouci. Klein, süß, nicht so überlaufen. Im Schloss wohnte einst König Friedrich Wilhelm IV. Am Wasser entlang geht es zur Heilandskirche. 1844 im italienischen Stil erbaut, mit gelben und blauen Fliesen verkleidet. In «Keinohrhasen» gesteht Nora Tschirner als Anna ihrem Ludo (Til Schweiger) hier ihre Liebe.

Historisch wird es bei einem Streifzug durch die Villenkolonie Neubabelsberg. «Vergessen sie Beverly Hills, das ist pillepalle», sagt Stielke. An der früheren Kaiserstraße, heute Karl-Marx-Straße, siedelte sich ab 1870 die Hautevolee Deutschlands an: Großindustrie, Wirtschaft, Theater, später dann Film. An jedem ersten und dritten Sonntag im Monat verraten Stielke und seine Kollegen auf einer dreistündigen Tour Anekdoten über Ufa-Legenden, namhafte Architekten und die Rolle des Viertels für die Weltgeschichte. «Was diese Wände erzählen könnten», sagt Stielke seufzend. Stoff für Filme, wie sie nur wenige Meter weiter gedreht werden: Willkommen im berühmten Studio Babelsberg.

Unter dem silbernen Schriftzug hindurch, führt der Weg den Besucher auf das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt. Hier steht die Wiege des deutschen Films. In dem größten Studio des Areals mit einer Gesamtfläche von 5400 Quadratmetern und einer Höhe von 14 Metern zieren noch Blutspritzer der Dreharbeiten zu Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» die Wände. Führungen gibt es auf Anfrage.

Die nächste Zeitreise führt nach Beelitz. Ziel sind die historischen Heilstätten im Potsdamer Wald- und Havelseengebiet. Gebaut Anfang des 19. Jahrhunderts als Lungenheilanstalt für Tuberkulose-Kranke, mit Sanatorien für Männer und Frauen. Heute die perfekte Atmosphäre für den Thriller «A Cure for Wellness». Auch Tom Cruise ließ Teile seiner «Operation Walküre» hier spielen.

Der Spreewald wiederum ist - natürlich - der Spreewald in den gleichnamigen Krimis des ZDF. Thomas Groß von Schwerdtners Kahnfahrten stakt die Urlauber durch die grüne Welt, ist aber auch der Fachmann schlechthin für die mittlerweile zehn Krimis. Groß brachte den Schauspielern nicht nur das Kahnfahren bei. Das Unternehmen übernimmt bei den Dreharbeiten auch den Transport der kompletten Ausrüstung. Einmal in der Woche steuert er aus dem Hafen zur Krimi-Fahrt. An Land führt Spreewald-Christel alias Gisela Christel Interessierte zu den Originalschauplätzen der Krimis: Kirche, Großer Hafen, Schloss. Zu Hause vorm Fernseher fühlt es sich später an, wie live dabei.

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