Lichterglanz im Winterwald: Vier Pisten im bulgarischen Skigebiet Borowez ermöglichen Nachtskilaufen. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt
Lichterglanz im Winterwald: Vier Pisten im bulgarischen Skigebiet Borowez ermöglichen Nachtskilaufen. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt

Lichterglanz im Winterwald: Vier Pisten im bulgarischen Skigebiet Borowez ermöglichen Nachtskilaufen. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt

Seinen Namen trägt das Skigebiet Borowez nicht ohne Grund: «Bor» heißt Kiefer - und von denen gibt es hier einige. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt

Einen Aufstieg zum höchsten Berg der Balkaninsel, dem Mussala, können Wanderer von Borowez aus angehen. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt

Modernes Skigebiet mit fairen Preisen: Bulgariens ältester Skiort Borowez. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt

Hoch zu Ross, zu Fuß oder eben auf den Brettern können Touristen den bulgarischen Wintersportort Borowez erkunden. Foto: Elena Lalowa

Oberhalb von Borowez liegt die Sommerresidenz Zarska Bistriza. In dem Schloss aus dem Jahr 1914 können Touristen heute unter anderem Kaffee trinken. Foto: Elena Lalowa

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Lichterglanz im Winterwald: Vier Pisten im bulgarischen Skigebiet Borowez ermöglichen Nachtskilaufen. Foto: Bulgarisches Fremdenverkehrsamt

Borowez (dpa/tmn) - Skifahren, Wellness und Nachtleben zu attraktiven Preisen: Die Briten haben den Wintersportort Borowez in Bulgarien längst für sich entdeckt. Vielen anderen ist er noch kein Begriff.

Das Schlosscafé ist in einer historisch-gemütlichen Jagdhütte untergebracht. An den Wänden hängen neben Jagdtrophäen Bilder und Zeitungsartikel aus der Geschichte der bulgarischen Königsfamilie und des europäischen Hochadels. Die Verständigung ist leicht: Fast alle verstehen Englisch, die Hinweisschilder und Informationsbroschüren sind ebenfalls in dieser Sprache.

Bulgariens ältester Skiort Borowez bietet seit dem EU-Beitritt des Balkanlandes 2007 eine Alternative zu den klassischen Wintersportgebieten in den Alpen. Das im Rila-Gebirge 1350 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Skiresort bietet vor allem ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

In Westeuropa ist Borowez allerdings kaum bekannt. Bisher kommen vor allem britische Touristen. Dabei halten moderne Skipisten und Langlaufloipen mit einer Gesamtlänge von 58 Kilometern westlichen Standards durchaus stand. Vier Pisten ermöglichen Nachtskilaufen.

Die Preise in den vielen kleinen Après-Ski-Bars und Nachtclubs sind extrem niedrig. Die Speisekarten in den Gaststätten und Tavernen nehmen die Urlauber mit auf eine Reise durch den Balkan - von bulgarischen und serbischen Grillspezialitäten über griechischen Salat bis zum türkischen Auberginen-Püree. Dazu gibt es Weine aus Bulgarien.

Die Geschichte von Borowez reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Ferdinand I., Fürst von Bulgarien, ließ seine Sommerresidenz im damaligen Tscham Korija (Türkisch für «Kieferwald») bauen, das seit Mitte des 20. Jahrhunderts Borowez nach dem bulgarischen Wort «Bor» für Kiefer heißt. Das Gebiet wurde zum Jagdrevier und Sommersitz der Königsfamilie.

Oberhalb von Borowez liegt die Sommerresidenz Zarska Bistriza auch heute noch. Das 1914 fertiggestellte Schloss ist umgeben von einem Naturpark mit Wasserfällen und seltener Flora samt orthodoxer Kirche, Kunstgalerie - und eben Schlosscafé.

Borowez ist nicht nur ein Wintersportort, sondern auch Ausgangspunkt für interessante Wanderrouten ins Rila-Gebirge, wie zum Gipfel Maljowiza (2729 Meter) und weiter zum 1000 Jahre alten Rila-Kloster oder zu den Sieben Rila-Seen. Bergsteiger übernachten in einer Hütte und besteigen dann Mussala, den mit 2925 Metern höchsten Berggipfel der Balkanhalbinsel.

In diesem Jahr rechnet die Tourismusbranche mit neuen Besucherrekorden. «Wir erwarten wieder viele Briten, Russen und Griechen», sagt die Betreiberin eines Cafés im Wiener Stil direkt an der Piste. Und der Chef des Hotellerie- und Gaststättenverbands, Blagoj Ragin, geht sogar von himmlischem Beistand aus: «Gott ist mit uns und schickte uns bereits im November Neuschnee.»

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