Die „Mein Schiff 6“ ist das neueste Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises. Eine ihrer ersten Touren führte von Kiel nach St. Petersburg.

Die „Mein Schiff 6“ ist das neueste Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises. Eine ihrer ersten Touren führte von Kiel nach St. Petersburg.
„Mein Schiff 6“ ist das neueste Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises. Etwa 2500 Passagiere haben darauf Platz.

„Mein Schiff 6“ ist das neueste Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises. Etwa 2500 Passagiere haben darauf Platz.

Elegante Bürgerhäuser reihen sich an der Frauengasse aneinander. Die Straße wurde in den 1960er-Jahren wieder aufgebaut und gibt einen Eindruck vom historischen Danzig.

In Tallinn liegt die „Mein Schiff 6“ direkt vor der Stadt. Da sind tolle Ausblicke garantiert. Die Passagiere können zu Fuß zur Stadtbesichtigung losziehen.

Tui Cruises, Bild 1 von 3

„Mein Schiff 6“ ist das neueste Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises. Etwa 2500 Passagiere haben darauf Platz.

Elegante Bürgerhäuser mit geschwungenen Giebeln reihen sich zu beiden Seiten des Kopfsteinpflasters aneinander. Vor jedem Haus führen Treppenaufgänge zu erhöhten steinernen Terrassen. Für Barbara Borzych ist die Sache klar: „Die Frauengasse in Danzig ist die schönste Straße der Welt“, erklärt sie fröhlich den Gästen, die sie als Guide fachkundig durch die Stadt führt. Sie ist mit einer Gruppe Passagiere der „Mein Schiff 6“ unterwegs. Das neue Kreuzfahrtschiff von Tui Cruises ist von Kiel aus auf zehntägiger Ostsee-Tour und hat als erste Station am Morgen im Hafen Gdingen bei Danzig angelegt.

Die steinernen Terrassen vor den Häusern sind die für das alte Danzig typischen sogenannten Beischläge. Auf diesen spielt sich heute wie einst das Leben ab. Früher weilten dort die reichen Kaufleute mit ihren Familien. Ursprünglich vor allem als Hochwasserschutz gedacht, wurden die Beischläge von den stolzen Hausbesitzern prächtig verziert und als Sommersalon genutzt, von dem sich das Treiben auf der Straße gut beobachten ließ.

Heute sind dort kleine Cafés angesiedelt oder auch Verkaufsstände, an denen Kunsthandwerk angeboten wird. Silberschmuck glänzt in der Sonne, Seidenschals flattern leicht im Wind. Bernsteinketten hängen aufgereiht auf kleinen Ständern und klackern leise aneinander, wenn eine interessierte Passantin sie inspiziert und mit der Hand durchstreift.

Ob nun wirklich die schönste der Welt – das sei dahingestellt. Aber eine ganz besondere Straße ist die Frauengasse auf jeden Fall. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde sie in den 1960er-Jahren wieder originalgetreu aufgebaut. So gibt sie heute einen guten Eindruck vom historischen Danzig. Kein Wunder, dass sie schon oft als Filmkulisse genutzt wurde.

Da mag man an die Verfilmung des in Danzig spielenden Romans „Die Blechtrommel“ von Günter Grass denken. Doch es sind die „Buddenbrooks“, die mit der filmischen Umsetzung von Franz Peter Wirth aus dem Jahr 1979 in der Frauengasse lebendig wurden. Den Originalschauplatz Lübeck aus dem Roman von Thomas Mann hat der Regisseur in dieser Straße in Danzig in Szene gesetzt.

Bei der Begeisterung, mit der Barbara Borzych von der Stadt erzählt, wird sie wohl gebürtige Danzigerin sein, so vermuten die Gäste vom Kreuzfahrtschiff. Doch sie schüttelt den Kopf. „Ich kam mit 18 Jahren zum Studieren hierher. Da nannten mich alle nur das Marielchen, also das Mädchen aus Masuren“, erzählt die 58-Jährige lächelnd. Sie stammt aus Elk, mit deutschem Namen Lyck, in Masuren. „Dort wurde Siegfried Lenz geboren“, fügt sie hinzu und kann damit schon wieder auf Literatur verweisen.

Der Besuch der polnischen Hansestadt Danzig bildet den Auftakt der Reise mit der „Mein Schiff 6“ auf der Ostsee. Die Tour führt weiter nach Klaipeda in Litauen und bietet dort die Gelegenheit zu einem Ausflug auf die Kurische Nehrung. Auf dem langgestreckten Landstreifen, der das Kurische Haff von der Ostsee abtrennt, lockt wieder ein ganz besonderer Ort für Literatur-Liebhaber. Dort steht auf einer Düne oberhalb des Örtchens Nida das einstige Sommerhaus von Thomas Mann und lädt als Kulturzentrum und Museum zum Besuch ein.

Von dem kakaobraunen Holzhaus mit himmelblauen Fensterläden geht der Blick weit über die silbrigblaue Wasserfläche des Kurischen Haffs, das im milden Licht ruhig daliegt und schimmert – ein traumhaft schönes Panorama konnte der Schriftsteller von seinem Arbeitszimmer aus genießen.

Von Litauen fährt das Kreuzfahrtschiff weiter über die Ostsee nach Russland. Bis zur nächsten Etappe der Reise, der Ankunft in St. Petersburg, steht nun ein Seetag an. Dieser bietet Zeit für Aktivitäten und Entspannung auf dem Schiff. Im 25 Meter langen Pool ziehen nur die Unerschrockenen ihre Bahnen, denn es ist sehr kühl für ein Bad draußen auf Deck. Der weitläufige Wellness-Bereich und die Sauna bieten hingegen genug Gelegenheit zum Entspannen im Warmen. Sport treiben lässt sich im Fitness-Center oder in der Arena auf Deck 14.

Wer Lust auf Kultur hat, der kann dem Streichquartett lauschen, das in der Café-Bar musiziert. Selbst kreativ werden ist auch möglich: in einem Kurs beim Bordmaler. Für ein Entertainment-Programm am Abend mit Theater und Revue ist natürlich auch gesorgt.

Als besondere Attraktion gibt es wie schon auf der „Mein Schiff 5“ im Studio eine Hologramm-Show mit lebensechter 3D-Illusion bekannter Künstler, darunter Heino, Rolando Villazón oder Dieter Hallervorden. Ein Seetag geht bei diesem breiten Angebot verblüffend schnell vorbei.

Nach zwei Tagen Aufenthalt in St. Petersburg liegen mit Tallinn und Stockholm noch weitere interessante Städte auf der Tour. In Estland macht die „Mein Schiff 6“ ganz nah vor der Hauptstadt fest. Wer Glück hat, wohnt in einer Kabine auf der richtigen Seite. Der zieht morgens nach dem Aufstehen die Vorhänge zur Seite und blickt direkt auf die Altstadt von Tallinn, deren Gebäude sich auf einem Hügel zusammendrängen. Dann heißt es, schnell zum Frühstück gehen und auf zur Stadtbesichtigung. Diesmal geht es ganz unkompliziert zu Fuß los, einfach immer nur in Richtung der alten Türme, die stolz vor einem emporragen. Die Autorin reiste mit Unterstützung von Tui Cruises.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer