Fahrradfahrer auf der Straße
Jaffna-Town ganz im Norden Sri Lankas ist eine lebendige Stadt. Foto: Dagmar Gehm

Jaffna-Town ganz im Norden Sri Lankas ist eine lebendige Stadt. Foto: Dagmar Gehm

Farbenprächtig ist dieser Hindutempel auf der Insel Pungudutivu in Jaffna. Foto: Dagmar Gehm

Kayts Causeway, ein Damm, verbindet Jaffna mit der vorgelagerten Insel Kayts. Foto: Dagmar Gehm

Anstelle des eingeebneten Rebellenfriedhofs wurde in Gedenken an den Kriegshelden Hasalaka Hero nach Kriegsende ein Denkmal am Elephant Pass errichtet. Foto: Dagmar Gehm

Eine Familie gedenkt vor einem Monument in Kilinochchi einem singhalesischen Kriegshelden. Foto: Dagmar Gehm

So sah es aus, das Schild am Elephant Pass zu Kriegszeiten - von Einschüssen durchlöchert. Foto: Dagmar Gehm

Ein Bulldozer der Tamil Tigers dient am Elephant Pass als Kriegsdenkmal. Foto: Dagmar Gehm

Intakte Natur: Buntstörche staken im Wasser bei der vorgelagerten Insel Kayts. Foto: Dagmar Gehm

Ehemaliges Krisengebiet: Heute begrüßt das Schild am Elefantenpass Touristen. Foto: Dagmar Gehm

Dieses Krankenhaus auf der Halbinsel Jaffna wurde im Krieg zerbombt. Foto: Dagmar Gehm

Dieses Kriegsfoto von 2004 zeigt ein Kind vor einem Statement der tamilischen Rebellen. Foto: Dagmar Gehm

Der Kölner Promikoch Kingsley Paul unterstützt Köche in Jaffna. Foto: Dagmar Gehm

In Sri Lanka sind die Süd- und Westküste touristisch gut erschlossen - anders dagegen der Norden. Dort kehrt der Fremdenverkehr nach dem Ende des Bürgerkrieges 2009 nur behutsam ein. Foto: dpa-Infografik

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Jaffna-Town ganz im Norden Sri Lankas ist eine lebendige Stadt. Foto: Dagmar Gehm

Jaffna (dpa/tmn) - Kinder laufen lachend über den Bahnsteig, alles wirkt friedlich. Das war lange Zeit nicht so am legendären Elephant Pass. Von 1983 bis 2009 herrschte Bürgerkrieg in Sri Lanka. Die Tamil Tigers im Nordosten kämpften gegen die Armee im Süden. Das Ziel: die Unabhängigkeit. Vergebens.

Heute führt die Zugstrecke von Jaffna bis Pallai durch das einst umkämpfte Nadelöhr des Elefantenpasses zwischen der Halbinsel Jaffna und der Hauptinsel. Und auch Touristen kommen nun.

Der Markt in Jaffna-Town quillt über von Obst, Gemüse, Gewürzen und Lobstern. Dazwischen Stände voller Handys und Tablets, als ob die Menschen ganz schnell nachholen müssten, was sie so lange entbehrten.

Nur 300 Kilometer trennen den Norden von den beliebten Stränden an der West- und Südküste Sri Lankas. Touristische Infrastruktur soll Jaffna an die einträgliche Urlaubswelt anschließen. Neue Hotels entstehen. Das einzige Fünf-Sterne-Haus in Jaffna-Town hat eine Zeit lang einen Gourmetkoch aus Deutschland zum Anlernen der lokalen Köche beschäftigt. Er berät auch weiterhin: «Ich wollte meine Landsleute im Aufbruch unterstützen», sagt der gebürtige Singhalese Kingsley Paul, der in Köln die Promi-Brasserie Bruegel betrieb und inzwischen ein Hotel der gleichen Kette in Sigiriya leitet.

Um frische Zutaten brauchen sich die Köche im fruchtbaren Norden Sri Lankas nicht zu sorgen. Als Naturparadies ist die Halbinsel ohnehin nicht zu toppen. Kolonien seltener Vogelarten bevölkern die vorgelagerten Inseln, rosa Flamingos, Buntstörche und Kormorane staken durch die seichte Lagune zu beiden Seiten des Damms, der zur vorgelagerten Kayts-Insel führt. Auf Karaitivu Island liegt auch der Traumstrand Casuarina Beach. Während der Unruhen nahmen dort Mitarbeiter von Hilfsorganisationen eine Auszeit.

Obwohl der Soldatenfriedhof der Rebellen eingeebnet ist, die Minen in den zugänglichen Gebieten beseitigt und viele Häuser wieder aufgebaut wurden, hat der Krieg tiefe Spuren hinterlassen. Zum Beispiel in der palastähnlichen Bibliothek von 1933, die zwar wieder in all ihrer schneeweißen Pracht erstrahlt, in der aber mehr als 100 000 Bücher verbrannten. Intakt geblieben ist der rot-weiß-gestreifte Hindutempel Nallur Kandaswamy Kovil - der bedeutendste Tempel der Nordprovinz.

Bevor Kingsley Paul morgens um 6.00 Uhr zum Markt geht, genießt er den Tagesanbruch auf dem Balkon. Frühnebel verhüllt die letzten Ruinen der Lagunenstadt Jaffna. Die 108 Lobpreisungen Gottes «Om Shri Shivaya Namah Om» aus dem Tempel legen sich hinter das Glockengeläut der St. Francis-Kirche. Kaum vorstellbar, dass es in diesem tropischen Inselparadies einmal nicht so friedlich zuging.

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