Speyer begeht 2011 als «Salierjahr». Vor 950 Jahren, am 4. Oktober 1061, wurde der salische Kaiserdom geweiht.
Speyer begeht 2011 als «Salierjahr». Vor 950 Jahren, am 4. Oktober 1061, wurde der salische Kaiserdom geweiht.

Speyer begeht 2011 als «Salierjahr». Vor 950 Jahren, am 4. Oktober 1061, wurde der salische Kaiserdom geweiht.

dpa

Speyer begeht 2011 als «Salierjahr». Vor 950 Jahren, am 4. Oktober 1061, wurde der salische Kaiserdom geweiht.

Speyer (dpa) - Es darf gefeiert werden: Die Domstadt Speyer begeht 2011 als «Salierjahr». Gleich drei Jubiläen rund um das Herrschergeschlecht stehen an. Die Stadt will davon auch touristisch profitieren.

2010 war das «Stauferjahr», 2011 ist nun das «Salierjahr», zumindest in Speyer. Der Unterschied: Für das 2010 im Südwesten ausgerufene Stauferjahr gab es kein Jubiläum als Anlass, es war letztlich eine Marketingidee. Das ist beim Salierjahr anders, wenn sich in der Stadt am Rhein in den nächsten Monaten vieles um das mittelalterliche Herrschergeschlecht dreht. In Speyer gibt es gleich drei historische Gründe für die Feierlichkeiten. Höhepunkt soll eine Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz sein: Vom 10. April bis zum 30. Oktober zeigt es eine umfassende kulturgeschichtliche Schau zu den Saliern, deren Machtzentrum in Speyer lag.

Was macht 2011 zum Salierjahr? Vor 950 Jahren, am 4. Oktober 1061, wurde der salische Kaiserdom geweiht. Das Wahrzeichen Speyers zählt zum Weltkulturerbe der Unesco und ist Grabstätte mehrerer salischer Herrscher. Vor 900 Jahren, im Jahr 1111, wurde außerdem mit Heinrich V. in Rom der letzte salische König zum Kaiser gekrönt. Und: Im selben Jahr verlieh dieser Heinrich den Speyerer Bürgern bedeutende Freiheitsprivilegien - der Grundstein für die Entwicklung Speyers zur freien Reichsstadt.

Heinrich V. befreite die Speyerer damals vom Buteil, einer Art Erbschaftssteuer, die die Bürger dem Bischof zahlen mussten. Außerdem räumte er ihnen verschiedene Privilegien ein, die die Stadt prägten. Generell muss die Bedeutung der Salier für die Entwicklung Speyers sehr hoch eingeschätzt werden, wie Sabine Kaufmann sagt, die Projektleiterin der großen Ausstellung «Die Salier. Macht im Wandel» im Historischen Museum der Pfalz. «Speyer war recht klein und schon halb verfallen und wurde dann von den Saliern stark gefördert.» So habe etwa der Dombau einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich gebracht. Am Anfang der Salierzeit war Speyer noch als «Kuhdorf» bezeichnet worden.

Angekündigt sind in der Ausstellung «einzigartige Zeugnisse des salischen Kaisertums», darunter prachtvolle Handschriften und wertvolle Goldschmiedearbeiten. Die gezeigten Schätze stammen aus rund 50 europäischen Museen und Sammlungen. Zwei Dutzend Veranstaltungen listet das Programm für das Salierjahr auf. Die Stadt erwartet davon einen touristischen Schub. «Wir hoffen auch auf neue Besucher, die Speyer dann kennenlernen werden», sagt Rathaussprecher Matthias Nowack.

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