Skistar Felix Neureuther
Der deutsche Skistar Felix Neureuther war auch 2016 in St. Moritz bei der WM dabei. Foto: Jean-Christophe Bott

Der deutsche Skistar Felix Neureuther war auch 2016 in St. Moritz bei der WM dabei. Foto: Jean-Christophe Bott

Freier Fall heißt der Auftakt der Abfahrt, wo die Profi-Skifahrer in sechs Sekunden auf 140 km/h beschleunigen. Foto: Alessandro della Bella

Ein Tunnel führt normale Skifahrer unter der Rennpiste der WM hindurch. Foto: Bernhard Krieger

Franco Giovanoli ist Direktor der Ski WM St. Moritz 2017. Foto: Filip Zuan

Zur alpinen Ski-WM zieht der große Wettkampfzirkus in St. Moritz ein - doch der normale Skibetrieb geht fast ungestört weiter. Foto: Bernhard Krieger

Wintersportler kommen in St. Moritz auf ihre Kosten - dort gibt es zum Beispiel die mittlerweile einzige Natureis-Bobbahn der Welt. Foto: Roger Schaffner

Beim Cresta Run stürzt man sich mit einem Schlitten bäuchlings die Eisbahn hinunter - ein risikoreicher Wintersport. Foto: JR Larraman

Winteridylle aus dem Zugfenster: Die Rhätische Eisenbahn sind ein Sinnbild für die Gemütlichkeit im Südosten der Schweiz. Foto: Christof Sonderegger

Freie Fahrt durch die Winterlandschaft: Mehr als 500 Kilometer Langlaufloipen gibt es rund um St. Moritz. Foto: Romano Salis

Die Diavolezza ist einer der drei Hausberge von St. Moritz. Diese Skifahrer wedeln hinab auf der Abfahrt Richtung Morteratschgletscher. Foto: Andrea Badrutt

St. Moritz gilt als Nobelskiort - was Segen und Fluch zugleich ist. Zur Ski-WM geht es aber nicht nur schick, sondern vor allem sportlich zu. Foto: Bernhard Krieger

St. Moritz steht für Luxus und auch für Dekadenz - es darf gerne mal der Champagner sein, wie hier im Bergrestaurant el paradiso. Foto: Christof Sonderegger

Der Schweizer Johannes Badrutt gilt als derjenige Hotelier, der vor gut 150 Jahren den Wintersport in St. Moritz erfunden hat. Foto: Bernhard Krieger

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Der deutsche Skistar Felix Neureuther war auch 2016 in St. Moritz bei der WM dabei. Foto: Jean-Christophe Bott

St. Moritz (dpa/tmn) - Bei St. Moritz denken viele an abgehobene High-Society-Events. Faszinierend für die einen, aber auch einschüchternd für die anderen. Das Prädikat Nobelskiort ist Fluch und Segen, die alpine Ski-Weltmeisterschaft deshalb eine willkommene Gelegenheit zur Imagekorrektur.

Mit den Skirennen vom 6. bis 19. Februar 2017 wollen die Engadiner der Welt wieder einmal ihre sportliche Seite präsentieren. Das Skifahren wurde spätestens nach der Eröffnung der ersten Schweizer Skischule 1929 in St. Moritz zum Volkssport. Heute zählt der auf 1800 Metern gelegene Ort auf der Südseite der Graubündner Alpen zu den besten Skiarenen der Welt: mehr als 500 Kilometer Langlaufloipen, 88 Abfahrten mit einer Gesamtlänge von rund 350 Kilometern. Drei Skiberge stehen zur Auswahl: Diavolezza, Corvatsch und der Hausberg Corviglia, wo preisunempfindliche Gäste in der Hütte «El Paradiso» feiern und im Gourmet-Restaurant «La Marmite» feine Speisen verkosten.

Genau zwischen diesen beiden Genießer-Tempeln inszeniert Franco Giovanoli im Februar die «kompakteste Ski-WM aller Zeiten». Der Direktor der Ski WM St. Moritz 2017 ist besonders stolz darauf, dass sich einer der größten Sportanlässe der Schweiz harmonisch in das Skigebiet einfügt. Alle Rennen werden auf einer einzigen Piste ausgetragen, das Skifahren ist für die Touristen während der WM kaum eingeschränkt. Unter der Rennpiste wurden eigens Tunnel angelegt, so dass Skifahrer und Snowboarder problemlos von einer Seite des Skigebiets auf die andere wechseln können.

Eintritt wird nur im Zielstadion verlangt. Entlang der Rennpiste können Skiurlauber kostenlos zuschauen. In der Fußgängerzone und rund um die Siegerehrungen auf der neu angelegten Medal Plaza am Kulm Park werden täglich kostenlose Konzerte und Events stattfinden.

Nicht nur für die St. Moritzer ist die Ski-WM im Engadin ein Höhepunkt, auch für die Athleten. Die Rennen finden vor der einzigartigen Kulisse des Bergsees und des 4049 Meter hohen Piz Bernina statt. Wenn die roten Züge der Rhätischen Bahn gemächlich durch die Täler rattern, vorbei an Winterwanderern und Langläufern, dann scheint die Zeit stillzustehen.

Anders ist es bei den Rennen, wo es um Hundertstelsekunden geht - vor allem auf dem steilsten WM-Starthang der Welt. Freier Fall heißt der Auftakt der Abfahrt. In sechs Sekunden beschleunigen die Rennfahrer auf 140 km/h. Für Skiurlauber ist dieser Pistenabschnitt gesperrt. Von der letzten Stütze der Piz-Nair-Seilbahn führen aber 187 Treppenstufen hinauf. Oben sichert ein Gurt die Mutigen, die sich in die Startposition begeben und hinauslehnen. «Da fühlst du dich wie beim ersten Kopfsprung vom Fünfmeterbrett», sagt Bernhard Russi. Die Schweizer Skilegende hatte den Freien Fall schon für die WM 2003 konstruiert. Insgesamt findet die Ski WM zum fünften Mal in St. Moritz statt, so häufig wie in keinem anderen Ort.

St. Moritz ist mit durchschnittlich 322 Sonnentagen im Jahr gesegnet. Dank der Höhe bleibt der Schnee trotzdem pulvrig trocken. Die Pisten sind bis ins späte Frühjahr schneesicher - doch selten voll. Viele Winterurlauber in St. Moritz gehen es gemütlich an.

Anders im WM-Areal: Dort können sich Skiurlauber die ganze Saison über als Rennfahrer versuchen. Auf der FIS-Piste wurde ein 400 Meter langer Riesenslalom mit Original-Weltcup-Starthaus, Zeitmessung und Video-Kameras eingerichtet. Nach der Fahrt lässt sich das Rennvideo herunterladen. Als persönlicher Beweis dafür, dass es in St. Moritz nicht nur nobel, sondern auch sportlich zugeht.

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