Winterurlaub in Ramsau
Die entspannte Variante: Auch auf dem Pferdeschlitten lässt sich die Ramsau angenehm erkunden.

Die entspannte Variante: Auch auf dem Pferdeschlitten lässt sich die Ramsau angenehm erkunden.

Sportliche Langläufer finden in der Ramsau anspruchsvolle Loipen. Aber auch für Anfänger ist etwas dabei.

Baby an Bord: Ein Langläufer zieht seinen Nachwuchs durch die Winterwelt der Ramsau.

Die weitläufige Hochebene der Ramsau gibt den Blick frei auf die umliegenden Berge.

Skivergnügen in der Dachsteinregion: Auf den Pisten wie hier am Rittisberg toben sich alpine Skifahrer aus.

Tourismusverband Ramsau/dpa/tmn, Bild 1 von 5

Die entspannte Variante: Auch auf dem Pferdeschlitten lässt sich die Ramsau angenehm erkunden.

Ramsau (dpa/tmn) - Im «Land der Bioniere» läuft der Winterurlaub ruhig ab - oder richtig sportlich. Die Hochebene der Ramsau bietet Langläufern fordernde Loipen und Schneeschuhwanderern die Winterstille abseits des Après-Zirkus. Und Bio ist hier selbstverständlich.

«Was haben Sie denn da in dem Schlitten?», fragt die ältere Dame mit der Strickmütze den Langläufer, der sie eben überholen will. «Ein Baby», antwortet der lachend und lässt die bereits erschöpfte Anfängerin verblüfft mit ihrer Kursgruppe zurück. Ein paar Meter daneben zieht mit schnellen, kräftigen Zügen ein Team von Skating-Läufern vorbei. Auf den Loipen, Wanderwegen und Pisten in der Ramsau in Österreich treffen die Generationen aufeinander. Ältere genießen die Ruhe in der Natur, Familien freuen sich über sanfte Hänge für Kinder, jüngere Sportler powern sich auf den anspruchsvollen Loipen aus.

Nördlich von Schladming in der Steiermark, jenseits der bekannten Skigebiete, schlängelt sich eine Serpentinenstraße durch steile, bewaldete Hänge. Nach der letzten Haarnadel-Kurve erreicht die Straße die Hochebene, der Blick öffnet sich auf die weitläufige Landschaft der Ramsau. Im Norden begrenzt das majestätische Dachstein-Massiv das Plateau, nach Süden öffnet sich der Blick über die Schladminger Tauern mit ihren markanten Gipfeln. Ihre geografische Lage macht die Ramsau schneesicher von November bis weit in den Frühling.

Die Häuser der Gemeinde sind über das gesamte Plateau verstreut. Die charakteristischen Alleen mit Ahornbäumen, die im Herbst in allen Rottönen leuchten, gliedern die Landschaft. Einzelne Höfe wechseln sich ab mit kleinen Siedlungen. Das Ortszentrum mit dem spitzen Kirchturm ist überschaubar: Ein paar Läden, ein Delikatess-Geschäft mit steirischen und internationalen Spezialitäten, wenige Cafés und kleine Restaurants, Sportgeschäfte und ein Tabakladen - das war's.

Auf der Hochebene über dem Ennstal regiert die Ruhe. «Die landschaftlichen Gegebenheiten hier ziehen Menschen an, die sportliches Erlebnis als Naturerlebnis suchen», sagt der Tourismusdirektor der Region, Heinz Prugger. Entsprechend bietet der Tourismusverband neben den langen Loipen mit Varianten für Anfänger wie Leistungssportler auch ein engmaschiges Wegenetz für Winter- und Schneeschuh-Wanderer oder Tourengeher. Und Alpinfahrer toben sich auf dem Dachsteingletscher aus.

In den Hütten entlang der Loipen und Wege treffen sonnengebräunte Urlauber, die sich mit dem Pferdeschlitten durch die idyllische Winterlandschaft ziehen lassen, auf durchtrainierte Sportler. Auf dem Frienerhof führt ein dickes Gästebuch illustre Besucher auf: Arnold Schwarzenegger ist mit Bild und Unterschrift verewigt, ebenso der Langlaufstar Felix Gottwald und der Sänger Klaus Eberhartinger. Regelmäßig sind internationale Sportler zu Gast, die sich im Nordischen Skizentrum auf Weltcups und Meisterschaften vorbereiten.

Seinen Gästen serviert Gastwirt Georg Berger zur Jause Brot, Wurst und Käse aus biologischer Produktion. «Bio ist für uns was ganz Selbstverständliches,» erklärt Berger, «wir sind ja keine Freaks oder Spinner». Der freundliche Steirer ist Initiator der «Ramsauer Bioniere», die sich anlässlich der Nordischen Ski-WM 1998 zusammenschlossen: «Wir waren eine Gruppe von Bauern, die gerade den Hof übernommen hatten, alle etwa im gleichen Alter, alle mit kleinen Kindern - da war es für uns ein logischer Schritt, auf Bio-Landwirtschaft umzustellen».

Der Bio-Gedanke wurde rasch aufgenommen: «Das ist eine Logik, die sich eigentlich aus der Tradition ergibt», sagt Berger und verweist auf die kleinteilige Landwirtschaft mit Schwerpunkt auf Milch- und Weidewirtschaft. «Und wir wissen natürlich auch, warum unsere Gäste kommen.» Rund 360 000 Übernachtungen zählt die Ramsau allein in der Wintersaison. Dabei wohnt ein Großteil der Gäste auf Bauernhöfen, in kleinen Pensionen und Ferienwohnungen.

Die familiäre Atmosphäre ist überall spürbar: So trifft man nach einem anstrengenden Aufstieg über die Rittisloipe in der Hütte die Pensionswirtin wieder. Und der freundliche Bauer, der mit Traktor und Seil den Wagen der Urlauberfamilie aus der Schneewehe zieht, entpuppt sich am Tag darauf als der Kutscher des Pferdeschlittens. Wem die Ruhe der Ramsau ein wenig zu viel wird, der kann immer noch mit dem Bus nach Schladming fahren, wo in der Skiwelt Amadé der Après-Zirkus tobt.

Informationen:

Tourismusverband Ramsau, Ramsau 372, A-8972 Ramsau am Dachstein, Telefon : 0043/ 3687/81 833, info@ramsau.com

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