Eine Kreuzfahrt mit der „MS Cinderella“ der Viking Line im Inselreich zwischen Schweden und Finnland.

Schären: Große und kleine Inseln vor Stockholm.
Schären: Große und kleine Inseln vor Stockholm.

Schären: Große und kleine Inseln vor Stockholm.

Die „MS Cinderella“ fährt täglich von Stockholm zu den Aland-Inseln nach Mariehamn.

Visit Stockholm, Bild 1 von 2

Schären: Große und kleine Inseln vor Stockholm.

Ein blutrot getünchtes Holzhaus ziert die kleine Felseninsel. Ihm zur Seite steht ein weißer Fahnenmast, an dem die schwedische Flagge weht. Eine Ansammlung von Tannen und Birken drängt sich auf dem Buckel der Insel. Am Anlegesteg schaukelt ein grüner Holzkahn im azurblauen Wasser. Ein weißes Segelboot zieht vorbei. Schweden wie im Bilderbuch – diesen Anblick bietet der Schärengarten, die Landschaft aus rund 30 000 Inseln, die sich vor den Toren Stockholms weit in die Ostsee hineinzieht.

Schären sind flache Inseln, deren Granitfelsen einst von der Eiszeit glatt geschliffen wurden. Einige der größeren Inseln sind bewohnt, die meisten jedoch nur im Sommer. Ferienhäuser, Cafés und Restaurants laden zum Besuch ein. Auf manchen kleinen Schären steht nur ein Mini-Leuchtturm, auf anderen finden sich bloß ein paar Büsche und hellgrüne Flechten.

Die Städtereise nach Stockholm um eine Kreuzfahrt verlängern

Gemächlich zieht die „MS Cinderella“ der finnischen Reederei Viking Line an den Schären vorbei. Das große Fährschiff hat wie jeden Tag um 18 Uhr in Stockholm abgelegt, um über Nacht zu den finnischen Åland-Inseln zu fahren. Die Inselgruppe liegt am Eingang des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und Finnland. Nach Besichtigungstagen in Stockholm bietet die Minikreuzfahrt mit der „Cinderella“ die Möglichkeit, die Städtetour um einen komfortablen Ausflug zu erweitern. An Bord lässt sich in einem der verschiedenen Restaurants gemütlich speisen, während die Bilderbuch-Landschaft der Schären vor dem Fenster vorbeizieht. Wer im Sommer unterwegs ist, kann an Deck noch lange den Blick auf die Inseln und das Meer im milden Abendlicht genießen.

Abends steigt die Party an Bord. In der Disco sorgen mehrere Bands im Wechsel für Stimmung. Die Bar-Keeper mixen unermüdlich Cocktails, in einem separaten Raum läuft Karaoke. Wer mag, kann bis in die frühen Morgenstunden feiern. Viele Stockholmer lieben die Cinderella dafür und bezeichnen sie als Partyschiff. Sie unternehmen die 21-stündige Seereise als Rundfahrt.

In den knapp zwei Stunden am frühen Morgen, in denen das Schiff im Hafen der Åland-Hauptstadt Mariehamn liegt, gehen sie gar nicht von Bord. Sie frühstücken erst nach 9 Uhr, wenn die „Cinderella“ schon wieder auf dem Rückweg nach Stockholm ist. Wer die Åland-Inseln besuchen will, nutzt hingegen den ersten Teil der Schiffstour zur Anreise und fährt erst einige Tage später wieder zurück. Morgens um 7.15 Uhr gehen die Åland-Besucher an Land. Auch einige Autos rollen dann vom Schiff.

Ausflug zur kleinen Insel Kobba Klintar

Die Inselgruppe besteht aus mehr als 6700 Inseln und Schären und liegt am Eingang des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und Finnland. Es handelt sich um eine mit weitgehender Autonomie ausgestattete Region Finnlands, in der Schwedisch gesprochen wird. Die Hauptstadt ist Mariehamn.

Wer die Aland-Inseln besuchen will, kann mit der „MS Cinderella“ der finnischen Reederei Viking Line von Stockholm nach Mariehamn fahren. Preis für die einfache Fahrt: Kabine mit zwei Betten ab 21 Euro, Mitnahme eines Pkw ab 40 Euro. Die „MS Cinderella“ fährt täglich um 18 Uhr ab Stockholm.

Das Park Alandia Hotel in Mariehamn liegt nahe am Fischereihafen im Ortszentrum. Ein Doppelzimmer kostet ab 90 Euro. Das Hotel kann in Verbindung mit einer Viking Line-Passage bei Viking Line gebucht werden. www.vikingline.de

Eine Bootstour auf die kleine Insel Kobba Klintar lässt sich mit Fiskelyckan unternehmen, die Hin- und Rückfahrt kostet 20 Euro pro Person. Das Boot startet im Fischereihafen von Mariehamn. Auch Insel-Hopping oder Angeltouren sind möglich. www.fiskelyckan.ax

Zur Schärenlandschaft von Åland gehören mehr als 6700 Inseln. Zu vielen von ihnen lassen sich Touren mit Ausflugsbooten unternehmen. Kobba Klintar lockt schon mit seinem klangvollen Namen. Das kleine Motorboot von Bo-Erik Westberg düst flink über das Wasser. Von Mariehamn braucht es nur zehn Minuten nach Kobba Klintar. Diesmal sind fünf Passagiere an Bord.

Als sie an Land gehen, steht Rune Karlsson dort und begrüßt jeden Gast mit Handschlag. Karlsson hat 2002 den Verein Kobba Klintars Vänner (Freunde) gegründet, der die kleine Schäre pflegt, verwaltet und zu einem Ausflugsort gemacht hat. „Hier kommen die Gäste zur Ruhe. Sie können ungestört auf das offene Meer schauen. Und man will auch nichts anderes mehr, wenn man hier ist“, sagt Karlsson und lächelt.

Lotsenhaus mit Nebelhorn

Auf dem rotgrauen, kargen Felsen fällt eine weiße Pyramide auf, die vor dem blauen Meer in die Höhe ragt. Es handelt sich um eine Bake, eine Seemarke, die dort einst stand und vom Verein in Originalgröße wieder aufgebaut wurde. Sie kann als Veranstaltungsraum gemietet werden. In der Nähe steht ein Lotsenhaus aus weißem Holz mit hellgrün abgesetzten Elementen. Es stammt aus dem Jahr 1910 und beherbergt ein riesiges Nebelhorn. Kobba Klintar liegt ein ganzes Stück vor dem Hafeneingang von Mariehamn und wurde damit zur wichtigen Lotseninsel. Auch die alte Lotsenkate von 1862 ist noch erhalten. Darin ist heute ein Café unterbracht – ein einladender Ort, um einfach nur zu sitzen und aufs Meer zu schauen.

Schon nach kurzer Zeit wirkt der Zauber der Insel. Auf der Rückfahrt mit der „Cinderella“ bietet sich noch einmal die Gelegenheit, auf Kobba Klintar zu blicken. Etwa 20 Minuten nach Abfahrt zieht das große Fährschiff an der kleinen Insel mit der weißen Pyramide vorbei – ein unvergesslicher Anblick. Die Autorin reiste mit Unterstützung von Viking Line.

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