Münchens Hausberg
Gemütlichkeit regiert: Von den Freuden des Après-Ski ist der Spitzingsee bisher weitgehend verschont geblieben.

Gemütlichkeit regiert: Von den Freuden des Après-Ski ist der Spitzingsee bisher weitgehend verschont geblieben.

Schnee garantiert: Die Schneekanonen sorgen von Dezember bis April für ausreichend weiße Pracht.

Großes Panorama ganz nahe: Zum Skigebiet Spitzingsee fahren Münchner nur eine Stunde.

Klein und fein: Das Maximum im Skigebiet Spitzingsee liegt bei 6000 Gästen. Mehr verkraften die Parkplätze nicht.

Tegernseer Tal Tourismus/Schregle/dpa/tmn, Bild 1 von 4

Gemütlichkeit regiert: Von den Freuden des Après-Ski ist der Spitzingsee bisher weitgehend verschont geblieben.

Schliersee (dpa/tmn) - Der Hausberg Münchens steht eine Stunde südlich der bayerischen Landeshauptstadt am Spitzingsee. Das kleine, aber feine Skigebiet bietet Abfahrern und Snowboardern genauso gute Bedingungen wie Langläufern und Schneeschuhwanderern.

Der Weg zu Deutschlands ältestem Skigebiet am Spitzingsee ist postkartenidyllisch. Traditionelle oberbayerische Höfe mit Holzbalkon, tief verschneite Dächer und Wege sind zu sehen. Der Schliersee am Ortsausgang liegt in Winterruhe. Durch den Ort, am Bauernhof- und Wintersportmuseum von Markus Wasmeier vorbei und dann ein paar Kilometer den Berg hoch: Da liegt das kleine, aber feine Skigebiet. Ein «Wintersportplatz», wie das Schild am Ortseingang verheißt.

Abfahren und Snowboarden, Langlaufen und Schneeschuhwandern, Schlittenfahren und Eislaufen - es gibt kaum etwas, das Wintersportler in und um das Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee nicht tun könnten. Die schneeweißen Gipfel von Rotwand, Miesing, Ruchenköpfe, Aiplspitz und Jägerkamp rahmen die Pisten ein. Nur eine Stunde von München entfernt liegt das Gebiet - direkt vor der Haustür der Großstadt also. Die überwiegende Anzahl der Gäste kommt auch nur für ein paar Tage, wie Stefan Heiß, Betriebsleiter der Alpenbahnen am Spitzingsee, sagt. «Aber wir haben auch viele Urlauber, die mit ihren Kindern hierher kommen und sich sehr bewusst für ein kleineres Skigebiet entscheiden.»

Der Einstieg in die Bahn liegt bereits auf rund 1100 Metern, bis 1700 Meter geht es hinauf - damit ist das Gebiet nach der Zugspitzregion das höchstgelegene Deutschlands. «Mit unseren Beschneiungsanlagen können wir Schneesicherheit von Dezember bis April garantieren», sagt Heiß. Rund um den Stümpfling und den Taubenstein erstreckt sich das Skigebiet, oft Münchens Hausberg genannt. Den wohl schönsten Ausblick auf die umliegende Bergwelt und die Seen haben Skifahrer von der schwarzen Piste am Rosskopf. Wem eine steile Piste zu viel abverlangt, der kommt aber ebenfalls auf seine Kosten: «13 rote Pisten warten auf geübte Wintersportler, und 5 blaue Abfahrten runden das Pistenangebot für Anfänger und die kleinen Skihaserl ab.»

Der Spitzingsee gilt als ältester Wintersportort Deutschlands. Schon mehr als 120 Jahre ist es her, dass sich ein einheimischer Buchhändler Holzski aus Finnland bestellte und die ersten Spuren im Schnee zog. Hänge wurden erschlossen, erste Skirennen ausgetragen, der erste Sessellift kam 1949. Einige Jahrzehnte sollten aber noch vergehen, bis die Gegend einen großen Wintersportler hervorbrachte: Markus Wasmeier wurde alpiner Weltmeister und Olympiasieger. Bis heute ist er eng mit seinem Heimatdorf verbunden.

Doch man verlässt sich nicht auf die Vergangenheit am Spitzingsee, man investiert in die Zukunft: Beschneiungsanlagen, moderne Lifte, Nachtskilauf. Man weiß, was man hat und kann - und was eben nicht. «Wir haben 3000 Parkplätze, damit kommen bei kompletter Auslastung etwa 5000 bis 6000 Gäste ins Skigebiet», sagt Heiß. Das bewältigen die Lifte ohne allzu lange Wartezeiten, so sind auch die Pisten nicht überfüllt. Die Kosten für die Skipässe sind moderat - und Après-Ski am Fuß der Pisten sucht man vergeblich. Viele Gäste fahren ohnehin am Abend wieder nach Hause - und für alle anderen finden sich in dem kleinen Bergdorf andere Möglichkeiten, einen Jagertee zu trinken.

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