Wegen der Tide können die Fährschiffe höchstens zweimal täglich fahren. Das hat auch Auswirkungen auf den Alltag der Insulaner.

Juist
Unterwegs mit Wattführer Heino: In warmen Monaten ein Erlebnis für große und kleine Besucher.

Unterwegs mit Wattführer Heino: In warmen Monaten ein Erlebnis für große und kleine Besucher.

dpa/Strandhotel

Unterwegs mit Wattführer Heino: In warmen Monaten ein Erlebnis für große und kleine Besucher.

Düsseldorf. Fast lautlos zieht der Elektrowagen die Containerkette mit den Gepäckstücken von der Fähre. Wie am Gepäckband im Flughafen stürmen die Urlauber los, um ihren Koffer zu sichern.

Dann geht es zum Hotel, entweder zu Fuß oder mit der Pferdekutsche – denn Juist, die Ostfriesische Insel zwischen Borkum und Norderney, ist autofrei.

Und das ist gut so, jedenfalls für die Gäste. Sie können Ruhe und reine Nordseeluft auf der großen Sandbank mit dem herrlichen weißen Strand genießen.

Hauptverkehrsmittel: Fahrrad mit Anhänger

Für die 1700 Bewohner der Insel (mit einer Ausdehnung von rund 17 Kilometern und einer Breite von höchstens einem Kilometer) bedeutet das Inselleben ohne Auto aber schon manchmal eine Erschwernis.

Um Dinge zu transportieren, benötigen sie einen Fahrradanhänger. So verwundert es nicht, dass vor fast jedem Haus, zumeist sind es typisch norddeutsche Häuser mit einer Ziegelsteinverblendung, einige Anhänger stehen. Wenn der örtliche Installateur zu seinen Kunden fährt, dann mit Fahrrad und vollgeladenem Anhänger. Einige Autos sind aber zwingend erforderlich. So sind die Ärzte mobil, die Feuerwehr ist mit vier Fahrzeugen ausgestattet und im Depot des DRK stehen zwei Rettungswagen.

Brunnen: Mit einer eigenen Wasserversorgung sorgen die Juister dafür, dass sie ständig frisches Wasser haben. Unter der Insel befindet sich eine sogenannte Süßwasserlinse, die auch vom versickerten Regenwasser gespeist wird. Dieses Wasser verdrängt das Salzwasser. Diese Linse zapfen die Juister an – ohne allerdings ein Höchstmaß zu überschreiten, um die Versorgung auch langfristig sicher zu stellen.

 

Wattenmeer: Juist ist Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Seit 1986 wird das Wattenmeer vom Dollart bis nach Cuxhaven einheitlich geschützt. Der Nationalpark hat vor allem das Ziel, dass diese einzigartige und beeindruckende Landschaft erhalten bleibt und sich möglichst eigenständig weiter entwickeln kann. Dementsprechend lautet das Motto: „Natur Natur sein lassen!“

Arrangement im Strandhotel Kurhaus Juist: Die „Dankeschön-Woche 2012“ beinhaltet sieben Übernachtungen in einer Junior Suite inklusive Frühstücksbuffet und jeden Abend einem Drei-Gang-Auswahlmenü. Außerdem steht pro Person ein Fahrrad zur Verfügung. Buchbar für die Zeit vom 20.02. bis 30.03. und vom 28.10. bis 22.12. – für zwei Personen zum Preis ab 1659 Euro.


Wellness und Beauty: Im „Le S.P.A.“ wird mit der Kraft des Meeres gearbeitet. Zu empfehlen ist die Thalassotherapie mit Nordseewasser aus dem hoteleigenen Brunnen. Schwimmbad, finnische Sauna, Dampfbad, Laconium, Solarium und Fitnessraum stehen außerdem zur Verfügung.

 

Info: Strandhotel Kurhaus Juist, Telefon 04 935/9160, Internet: www.kurhaus-juist.de

Die Bewohner lieben ihre Insel und nennen sie „Töwerland“, was Zauberland bedeutet. Allerdings: Die Insellage macht den Alltag für die Bewohner nicht einfach. In den Wintermonaten verkehrt die Fähre nur einmal täglich, wobei sie immer zuerst von Norden-Norddeich nach Juist und dann zurückfährt. Wenn Einheimische die Insel verlassen wollen, müssen sie eine Übernachtung auf dem Festland einkalkulieren.

Der Einkauf von Lebensmitteln ist nur in einem der Läden auf der Insel möglich – es sei denn, man hat selbst ein kleines Motorboot, mit dem man individuell das Festland ansteuern zum „Shoppen“ kann.

Die Kicker des TSV Juist spielen stets im „Doppelpack“

Das Inselleben ist mit anderen Einschränkungen verbunden, beispielsweise für die Schulkinder. Bis zur zehnten Klasse können sie in Haupt- und Realschule unterrichtet werden. Für Kinder mit Gymnasialempfehlung gibt es Förderunterricht in Mathematik. Wer aber das Abitur machen möchte, muss spätestens ab der elften Klasse ins Internat nach Esens aufs Festland.

Auch der örtliche Sportverein ist in seinen Aktivitäten eingeschränkt. Bundesweit sind die Spieler des TSV Juist bekanntgeworden, weil sie wegen der Tide-Abhängigkeit ihre Spiele auf dem Festland immer gleich im „Doppelpack“ austragen müssen.

Glücklich ist, wer ein Motorboot hat

Die Hotels und Pensionen setzen sehr viele Saisonkräfte ein, wenn in den Sommermonaten Hochbetrieb auf der Insel herrscht. Für die Mitarbeiter müssen dann Unterkünfte im eigenen Haus angeboten werden, weil sie keine Möglichkeit haben, täglich anzureisen. Die Abfahrtzeit der Fähre richtet sich nach den Gezeiten, weil das Schiff das Watt durchqueren muss. Etwa anderthalb Stunden ist das Schiff der Reederei Frisia unterwegs.

Wer es unabhängig haben möchte, kann fliegen. Der Juister Flughafen hat nach Hannover die zweithöchste Frequenz in Niedersachsen. Von Norden-Norddeich gibt es eine feste Verbindung. Die Flugzeit beträgt gerade einmal fünf Minuten.

Kuren auf Juist haben eine lange Tradition. Die Insel ist prädikatisiertes Nordseeheilbad und damit Kurort. Das ehemalige Kurhaus, auch „Weißes Schloss“ genannt, ist heute ein Vier-Sterne-Hotel mit Spa, Sauna und Schwimmbad. Noch heute ist es das prägende Bauwerk der Insel. Die Fassade und der weiße Saal stehen unter Denkmalschutz. Hier lässt sich der entspannte Aufenthalt auf der Insel mit einem Wellnessaufenthalt verbinden. Das Strandhotel Kurhaus Juist liegt direkt an Promenade und Strand und ist auch vom Hafen leicht zu Fuß erreichbar.

Im Sommer bilden die Strandkörbe bunte Farbtupfer am Strand, auf dem die Sonnenanbeter reichlich Platz haben. Im Winter scheint der Beach unendlich, wenn der heftige Wind den Sand über den Boden treibt.

Entspannung pur in den Wintermonaten

Nach einem Spaziergang bietet sich ein Besuch im stilvoll restaurierten Café „Hohe Düne“ an. Im Rücken den wärmenden Kamin, auf dem Tisch ein heißer Punsch und der Blick durch die große Glasfront hinaus auf die unruhige Nordsee. Entspannung pur.

Information: Kurverwaltung, Postfach 1464, 26 560 Juist, Telefon 04 935/ 809 222.

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