Silhouette ist eine der 115 Inseln der Seychellen im Indischen Ozean. Sie bietet Wanderwege durch den Tropenwald und absolut paradiesische Strände.

Silhouette ist eine der 115 Inseln der Seychellen im Indischen Ozean. Sie bietet Wanderwege durch den Tropenwald und absolut paradiesische Strände.
Postkartenmotive: Auf der Insel Silhouette finden sich am Ende der Anse La Passe die typischen und weltbekannten Granitfelsen im hellen Sand.

Postkartenmotive: Auf der Insel Silhouette finden sich am Ende der Anse La Passe die typischen und weltbekannten Granitfelsen im hellen Sand.

Der Strand der Anse La Passe zieht sich an der Ostküste der Insel Silhouette entlang.

Meike Nordmeyer, Bild 1 von 2

Postkartenmotive: Auf der Insel Silhouette finden sich am Ende der Anse La Passe die typischen und weltbekannten Granitfelsen im hellen Sand.

Mit einer schnellen Bewegung schmettert Prajeesh die große Kokosnuss auf die Kante eines Felsens. Die Schale bekommt einen tiefen Riss. Ein zweiter Schlag – und der 40-jährige, aus Indien stammende Wanderführer kann die Kokosnuss öffnen und den Samen mit seiner faserigen Oberfläche herauslösen. Lächelnd präsentiert er diesen Erfolg den Wanderern, mit denen er auf der Seychellen-Insel Silhouette unterwegs ist. Gebucht haben die Gäste die geführte Tour im Hotel Hilton Seychelles Labriz Resort & Spa. Neben einer kleineren Logde ist das weitläufige Hilton Ressort die einzige Unterkunft auf der sehr ursprünglichen Insel, die zu 93 Prozent aus Naturschutzgebiet besteht und auf der es keine Straßen, keine Autos gibt. Nur einige Elektrowagen fahren auf dem Gelände des Resorts und auf dem Weg zur Anlegestelle der Fähre hin und her.

Fasziniert schauen die Ausflügler dem Guide zu. Sie stehen im tropischen Regenwald und schwitzen. Denn bereits am Vormittag herrschen Temperaturen von 27 Grad Celsius und die üblichen rund 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.

Eine frische Kokosnuss ist die perfekte Erfrischung in der Hitze

Der Guide schlägt nun den faserigen Samen auf die Felskante. Vorsichtig kann er das gute Stück dann auseinanderbrechen. Das klare Kokoswasser rinnt ihm über die Hand. Doch im unteren Teil der Schale, in der innen das schneeweiße Fruchtfleisch leuchtet, ist noch genug Flüssigkeit versammelt, so dass alle fünf Wanderer einen Schluck daraus nehmen können – die perfekte Erfrischung auf der Wanderung. Prajeesh wischt seine nassen Finger ab und weiter geht’s durch den Dschungel, in dem Palmen, Bananenstauden und die für die Seychellen typischen Takamaka-Bäume wachsen, deren Blätter an Gummibäume erinnern.

Zwischendurch bleibt er vor einem anderen Baum stehen, pflückt ein Blatt ab, zerknickt es und reicht es für eine Schnupperprobe herum. Der würzige Duft macht die Zuordnung einfach – es ist ein Zimtbaum, von dem das Blatt stammt. Der Wanderweg zieht sich langsam bergauf und bietet schon bald weite Ausblicke vom Felsen hinab auf den Ozean mit seiner türkisen und smaragdgrünen Färbung. Der Wind streicht durch die Palmen, die Wellen rauschen auf wilde Strände mit hellem Sand – in dem Moment ist allen klar, dass sich jeder Tropfen Schweiß auf der Wanderung lohnt.

Schließlich führt die Tour hinab zu den nah hintereinander liegenden Stränden der Anse (Bucht) Lascars und Anse Patates. Außer den Wanderern sind dort nur einige Krebse mitsamt ihren geschwungenen Muschelhäusern auf dem Sand unterwegs. Sobald sie die Schritte und Schatten der Menschen spüren, ziehen sie sich blitzschnell in ihre Behausungen zurück.

Traumhaft schöne Strände sind auf den insgesamt rund 115 Inseln der Seychellen zu finden. Silhouette hat darüber hinaus auch Wanderfans einiges zu bieten, denn gleich mehrere Wanderwege ziehen sich über die Insel, deren bergiges Inland nahezu unberührt ist. Der höchste Berg ist der Mont Plaisir mit 752 Metern Höhe. Mit ihren rund 20 Quadratkilometern Fläche ist Silhouette die drittgrößte Insel der Inneren Seychellen. Sie liegt etwa 18 Kilometer nordwestlich vor der Hauptinsel Mahé und ist von dort mit der Fähre oder dem Hubschrauber zu erreichen.

Ein besonderer Vorteil für Wanderungen auf den Seychellen ist, dass es in den Regenwäldern keine Raubtiere, keine Skorpione oder andere ernsthaft giftige Tiere oder Pflanzen gibt. Das macht das Wandern ganz entspannt.

Der Fußmarsch zu den beiden Buchten dauert hin und zurück etwa 3,5 Stunden und lässt sich gut am Vormittag schaffen. Da der Weg nah am Rand der Insel bleibt, ergeben sich nur gemäßigte Steigungen. Die Tour führt zudem über befestigte Wege, die einst französische Plantagenbesitzer für ihre Arbeiter angelegt haben. Bei den längeren Wanderungen, die mitten über die Insel führen, gilt es hingegen, über Stock und Stein zu kraxeln und starke Steigungen zu bewältigen.

Der Strand der Anse La Passe zieht sich etwa 1,5 Kilometer an der Ostküste entlang und gehört zum größten Teil zum Hotel. Komfortable Gästevillen reihen sich auf der weitläufigen Fläche des Resorts aneinander, viele von ihnen stehen direkt am Strand. Von deren Terrassen sind es nur wenige Schritte durch den feinen Sand unter den tiefhängenden Ästen der schattenspendenden Takamaka-Bäume hindurch zum Wasser. Bei Ebbe bildet sich vor dem Strand eine weite, ganz ruhige und seichte, von Licht durchschienene Wasserfläche. An deren hell funkelnde türkise Farbe fügt sich weiter hinten eine azurblaue Fläche an – es ist betörend schön. Wer an diesem Strand bis zum Ende läuft, kommt an den Abschnitt, an dem große Granitfelsen auf dem Sand liegen – ein imposanter Anblick, für den die Seychellen so berühmt sind. Die Autorin reiste mit Unterstützung von Hilton Hotels & Resorts und Air Seychelles.

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