Die Insel der Niederländischen Antillen lockt mit einem spannenden Mix der Kulturen.

Curacao
Jesus Maria Zimmermann hat einen deutschen Urahn – in seiner Kneipe überwiegt aber das holländische „Oranje“.

Jesus Maria Zimmermann hat einen deutschen Urahn – in seiner Kneipe überwiegt aber das holländische „Oranje“.

Einer von 38 Stränden – wem das nicht reicht, der kann einen Ausflug zur vorgelagerten Insel Klein-Curacao machen.

Manuel Praest, Bild 1 von 2

Jesus Maria Zimmermann hat einen deutschen Urahn – in seiner Kneipe überwiegt aber das holländische „Oranje“.

Düsseldorf. „Ein Schuss Royals“ schadet nicht. Das gerahmte Foto an der Wand ist der Beweis: Auch Prinz Willem-Alexander war in der Netto-Bar zu Gast. „Er hat meinen grünen Rum getrunken“, erzählt Barkeeper Jesus Maria Zimmermann stolz über den niederländischen Thronfolger.

Ob er dem adeligen Besucher geschmeckt hat? „Ja, sicher“, sagt Jesus und lächelt. Das Getränk zaubert der 53-Jährige schließlich selbst. Seit mehr als 30 Jahren steht er hinter dem Tresen der Bar mitten in Otrobanda, „der anderen Seite“, wie dieser Teil Willemstads, der Hauptstadt von Curacao genannt wird.

Ein Fußball mit der Unterschrift von Pele

Fußbälle an der Decke, Autogramme von Pele und anderen Kicker-Ikonen an der Wand und viel, viel „Oranje“ – wer Zimmermann besucht, wähnt sich eher in Holland als in der Karibik. Und der Hausherr selbst steht für das, was die größte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen so interessant macht: einen Mix aus vielen Nationalitäten und Kulturen – mit der nötigen Prise Karibik-Feeling.

Zimmermanns Urahn kam aus Deutschland auf die Insel, heiratete dann eine ehemalige Sklavin. Viel mehr als den deutschen Namen hat er aber nicht behalten. Sein Papiamentu – die Landesprache neben Niederländisch – übersetzt ein Stammgast, der betont: Ohne den urigen Wirt gebe es längst auch die urige Kneipe nicht mehr.

Otrobanda hat viele Hingucker

Nähereien, Hunde, die auf alte Villen aufpassen, und Rastafaris am Straßenrand – Otrobanda mit seinen verwinkelten Gassen hat viele Hingucker. Touristen sollten eine Tour mit Einheimischen unternehmen. Pflichtstopp auf dem Rundgang: Kura Hulanda.

Der „Holländische Hof“ beherbergt ein Museum, dass die Geschichte der Insel aufzeigt. Einst befand sich der Sklavenmarkt in der Gegend, später „nicht gerade die beste Ecke Willemstads“, wie Stadtführerin Bigala beschreibt: Heimat von Seemännern und Prostituierten. Doch das ist Vergangenheit.

Devise heißt: Restauration statt Abriss

Jacob Gelt Dekker, Selfmade-Millionär und Philanthrop, nahm sich der baufälligen Häuser an – Restauration statt Abriss hieß seine Devise. Viele ehemalige Bewohner der Siedlung zog er in die Neugestaltung mit ein. Jetzt können sich Gäste in der Apartmentanlage im Spa verwöhnen lassen, erlesen speisen – oder eben die Historie Curacaos entdecken.

Gegenüber der Fahrrinne in den Hafen liegt Punda, der zweite große Stadtteil, der mit der berühmten Ansicht der „Handelskade“ lockt, jenen bunten Handelshäusern, die wie der Großteil Willemstads Unesco-Weltkulturerbe sind.

Per pedes geht’s über die „Swinging Old Lady“, offiziell Königin-Emma-Brücke, eine Pontonbrücke, die früher nur barfuß zollfrei überquert werden durfte.

Wer landestypisch essen will, sollte am schwimmenden Markt vorbei, wo vor allem Händler aus Venezuela ihre Waren anbieten, den Weg zum Alten Markt nehmen und die leckeren Eintöpfe genießen, zusammen mit vielen Einheimischen, die ihre Mittagspause dort verbringen – Blick in die Kochtöpfe inklusive.

Allgegenwärtig ist der aus Bitterorangen gewonnene Likör, der Curacao auch bei denen bekanntgemacht hat, die nicht einmal wussten, dass eine Insel den gleichen Namen trägt. Das Original gibt’s aber nur in der Destillerie auf Curacao – in drei Farbvarianten und drei extra Geschmacksrichtungen.

Wer genug Stadt genossen hat, dem steht eine wunderschöne Insel offen. Wie wär’s mit einer Quad-Tour? Schließlich können die Urlauber 38 Strände entdecken. Schnuckelige Landhäuser warten auf Besucher und für den Gaumengenuss zaubert Jaanchie in seinem Restaurant eine Spezialität für Touristen: Leguan.

Nur Mut, gegrillt sieht er aus wie Hühnchen – und schmeckt auch fast genauso.

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